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Unumstrittene Nummer eins: Jung-Nationaltorhüter Till Klimpke hat als »Local Hero« seinen Vertrag bei der HSG Wetzlar bis 2025 verlängert.

Klimpke-Effekt soll pushen

  • Ralf Waldschmidt
    vonRalf Waldschmidt
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Das erste Pflichtspiel 2021. Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar erwarten die TSV Hannover-Burgdorf. Die Vertragsverlängerung von Publikumsliebling Till Klimpke soll einen zusätzlichen Push geben. Der Jung-Nationaltorhüter bleibt bis 2025.

Einen Tag vor dem Bundesliga-Duell mit der TSV Hannover-Burgdorf (heute, 19 Uhr, Rittal Arena, live auf Sky) hat Handball-Erstligist HSG Wetzlar die Exklusivpersonalien Danner/Ivanisevic dieser Zeitung vom Mittwoch weder bestätigt noch dementiert, dafür aber mit einer emotional weitaus bedeutsameren Nachricht für Aufmerksamkeit gesorgt: Till Klimpke, Eigengewächs und Jung-Nationaltorhüter, erliegt (noch) nicht dem Ruf großer Clubs. Im Gegenteil, der 22-Jährige hat seinen ohnehin bis Juni 2023 datierten Vertrag sogar vorzeitig bis Juni 2025 verlängert. Allerdings ist wie in den Fällen Lindskog und Fredriksen davon auszugehen, dass in den Kontrakt eine Ausstiegsklausel implementiert ist. In jedem Falle dürfte die Klimpke-Meldung dem Team für die heutige Heimpartie einen Push geben.

Klimpke verlängert: Jung-Nationaltorhüter Till Klimpke hat seinen Vertrag bei seinem Heimatverein vorzeitig um zwei weitere Jahre bis Ende Juni 2025 verlängert. Mit der Vertragsverlängerung konnten die HSG-Macher eine der wichtigsten Personalentscheidungen für die Zukunft klären. »Till hat in den vergangenen drei Jahren eine wahnsinnig tolle Entwicklung genommen. Trotz seiner erst 22 Jahre ist er bereits die Nummer eins im Tor, einer unserer Schlüsselspieler und Identifikationsfigur. Ich bin mehr als froh, dass wir uns gegenseitig Planungssicherheit geben konnten. Till hat ein enormes Potenzial und wir glauben fest an seine Perspektive, auch in der deutschen Nationalmannschaft«, so Geschäftsführer Björn Seipp in einer Pressemitteilung.

Bereits im September 2017 absolvierte der damals frischgebackene deutsche A-Jugend-Meister sein erstes Bundesliga-Spiel für die HSG Wetzlar. Es folgten bis heute genau 100 weitere Erstliga-Einsätze. Sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft feierte Klimpke im Juni 2019 bei einem EM-Qualifikationsspiel in Israel.

Bereits seit seinem 14. Lebensjahr arbeitet Klimpke mit Wetzlars Co- und Torwarttrainer Jasmin Camdzic zusammen: »Die Vertragsverlängerung ist eine sehr intelligente Entscheidung von beiden Seiten. Till hat nicht nur die grün-weiße DNA, er weiß auch sehr zu schätzen, was er hier hat und erkannt, dass er bei der HSG Wetzlar die besten Voraussetzungen vorfindet, um in Ruhe weiter an seinen nächsten Zielen zu arbeiten, nämlich ein national und international anerkannter Torhüter zu werden und zu einem Spitzenverein zu wechseln«, so Camdzic auf der HSG-Homepage. Till Klimpke in der Veröffentlichung: »Ich bin wirklich sehr froh, auch in den kommenden Jahren für meinen Heimatverein spielen zu dürfen. Ich bin hier aufgewachsen, meine Familie und meine Freunde leben hier und die HSG Wetzlar liegt mir total am Herzen.«

Der Restart: Die Partie gegen Hannover-Burgdorf ist für Wetzlar die erste im Jahr 2021, nachdem die Spiele gegen Erlangen (WM-Klausel) und in Nordhorn (Corona-Verdachtsfall) verlegt werden mussten. Die Niedersachsen indes haben ihr erstes Match bereits hinter sich, am letzten Wochenende setzte es gegen Titelanwärter SG Flensburg/Handewitt eine deutliche 26:33-Heimniederlage. Mit 14:18 Punkten liegt die im Umbruch befindliche Mannschaft von Trainer Carlos Ortega bereits drei Zähler hinter der HSG Wetzlar (17:15), die die »Recken« im Falle eines Sieges also bereits auf fünf Punkte distanzieren könnte.

Die Ausgangslage: »Ich werde erst ruhig schlafen, wenn wir 28 Punkte haben«, steht für Wetzlars Trainer Kai Wandschneider trotz der bislang einmal mehr herausragenden Saisonleistung bei 22 noch zu absolvierenden Spielen der Kampf um den Klassenerhalt unvermindert im Fokus. Die Trainingsleistungen und - bedingungen der letzten Wochen waren - so der Coach - »richtig gut, ich hoffe, das zahlt sich im weiteren Verlauf der Saison aus«. Personell gehen die Grün-Weißen erstmals seit Jahren ohne größere Sorgen in die zweite Halbserie.

Das Team des Trainergespanns Ortega/Romero möchte sich in den nächsten Wochen zuerst einmal aller Abstiegssorgen entledigen. Das Tabellenbild ist zwar extrem schief, weil so viele Teams eine so unterschiedliche Anzahl an Spielen absolviert haben, aber der Abstand in den Keller beträgt nur sechs Zähler. »Wir sind nicht so naiv, dass man da nicht drauf guckt«, sagt TSV-Sportchef Sven-Sören Christophersen in der HAZ über das Jahr zwei des mit nunmehr elf Abgängen vollzogenen Verjüngungskurses, »wir sehen aber, dass unsere Leistungskurve deutlich nach oben zeigt. Deswegen werden wir zeitnah mit der Thematik nichts mehr zu tun haben.« Mittlerweile gehören sieben (!) Talente aus dem eigenen Nachwuchs dem Erstliga-Kader der Burgdorfer an.

Personell stellt sich bei den »Recken« die Frage, ob der mazedonische WM-Fahrer Filip Kuzmanovski nach seiner Corona-Quarantäne wieder einsatzbereit ist. Gegen Flensburg/Handewitt vermisste Wetzlars Coach Kai Wandschneider bei seinem Videostudium über weite Strecken die Rückraumspieler Fabian Böhm und Alfred Jönßon auf dem Parkett, geht aber »fest davon aus, dass sie gegen uns wieder verstärkt zum Einsatz kommen«.

Die Prognose: Die letzte Partie zwischen beiden Teams im November 2019 endete in der Rittal-Arena mit einem Unentschieden. Interessant dürfte der Vergleich der defensiven Wetzlarer 6:0- mit der offensiven 6:0-Deckung der Gäste werden. Die Formschwankungen der HSG Wetzlar im bisherigen Saisonverlauf waren indes weitaus geringer als die der Niedersachsen, die u. a. bereits gegen Tusem Essen, die Eulen Ludwigshafen und HBW Balingen/Weilstetten patzten, dafür aber die RN Löwen mit 36:30 deklassierten. Redaktionstipp demnach: 26:26.

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