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Knaller beim Türkischen SV am Sonntag

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Am Sonntag nicht spielberechtigt: Özkan Can (links), Trainer des Türkischen SV Bad Nauheim.	(nic)
Am Sonntag nicht spielberechtigt: Özkan Can (links), Trainer des Türkischen SV Bad Nauheim. (nic) © Nicole Merz

Showdown an diesem Sonntag in Rödgen: Der Türkische SV Bad Nauheim (29 Spiele/67 Punkte) empfängt zum absoluten Topspiel den VfB Petterweil (29/71). Die WZ hat vor dem Knaller auf dem Rödgener Kunstrasen die wichtigen Faktoren verglichen.

Zwar liegt der SV Steinfurth (30 Spiele/67 Punkte) in der nach Tordifferenz berechneten Tabelle zwischen den beiden Vereinen, doch sind die SVS-Chancen auf den Titel und den damit verbundenen Direktaufstieg in die Gruppenliga sehr gering. Denn: Gewinnt der VfB in Rödgen, steht er als Meister fest. Gewinnt der Türkische SV, dürften sie selbst bei zwei SVS-Siegen zweimal nicht gewinnen, um hinter Steinfurth zurückzufallen – weil sie den besseren direkten Vergleich gegenüber den Rosendörflern haben (3:1/1:0); gleichzeitig würden sie nur noch einen Punkt hinter Petterweil liegen. Geht das Spiel remis aus, fehlt Petterweil nur noch ein Sieg zur Meisterschaft. Kurzum: Es ist Hochspannung geboten am Sonntag ab 15 Uhr – und nur der VfB Petterweil kann mit einem Sieg den Aufstiegskampf beenden, da es keine Relegation nach oben gibt. Die WZ hat vor dem Knaller auf dem Rödgener Kunstrasen die wichtigen Faktoren verglichen.

Aktuelle Form: Petterweil hat in den vergangenen zwölf Spielen nur beim 1:2 in Burg-Gräfenrode nicht dreifach gepunktet. Zwar meint VfB-Trainer Rainer Pausch, dass seine Mannschaft in der vergangenen Saison aufgrund von weniger Verletzungssorgen den besseren Fußball gespielt habe, die Tabellensituation ist ein Jahr später allerdings besser. Der Türkische SV hat in den vergangenen acht Spielen zwei überraschende Remis eingebaut – in Klein-Karben (1:1) und Nieder-Weisel (2:2). Gerade über Letzteres ärgert sich TSV-Spielertrainer Özkan Can gewaltig. »Das hat uns vielleicht die Meisterschaft gekostet, absolut unnötig«.

Hinspiel: Der Türkische SV gewann mit 3:2 nach einem Halbzeitrückstand. Can wertet den Sieg als verdient, »wir haben richtig gut gespielt. Wir sollten technisch und läuferisch im Vorteil sein, aber Petterweil ist eine kämpferisch starke Mannschaft«. Pausch spricht vom »Dämpfer zur richtigen Zeit, wir haben unsere Lehren daraus gezogen«. Nicht nur wegen des Hinspielergebnisses möchte Pausch freilich am Sonntag gewinnen.

Restprogramm: Den größten »Patzer-Faktor« gibt es beim Petterweiler Gastspiel in Ober-Rosbach (zehn Siege in 13 Rückrundenspielen). In Ilbenstadt zum Abschluss ist der VfB ebenso klarer Favorit wie die Türken in Burg-Gräfenrode und gegen Bad Vilbel II.

Aufstiegsdruck: Beide Trainer gehen die Sache entspannt an. Petterweil, weil »wir unsere Lockerheit behalten wollen. Wir haben alle Trümpfe in der Hand, aber alle sehen das relaxt. Wir müssen nicht aufsteigen«, sagt Pausch. Sein Gegenüber sieht es ähnlich: »Wir sind auch mit der Saison zufrieden, wenn wir die Meisterschaft verpassen. Wir wollten einen einstelligen Tabellenplatz, das haben wir erreicht. Es läuft gerade daher so gut, weil wir keinen Druck haben«. Eins ist jedoch klar: Steht man so lange wie diese beiden Vereine so weit oben in der Tabelle, will man dort bleiben und das maximal Mögliche erreichen. Und das ist aus heutiger Sicht für beide Teams die Meisterschaft. Auch wenn Can glaubt, dass Petterweil nicht mehr patzen werde.

Bedeutung des Sonntag-Spiels: Für Özkan Can ist klar: »Wir müssen alles versuchen und daher auf Sieg spielen«. Pausch kann aufgrund der Tabellensituation auch mit einem Remis leben. »Gerne wollen wir aber natürlich die Meisterschaft klarmachen«.

Stärken des Gegners: Can nennt hier die Kampfstärke der Petterweiler sowie Torjäger Kemen und den langen Begovic. Pausch verweist auf eine »junge, technisch beschlagene Truppe«, ohne jemand herausheben zu wollen. »Generell habe ich großen Respekt vor dem, was Özkan und seine Mitstreiter aufgebaut haben«.

Kader: Während der Türkische SV nur auf seinen letztmals gesperrten Spielertrainer verzichten muss, stehen bei Petterweil Fragezeichen hinter Biljgin Begovic, Christopher Voss, Dominik Puth, Gianluca Campagna; Jerome Wittmann (Haarriss an der Leiste) fällt definitiv aus. »Wir sind immer eine kleine Wundertüte«, sagt Pausch.

Fazit: Petterweil hat aufgrund des Vier-Punkte-Polsters den ganz großen Vorteil, nicht gewinnen zu müssen. Für den Türkischen SV spricht die Heimstärke (erst eine Niederlage) und die personelle Ausstattung. Was schwerer wiegt und wer letztlich die bessere Tagesform sowie das Quäntchen Glück hat, wird sich erst am Sonntag im Laufe der Partie zeigen. Michael Wiener

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