+
Besonderer Zuschauermagnet ist in Schotten die Postkurve. 8000 Zuschauer kommen am Wochenende zu einer der größten hessischen Rennsportveranstaltungen.

Motorsport

Knatterndes Kulturgut beim Schottenring Classic GP

  • schließen

8000 Zuschauer stehen beim 31. Schottenring Classic Grand-Prix an der Strecke. Sie bekommen alles geboten, was das Motorsport-Fanherz begehrt.

Es wäre übertrieben zu behaupten, dass immer am dritten August-Wochenende in Schotten Berge versetzt werden. Dennoch geriet die Stadt im Vogelsbergkreis auch während der 31. Auflage des ADAC/VFV Schottenring Classic-GP wieder in eine Art Ausnahmezustand. 8000 Besucher bewunderten die 300 Starter bei ihren Fahrten um die deutsche historische Meisterschaft.

Ganz oben in der Gunst des Publikums stehen in Schotten Bernd Albert und Jann Philipp Wagner vom MSC Schotten. Das Duo aus Laubach und Nidda ist auf einem guten Weg zum Titel in der Gespannklasse N. Am Wochenende kamen sie mit ihrem silbernen BMW-Gespann auf Rang acht. Sieger wurden die Vereinskollegen Reinhold Kaiser/Patrick Schupp. Beim größten Rennsportspektakel Hessens geht es bekanntermaßen nicht um Schnelligkeit. Konstanz steht höher im Kurs. In sogenannten Sollzeiten muss der Stadtkurs möglichst gleichmäßig durchfahren werden. Ein weiterer heimischer Fahrer war Klaus Jung aus Gießen, der in der Klasse W (BSA A 10) den dritten Rang belegte und diese Platzierung in der Klasse J/K (BSA Goldstar) wiederholte.

Damit die Akteure auf zwei und drei Rädern mehr oder weniger ungestört auf ihrer "Spielwiese", dem 1,4 Kilometer langen Stadtrundkurs, unterwegs sein konnten, musste der Durchgangsverkehr großzügig umgeleitet werden. So wurde die von Friedberg kommende B455 kurz nach dem Schottener Ortseingang bis zur wenige hundert Meter entfernten sogenannten Postkurve voll gesperrt.

Nach dem Bergpreis Ende April geht es für den verantwortlichen MSC Rund um Schotten alljährlich nahtlos weiter mit der Vorbereitung auf den Classic-GP. Der Streckenaufbau dauert für Chef Wolfgang Wagner- Sachs und sein Team etwa eine Woche, wobei auch die exakt 5005 Strohballen bewegt und postiert werden wollen. Eine Mammutaufgabe, die auch die MSC-Mitglieder nicht ohne Hilfe von außen bewältigen können. Wenn dann so mancher Zuschauer mit verträumten Augen die stolzen Biker betrachtet, hat sich der Aufwand aber jedes Jahr wieder gelohnt.

Leuchtende Augen gab es auch am Freitagabend bei der Fahrerpräsentation. Die fand erstmals direkt vor dem MSC-Clubhaus in der Seestraße statt. Sowohl Wagner-Sachs als auch Schottens Bürgermeisterin Susanne Schaab waren beeindruckt von der Resonanz der Zuschauer und Aktiven. Im Mittelpunkt standen die Fahrer mit ihren Maschinen, wie z.B. König Kneeler, Baker Yamaha F1, Moto Guzzi, Maico, Kreidler und MZ.

Die Teilnehmer in den verschiedenen historischen Klassen absolvierten am Samstag ihre Trainingsläufe und am Sonntag ihre Wertungsläufe auf Sollzeit bei weitgehend idealen Bedingungen. An spektakulären Fahrmanövern mangelte es zur Freude der 8000 Besucher an beiden Tagen nicht, wobei es zu keinen größeren Zwischenfällen kam.

100 Lautsprecher zur Beschallung

Eine kleine Gruppe ehemaliger Rennfahrer, die aus Altersgründen immer weniger werden, präsentierte sich im Fahrerlager mit historischen Rennmaschinen. Um das Image zu bewahren, sollen sie der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden. "Was man hier sieht, wird so nicht wieder kommen", meinte Mitinitiator Kurt Florin. Der Norddeutsche aus der Nähe von Kiel war mit seinen Sportskameraden Reinhard Biller, Kenny Hink und Ingo Emmerich zum Grand-Prix gekommen. Es gebe auch den Punkt, wo man einen Schlussstrich ziehen solle, um dann zu sagen, es ist gut, meinte Florin. Mehrere hunderttausend Euro seien die Rennmaschinen Wert, die allesamt auf europäischen Rennstrecken bewegt wurden und auch in Schotten zum Einsatz kamen. "Wir wollen den Zuschauern mal zeigen, was es früher gegeben hat", meinte Florin.

Für die entsprechende Beschallung in Schotten sorgte indes Radio Betz aus Kefenrod, das insgesamt knapp 100 Lautsprecher installiert hatte, 70 davon an der Strecke.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare