Konsolidierung fortsetzen

Der SV Echzell spielte einst oberhalb des Kreises in der Gruppenliga, gewann die Hallenfußball-Kreismeisterschaft und sorgte in den 90er Jahren meist für positive Schlagzeilen. Die Gelb-Schwarzen von der Horloff waren ein sportliches Aushängeschild des Fußballkreises Friedberg.

Doch um dieses Niveau langfristig zu halten, reichten die Kräfte des 1920 gegründeten Fußballvereins nicht aus. Der Versuch, mit auswärtigen Spielern die höheren Klassen zu halten, konnte den Absturz nicht mehr verhindern. Über die Kreisoberliga stürzte der SVE in die A-Liga. Und stieg dort schließlich in die B-Liga ab, als der Spielbetrieb nach dem Weggang von 14 Spielern nur noch durch Soma-Akteure aufrechterhalten wurde.

Die B-Liga zu erhalten, war das Ziel von Vorstand, Trainer und Mannschaft in der abgelaufenen Saison 2014/15. Eine Platzierung unter den ersten acht in der B-Liga 3 war das Ziel. Die Echzeller Kalkulation vor dem Rundenstart: Gegen Erst-Mannschaften wie die SG Dorn-Assenheim/Weckesheim, FSG Wisselsheim oder SG Reichelsheim/Bingenheim war man Außenseiter. Deshalb sollten die notwendigen Zähler gegen Zweitmannschaften eingefahren werden. Aber gegen den SVP Fauerbach II (3:3), die SG Rödgen/Blau-Gelb Friedberg II (1:2) oder SG Melbach II (1:2) gab es in der Vorrunde erhebliche Rückschläge. Somit war zu Beginn der Winterpause das Ziel B-Liga-Erhalt schon weitgehend verfehlt. Daran konnte auch eine bessere Rückserie nichts mehr ändern.

Die Echzeller sind wie fünf andere Erstmannschaften im Kreis nun C-Ligist und spielen demnächst in der Nordgruppe. "Wir haben diese Tatsache hinnehmen müssen und werden dort die Konsolidierung von Verein und Mannschaft fortsetzen", betont Peter Ulrich, der Bereichsleiter Spielbetrieb.

Dabei kommt dem Verein nun zugute, dass er in der Jugendabteilung auf eine solide Nachwuchsarbeit gesetzt hat. Zusammen mit dem JSG-Partner KSV Bingenheim konnten in der vergangenen Saison erstmals alle Altersklassen besetzt werden.

Obwohl die A-Junioren in den letzten Wochen wegen Personalproblemen zurückgezogen wurden, wechseln nun mit Youri Baumgarten, Hendrik Hintz, Elias Richter, Marvin Winkler, Marvin Roos, Pascal Roos, Kevin Hergenröder und Yannik Hergenröder acht Spieler aus dem Nachwuchsbereich in den Kader der Senioren. Als weitere Zugänge hat man Stefan Seibert von der SG Reichelsheim/Bingenheim sowie die beiden reaktivierten Dominik Ginter und Fabian Schubert präsentiert.

Den SV Echzell verlassen haben Christoph Okun und Sven Harth (beide SG Wallernhausen/Fauerbach), Markus Harsch (SV Bruchenbrücken), Thomas Cielecki und Adam Cielecki (beide SKG Erbstadt), Benjamin Schuler und Dennis Schild (beide SKV Beienheim) sowie der zu seinem Stammverein KSV Bingenheim zurückkehrende Fabian Richter. Besonders die Abgänge von Richter und dem einzigen Torwart Dennis Schild wiegen schwer. Als Schild-Nachfolger soll Elias Richter aufgebaut werden.

Dass Dirk Adler 2015/16 in der zweiten Saison als Trainer in Echzell bleibt, war schon vorzeitig geklärt. Das mittelfristige Ziel des SV Echzell soll die Rückkehr in die B-Liga sein. Dies in der kommenden Runde bereits als Ziel vorzugeben, sei noch vermessen, glaubt Peter Ulrich. Die vielen jungen Spieler müssten sich erst im Seniorenbereich zurechtfinden. Zudem sei die neue C-Liga einen Liga mit vielen Unbekannten. So sind die Zweitmannschaften durchweg schwer einzuschätzen. Eine Platzierung im oberen Tabellendrittel wird in Echzell also angepeilt.

Nach dem Trainingslager in Erbach am Odenwald, wo man sich das Trainingsgelände mit der U15 des SV Darmstadt 98 teilte, ging ein erstes Testspiel gegen die FSG Altenstadt mit 1:5 verloren. Es folgen vor dem Rundenstart am 9. August zu Hause gegen den SVP Fauerbach II noch Vergleiche gegen den SV Hundstadt, die SG Nieder-Mockstadt/Stammheim und Victoria Heldenbergen.

In der neuen Runde hoffen die Echzeller Fußballer auf eine größere Resonanz von heimischen Zuschauern, die sich mit der jungen Echzeller Mannschaft wieder besser identifizieren sollen. Ottwin Storck

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