Auf Abstand: Die männliche Handball-Jugend C der TG Friedberg wird auf der Tribüne über den Ablauf der Trainingseinheit informiert. FOTOS: HETT
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Auf Abstand: Die männliche Handball-Jugend C der TG Friedberg wird auf der Tribüne über den Ablauf der Trainingseinheit informiert. FOTOS: HETT

Jugendhandball

Zur Konzept-Phase 6: Ein Besuch bei der TG Friedberg

  • vonPeter Hett
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Phase 6 im Konzept des Deutschen Handball-Bundes ist erreicht. Aber was bedeutet dies denn eigentlich ganz konkret? Ein Besuch im Training der männlichen Jugend C der TG Friedberg klärt auf.

Erkundigt man sich in der lokalen Handball-Szene derzeit nach der aktuellen Lage, erhält man nahezu die identische Antwort: "Wir befinden uns in Phase 6 des DHB-Konzepts". Klar - aber was bedeutet das? Die Antwort findet sich dort, wo der Handball zu Hause ist. Während einer Trainingseinheit der männlichen C-Jugend des Landesligisten TG Friedberg klären TG-Jugendwart Andreas Dickehage und seine Trainer Manfred Merz, Noah Methner, Patrick Neehuis und Jakob Sommer auf und lassen sich über die Schulter schauen. Es handelt sich um Athletik- und/oder Techniktraining mit Zweikämpfen.

Die Friedberger C-Jugend besteht aus zwei Mannschaften, der C 1 und der C 2. Jeweils zwei Trainer stehen für jede Mannschaft zur Verfügung. Die Voraussetzungen für handballspezifisches Training unter Einhaltung der geltenden Richtlinien sind von den TG-Verantwortlichen in der Halle am Seebach geschaffen worden. Die Steuerung des Zutritts in die Halle erfolgt im Einbahnstraßen-System. Durch den Zuschauereingang wird die Halle betreten und durch den Notausgang an der Tribüne wieder verlassen. Zahlreiche Richtungspfeile sind angebracht und weisen den richtigen Weg. Jede Trainingsgruppe verlässt mindestens fünf Minuten vor dem offiziellen Trainingsende die Halle, die von der nächsten Gruppe frühestens mit der Uhrzeit ihres Trainingsstarts betreten wird.

Um den vorgegebenen Abstand zu gewährleisten, sind auf der Spielfläche, als auch auf der Tribüne unzählige Markierungen mit Kreuzen und Punkten angebracht, an denen sich alle Trainingsteilnehmer orientieren. An vielen Stellen der Halle befinden sich sowohl Desinfektionsmittel als auch Rollen mit Hygienepapier. Jeder eintreffende Spieler hat sein persönliches Desinfektionsmittel dabei; ebenso ein Handtuch zum Aufsaugen von Schweiß.

Wie selbstverständlich begeben sich die jungen Sportler zu den markierten Stellen der Tribüne, auf der jeder seinen Platz einnimmt und dort auch für die Dauer des Trainings Desinfektionsmittel und Handtuch ablegt. Nach einer kurzen Ansprache der Trainer, in der die Trainingsinhalte benannt werden, beginnt das eigentliche Übungseinheit.

Jeder begibt sich an einen, durch die Markierung vorgegebenen Platz auf dem Spielfeld. Obwohl in Phase 6 Zweikämpfe durchaus erlaubt sind, stehen während unseres Besuches lediglich Einzelübungen mit Ball und paarweise Passübungen auf dem Programm. Die dafür benutzen Bälle sind durchgehend desinfiziert. Alles erfolgt mit großer Disziplin. Während der Trinkpause desinfiziert jeder Spieler, genau wie zu Beginn des Trainings, seine Hände.

"Mit zwei Trainern haben wir die Jungs gut im Griff. Von Beginn an haben wir darauf Wert gelegt, dass die Abstandsregeln einzuhalten sind. Alle haben sich sofort sehr diszipliniert verhalten. Mittlerweile brauchen wir nicht mehr allzu oft korrigierend einzugreifen. Die Maßnahmen sind gut verinnerlicht und werden sehr gut umgesetzt", erklärt C2-Trainer Patrick Neehuis. Manfred Merz, für die C1 zuständig, ergänzt: "Die Jungs hatten nach der langen Pause richtig Bock auf gemeinsames Training und Handball. Das war schön zu sehen. Ebenso erfreulich waren die positiven Rückmeldungen, die wir von den Eltern erhalten haben."

Im Austausch

Einen kleinen Einblick zum Friedberger Weg durch die Krise gibt Andreas Dickehage. "Unter dem Strich sind wir gut durch die Zeit gekommen. Die Vorgaben vom DHB waren gut gemacht und haben uns einen Rahmen gegeben, die wir mit den Richtlinien der zuständigen Behörden ergänzt haben. Wichtig war uns ein kontinuierlicher Austausch mit den Eltern, um sie über unser Vorgehen ständig zu informieren. Auch, dass wir Mini- und Purzel zunächst außen vorgelassen haben und mit ihnen wohl erst nach den Sommerferien anfangen werden. Wir haben die Dinge so angenommen, wie sie sind, und so gut, wie es eben sein kann, umgesetzt".

Was den Rundenbeginn anbelangt, rechnet Dickehage mit einem Start erst nach den Herbstferien. "Die Bundesliga argumentiert Zuschauer zu brauchen. Bei uns an der Basis ist es aber genauso. Auch wir sind darauf angewiesen. Bei den Kleinen und auch bei den Großen", sagt er.

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