Kommunikation ist alles

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(jm). Für Angelo Barletta war es der erste Arbeitsnachweis unter besonderer Begutachtung. Vor seiner Heimspielpremiere als Trainer der Offenbacher Kickers hatte er einige Veränderungen angestoßen - und nach dem 3:0 in der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den Bahlinger SC auch Einblicke in seine Arbeitsweise gegeben, vor allem in der Kommunikation mit den Spielern. Exemplarisch dafür der Umgang mit Serkan Firat und Nejmeddin Daghfous.

Firat hakte seine Rückkehr an den Bieberer Berg schnell ab. "Es war ein wichtiger Sieg, aber jetzt müssen wir nachlegen", forderte der 25-Jährige. Barletta hatte im Vorfeld auch mit ihm intensiv erörtert, was er von ihm erwartet. "Er sollte einfacher spielen und sich auf Standards konzentrieren", erklärte der Kickers-Trainer, der aus gemeinsamen Zeiten bei Viktoria Griesheim und in der Hinrunde bei Bayern Alzenau weiß, wie der sensible Linksfuß tickt: "Wenn er sich zu sehr unter Druck setzt, blockiert er sich selbst." Doch Firat, anfangs als zweite Spitze aufgeboten und später überall auf dem Feld zu finden, beherzigte den Trainerrat - und war so an vielen guten Offensivaktionen beteiligt. Sein Eckball zum 1:0 von Moritz Reinhard (50.) war die Initialzündung für einen letztlich klaren Erfolg. "Er war sehr belebend", meinte Barletta.

Die Position des Freigeists im Team hatte Firat am Samstag von Nejmeddin Daghfous übernommen. Der Routinier, mit sechs Treffern immerhin bester Schütze der Kickers - gemeinsam mit Firat, der aber seine Treffer alle im Alzenauer Trikot erzielte -, hatte gegen Bahlingen erstmals seit vier Spielen nur auf der Bank gesessen. Ein deutliches Signal. Barletta hatte Daghfous im Einzelgespräch seine Beweggründe erläutert - und zeigte sich angetan von der Professionalität des langjährigen Zweitliga-Profis.

Zudem weiß Barletta um die enorme Erwartungshaltung an die Toptransfers des Sommers wie Richard Weil, der als Chef der Dreierkette gegen Bahlingen stark verbessert agierte, oder eben Daghfous. "Bei Nej wird immer sehr genau hingesehen.", erklärte der Kickers-Coach.

Die Reaktionen seiner Spieler wertete der Kickers-Coach als positives Zeichen. "Wir sind auf dem Weg, eine Mannschaft zu werden", schloss Barletta, ohne nach dem ersten Erfolgserlebnis in Euphorie zu verfallen. Aber die Botschaft ist klar. "Wenn etwas gut läuft, ändere ich ungern etwas daran."

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