KOL-Spitzenspiel in Ossenheim, Abstiegskrimi in Oppershofen

(mw) Die Ausgangssituation an der Tabellenspitze der Fußball-Kreisoberliga Friedberg ist ähnlich wie in der Bundesliga: Türk Gücü Friedberg wird wohl der direkte Aufstieg in die Gruppenliga nur noch zu nehmen sein, wenn der Zweite FCO Fauerbach das Knallerspiel in Ossenheim am Sonntag für sich entscheiden kann.

Auf der anderen Seite des Klassements hat die TSG Ober-Wöllstadt den Anschluss hergestellt, sechs Teams kommen damit realistisch gesehen noch für die voraussichtlich zwei direkten Abstiegsränge sowie den Relegationsplatz in Frage. Dabei kommt es am Sonntag in Oppershofen zu einem direkten Duell, wenn der punktgleiche Türkische SV Bad Nauheim zu Gast ist.

Ein Spiel weniger hat Türk Gücü Friedberg (70 Punkte/Nachholpartie gegen Staden am 25. April) absolviert, der Vorsprung beträgt dennoch vier Punkte auf den FCO Fauerbach und fünf auf den SV Gronau. Sollte die Elf von Savas Yasaroglu am Sonntag gewinnen, würde sich der Abstand nach hinten auf mindestens fünf Punkte erhöhen. Doch Yasaroglu weiß um die Stärke der Fauerbacher und hat folgendes Motto im Sinn: "Wenn wir nicht gewinnen können, dürfen wir nicht verlieren", sagt der Coach des Tabellenführers, der zuletzt beim 1:1 gegen Gronau (35 Minuten mit neun Mann) einen weiteren Verfolger auf Distanz hielt. Personell setzt Yasaroglu weiterhin auf Sercan Kaplan zwischen den Pfosten, auch wenn Tamer Aktan nach seiner Sperre aus der Hallenrunde wieder "frei" ist. Zudem ist Cyril Ngolumuo aus dem Urlaub zurück, während Firat Can noch ein Spiel gesperrt ist. Ein Fragezeichen steht hinter Ugur Ürün.

"Wir haben noch etwas gutzumachen, denn das Hinspiel war unser schlechtestes Saisonspiel", sagt Yasaroglu über die 2:3-Niederlage Anfang Oktober in Fauerbach. Überhaupt sind die Olympianer so etwas wie der Angstgegner von Türk Gücü. In den letzten sieben Kreisoberliga-Partien verloren die Mannen von Berthold Vetter nicht, den bis dato letzten Sieg feierte Türk Gücü am 2. März 2008. Die Trainer damals: Savas Yasaroglu und Berthold Vetter bei ihrem jeweils ersten Engagement in Ossenheim und Fauerbach. Der letzte Heimsieg der Türken liegt schon fünfeinhalb Jahre zurück (29. Oktober 2006/1:0).

"Fauerbach steht zurecht da oben. Sie sind eingespielt, haben mit Walther und Hartmann zwei starke offensive Mittelfeldspieler, den vielleicht besten Torwart der Liga mit Michael Kornmesser und vorne zwei Müllers. Der eine trifft, der andere läuft", beschreibt Yasaroglu die Stärken der Fauerbacher um Torjäger Florian Müller, seinen Sturmpartner Jannik Müller und Co.

Beide Teams haben zuletzt im vergangenen Jahr verloren: Türk Gücü das Hinrundenspiel in Fauerbach (seither 14 Siege, ein Remis), die Olympianer am neunten Spieltag gegen Oppershofen (seither 16 Siege und zwei Remis gegen Klein-Karben II und am Gründonnerstag gegen Beienheim). "Ich wünsche mir, dass ein erfahrener Schiedsrichter zu so einem Spiel kommt", ergänzt Yasaroglu abschließend.

Drittletzter gegen Vorletzter lautet das Duell in Oppershofen am Sonntag. Die heimische SGO empfängt den Türk. SV Bad Nauheim, beide Teams sind punktgleich. Trotz der engen Tabellensituation (auch Dorn-Assenheim und Trais davor haben 21 Punkte) hat Oppershofens Trainer Kai Schnitter eine klare Meinung: "Wenn wir verlieren, steigen wir ab", sagt der Spielertrainer, der gemeinsam mit Christian Rahn auch in der kommenden Saison die Geschicke lenken wird. "Wir haben eine schlechte Trainingsbeteiligung durch Verletzungen, Studium und berufliche Verpflichtungen.

Wir hätten bei einer Niederlage beide Partien gegen Bad Nauheim verloren, dann hätten wir den Klassenerhalt nicht verdient", sagt Schnitter, der mit seinem Team zuletzt fünf Spiele in Serie verloren hat – und nächste Woche kommt Türk Gücü Friedberg in den Rockenberger Stadtteil. "Gegen Fauerbach haben wir beispielsweise gut gespielt, aber in der Schlussminute einen Elfmeter verwehrt bekommen. Wir haben noch keinen einzigen Strafstoß zugesprochen bekommen diese Saison", hadert Schnitter, der im Abstiegskampf auf ehrgeizige Akteure setzt. "Spieler mit schlechter Trainingsbeteiligung bringe ich nicht, da setzte ich lieber auf Jungs aus der Zweiten. Die haben Bock". Gegen einen technisch starken Gegner erwartet er am Sonntag eine kämpferische Topleistung und eine bessere Chancenauswertung als zuletzt.

"Es geht um alles", sagt auch Mehmet Altun, der Vorsitzende des Türkischen SV Bad Nauheim. Sein Team musste zuletzt herbe Pleiten einstecken – 1:5 in Gronau und 0:9 in Fauerbach. "Davor haben wir viermal nicht verloren. Das war okay. Und auch gegen Fauerbach hatten wir unsere Chancen. Am Sonntag wird es kampfbetont zugehen", prophezeit Altun, der davon ausgeht, "dass wir den Klassenerhalt schaffen". Der noch nicht spielberechtigte Trainer Özkan Can habe für dieses wichtige Spiel alle Mann an Bord.

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