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Schon wieder: Wetzlars Torhüter Tibor Ivanisevic hat gegen Magdeburgs Matthias Musche das Nachsehen. FOTO: IMAGO

Kopf leer, Beine schwer

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(ra). Ein verrücktes Handball-Jahr ist für die HSG Wetzlar mit einem verrückten Bundesliga-Spiel zu Ende gegangen. Auch wenn Trainer Kai Wandschneider via Sky seinen Unmut über die blutleere Vorstellung seiner Mannschaft deutlich zum Ausdruck brachte, so war das 27:34 (14:18) beim SC Magdeburg nach den herausragenden Leistungen der vergangenen vier Wochen irgendwie zu erwarten gewesen.

Verrückt: Schon beim 0:4-Rückstand nach vier Minuten musste der Wetzlarer Coach seine frühestes Auszeit der Saison nehmen.

Verrückt: Die titelambitionierten Magdeburger, die ohne Spielgestalter Marko Bezjak und Abwehr-Hüne Zeljko Musa auskommen mussten, brauchten ihre 4:0- (4., Hornke-Gegenstoß), 9:4- (10., Musche-Gegenstoß) und 18:12-Führungen (28., Hornke-Gegenstoß) beim 4:3 (6., Cavor), 9:7 (13., Frend Öfors) und 19:18 (34., Cavor) immer wieder auf, weil sie lange Zeit ebenso viele Flüchtigkeitsfehler im Spiel aufwiesen wie ihr mittelhessischer Gast.

Verrückt: Torhüter Tibor Ivanisevic, in Kiel mit 21 Paraden noch Matchwinner, parierte erstmals nach zehn Minuten beim 4:9 ein Wurf. Und so früh wie in der Getec-Arena beorderte Trainer Wandschneider Alexander Feld und Viggo Kristjansson für Filip Mirkulovski und Stefan Cavor bislang ganz selten auf das Parkett.

Mit dem 3:0-Lauf zum 22:18 in der 38. Minute standen die Magdeburger Zeichen dann aber endgültig auf Revanche - die neuerliche Wetzlar Aufholjagd blieb aus. Nach den jüngst erfolgreich bewältigten Mammutaufgaben in Leipzig, in Kiel und gegen Ludwigshafen waren die Wetzlarer Köpfe zu leer und die Beine zu schwer, als dass nach dem 19:22 durch den ersten Holst-Siebenmeter überhaupt der Erfolg der Bördestädter noch einmal in Gefahr geriet. Beim 21:29 eine Viertelstunde vor Schluss drohte sogar ein kleines Ergebnisdebakel, zu eklatant waren zu diesem Zeitpunkt die Abspiel- und Fangfehler der Grün-Weißen.

Aber wie schon am Donnerstag beim Heim-26:23 war es in der Schlussviertelstunde Torhüter Till Klimpke, der mit drei, vier Paraden Schlimmeres als das 27:34 verhinderte.

SC Magdeburg: Thilun, Green; Chrapkowski, M. Damgaard (9), Hornke (9/1), Mertens (5), Musa (n.e.), O’Sullivan (3), Kuzmanovski (2), Lagergren, Musche (2), Pettersson (1/1), Preuss (1), Schmidt (1), Steinert (1), Bezjak (n.e.).

HSG Wetzlar: Cavor (5), Björnsen (4), Forsell Schefvert (3), Frend Öfors (3), Lindskog (3), Rubin (3), Holst (2)/2, Mirkulovski (2), Feld (1), Kristjansson (1), Torbrügge, Torben Waldgenbach (n.e.),

Im Stenogramm / SR: Tanja Kuttler/Maike Merz (Meckenbeuren). - Zuschauer: 6600.

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