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Klopsch wieder Deutsche Meisterin

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Christiane Klopsch jubelt nach dem Triumph in Ulm.	(Foto: Görlitz)
Christiane Klopsch jubelt nach dem Triumph in Ulm. (Foto: Görlitz) © Ralf Görlitz

Christiane Klopsch hatte gebissen, gefightet, war zweimal an der Hürde hängengeblieben und hat eine Schramme am Knie davongetragen. Doch nach 56,13 Sekunden fiel sie erleichtert ins Ziel und konnte die Glückwünsche der Konkurrentinnen entgegennehmen.

(mw) Mit einer starken Leistung über 400 Meter Hürden hat sich die Langsprinterin von der LG Ovag Friedberg-Fauerbach zum zweiten Mal nach 2011 in Kassel in Ulm den Deutschen Meistertitel über ihre Spezialstrecke gesichert.

»Ich bin unglaublich erleichtert, dass es wieder geklappt hat. Ich hatte schon etwas Bammel, dass es in die Hose geht«, bilanzierte die 23-Jährige. Unterdessen erreichte bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften Felix Göltl etwas überraschend den Endlauf über 200 Meter, die LG-Staffel wurde guter Sechster und die Jugendlichen des TV Rendel überzeugten über 3x1000 Meter.

Mit über einer Sekunde Vorsprung in der Meldeliste war Klopsch an den Start gegangen und hatte bereits im Vorlauf alles auf eine Karte gesetzt. Vor 10 000 Zuschauern im Ulmer Donaustadion wollte sie die Norm für die Europameisterschaften in Zürich angreifen. Diese steht bei 55,90 Sekunden, zwölf Hundertstelsekunden fehlten der LG-Athletin damit. Zwar legte Klopsch den Soloritt an der Spitze des Feldes hin, verpasste aber die Norm in 56,96 Sekunden deutlich.

»Knackpunkte waren der starke Gegenwind auf der Gegengerade und die neunte Hürde, wo ich fast abstoppen musste«, sagte Klopsch, die trotz Kraftverlust klare Favoritin für das Finale am Sonntag war. Dort biss sich die Olympiateilnehmerin von 2012 durch. Sie zeigte zwar keinen technisch perfekten Lauf, stellte auch schon früh ihren Rhythmus um – hatte sich ihre Kraft aber sehr gut eingeteilt. Ohne große Fehler lief sie in 56,13 Sekunden über die Ziellinie und durfte sich in Ulm von 15 000 Zuschauern feiern lassen. »Hinten habe ich mich sehr stabil gefühlt. Das Finalfeeling hat mich angetrieben. Ich bin froh über den Titel. Eine Norm in diesem Meisterschaftsrennen von vorne zu laufen, war sehr schwierig«, sagte Klopsch, die sich keineswegs enttäuscht zeigte, die geforderte Zeit nicht unterboten zu haben.

Im Gegenteil: Klopsch hofft, dennoch auf den EM-Zug aufspringen zu können. »Vielleicht drückt der Deutsche Leichtathletik-Verband ein Auge zu. Ich bin gut platziert in der europäischen Bestenliste und habe eine konstante Saison über die Hürden gezeigt«, hofft Klopsch auf eine Nominierung für Zürich (12. bis 17. August) in dieser Woche.

Das war ihr gestern aber erstmal alles egal, die Freude über den Titel überwog deutlich. Diesen gewann sie übrigens mit 1,07 Sekunden Vorsprung.

Einen Platz nach vorne im Vergleich zur Meldeliste lief die LG-Staffel über 4x100 Meter. In 41,21 Sekunden kamen die Läufer zwar nicht an die Zeit von den Süddeutschen Meisterschaften heran und verpassten auch das Ziel, unter 41 Sekunden zu laufen. Dennoch war LG-Sportwart Volker Weber mit dem Auftritt zufrieden. »Wir sind Sechster geworden, mehr ist aktuell kaum möglich«.

Mit zwei sehr guten und einem schlechten Wechsel liefen der 45-jährige Bernd Schauwecker, der 19-jährige Lars Hieronymi sowie die beiden LG-Topsprinter Michael Pohl und Felix Göltl auf Rang sechs.

Einen starken Auftritt legte Michael Pohl über 100 Meter hin, war allerdings dann von großem Pech betroffen. Zunächst steigerte er seine Bestzeit im Vorlauf um eine Hundertstel auf 10,41 Sekunden und prophezeite für das Halbfinale eine weitere Steigerung. Doch dort zuckte ein Konkurrent auf der Nebenbahn, Pohl war irritiert – und ging zu früh aus dem Block. Er wurde disqualifiziert, sein Konkurrent blieb im Wettbewerb.

»Eine Fehlentscheidung, wie der Schiedsrichter nach Ansicht der Kamerabilder später zugab«, ärgerte sich Pohl, der nun die ewige Nummer fünf in der hessischen Bestenliste ist. Ebenfalls ins Halbfinale kam Felix Göltl, der mit 10,45 Sekunden zunächst fast seine Saisonbestzeit erreichte. Im Halbfinale legte er 10,49 Sekunden nach und verpasste das Finale der acht schnellsten deutschen Sprinter. Volker Weber sagte dazu: »Wir haben ein sehr gutes Niveau an der Spitze, das zeigt nicht nur der Deutsche Rekord von Julian Reus. Da ist es für uns sehr schwer, über das Halbfinale hinauszukommen. Beide Jungs haben sehr gute Leistungen gezeigt«.

Kurz nach der Staffel gaben Felix Göltl und Michael Pohl über 200 Meter noch einmal Gas. Göltl lief in 21,02 Sekunden als Fünftschnellster ins Finale. Dort kam er in 21,39 Sekunden auf Rang sechs. Pohl rannte in 21,18 Sekunden zu einer Bestzeit, verpasste aber als Zehnter das Finale um acht Hundertstel.

Ein gelungenes Debüt bei Deutschen Meisterschaften feierte die junge U20-Langstaffel des TV Rendel über 3x1000 Meter. Die drei TVRler können allesamt noch zwei Jahre in dieser Altersklasse starten, hatten aber die Qualifikationsnorm knapp erfüllt. Um ein Wörtchen im Kampf um die zwölf Finalplätze mitreden zu können, war es allerdings noch zu früh. Florian Hufer legte eine Zeit unter 2:40 Minuten vor und wechselte als Fünfter im zweiten der zwei Vorläufe.

Sein Temakollege Felix Heine verlor etwas an Boden und wechselte nach rund 5:23 Minuten auf Marc Tortell. Der schnellste Rendeler konnte allerdings die Lücke von über 50 Meter zum Vordermann nicht zulaufen. Pech für die Rendeler war, dass im ersten Lauf drei Staffeln nur vier oder weniger Sekunden schneller waren, darunter auch die besten Hessen aus Gießen. Tortell lief im Alleingang rund 2:33 Minuten, vier Sekunden langsamer als seine Bestzeit.

Insgesamt kamen die Rendeler in 7:56,77 Minuten auf Rang 17 und steigerten sich damit um rund sechs Sekunden gegenüber den Hessischen Meisterschaften von Wehrheim.

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