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Mit Blick auf die Clubhaus-Terrasse: Bahn 9 des Golfclub Friedberg. (Foto: Nici Merz)

Saisonstart

Kleiner Ball, großer Sport - Das große Special zum Start in die Golf-Saison

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Spielerisches Vergnügen, sportlicher Wettkampf, Lebensfreude und Natur – Golf ist "in". Trotz aller Vorurteile. Mehr als 642 000 Menschen sind auf den 730 Golfanlagen in Deutschland unterwegs.

Die (Vor-)urteile sind vielfältig. Und mindestens ein Klischee kennt doch jeder. Versnobt. Elitär. Überteuert. Rentnersport. Ein Hobby der oberen Zehntausend, der Herren in Karohosen. All das gehört jedoch längst der Vergangenheit an. Der Golfsport befindet sich im Imagewandel, öffnet sich. Das kommunikative Miteinander, gesundheitliche und entspannende Aspekte und das zunehmend legere Freizeitvergnügen rücken in den Vordergrund. Mit mehr als 642 000 Mitgliedern steht der Deutsche Golf-Verband auf Rang acht der nationalen olympischen Spitzenverbände.

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Golf-Clubs bemühen sich vermehrt um "Willkommenskultur"

"In den letzten Jahren ist’s auf den Anlagen deutlich entspannter geworden. Die Club sind vielerorts bemüht, eine Willkommenskultur zu schaffen, zeigen sich deutlich offener", sagt Marc vom Hagen. Er ist als Geschäftsstellenleiter des Hessischen Golf-Verbandes auch in die Entwicklung und Arbeit an der Basis integriert. "Wenn einmal der perfekte Schlag gelungen ist, dann wird das schnell zur Sucht. Dann will man dieses Gefühl immer wieder genießen", beschreibt er die Faszination. Vom Hagen hat dieses Glücksgefühl schon oft erleben können. Er ist 19-facher Meister im Golf-Club Bad Nauheim sowie dreifacher und amtierender Hessenmeister der Herren. Kein andere Spieler hat den Titel öfter gewonnen. "Golfer haben nach einem schlechten Schlag viele Ausreden. Letztlich ist man immer für sich selbst verantwortlich", sagt er.

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Gründe, Golf zu spielen, gibt’s reichlich. "Golf ist vor allem ein Sport, der im Einklang mit der Natur stattfindet, die Geselligkeit fördert und hohe Konzentration fordert. Golf ist ein Spiel gegen sich selbst und gegen den Platz", beschreibt beispielsweise Michael Ernst seine Faszination. Ernst ist Präsident des Golfclubs Friedberg mit rund 850 Mitgliedern, die teils sportlich-ambitioniert, teils zum Freizeitspaß ihre Runden gehen, wie es im Jargon heißt.

Mehr als 120 Muskeln werden für das Golfspiel gebraucht

Golf fördert die Geselligkeit – und das nicht erst am oft zitierten 19. Loch, im Club-Restaurant. Eine 18-Loch-Runde dauert gerne mal vier Stunden und sie kann – nach Tagesform – auch mal die wahren Charaktereigenschaften eines sogenannten Flight-Partners aufzeigen; nach einem misslungenen Schlag beispielsweise.

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Golf steht zudem für Gesundheit. Mehr als 120 Muskeln werden bei einem Golfschwung beansprucht; bei korrekter Ausführung so schonend wie bei kaum einem anderen Sport. Im Vergleich zu den allermeisten Sportarten ist Golf ungefährlich und weist eine extrem niedrige Verletzungsrate auf. Und wer nicht glauben möchte, das Golf tatsächlich konditionell herausforderend ist, der sollte einfach mal eine Runde spielen. Von Wellness im Grünen ist in Bezug auf eine Golfrunde rasch die Rede. Frust und Freude liegen – je nach sportlichen Ambitionen – nahe beieinander. Unabhängig der Spielstärke, unabhängig des Alters und unabhängig einer Turnier- oder Freizeitrunde. Vom gelungenen Abschlag zum missglückten Putt ist es ein Spaziergang mit Hindernissen; mit Bäumen, Sträuchern, Sandbunkern oder Wasserhindernissen. Wen der Golfvirus allerdings einmal gepackt hat, den lässt er so schnell nicht los. Besser, länger, präziser geht’s schließlich immer.

Regionalliga-Start für Bad Nauheimer "Divot Devils" am 12. Mai in Wiesbaden

Im Clubleben spielen Turniere – und die anschließende gesellige Runde – eine zentrale Rolle. Im Verbandsspielbetrieb sind die Herren des GC Bad Nauheim die Vorzeigemannschaft. Die "Divot Devils", wie sie sich nennen, spielen in der viergeteilten Regionalliga, der dritthöchsten deutschen Spielklasse. Zum Einstieg in die Mannschaftswettkämpfe sind die Kurstädter am 12. Mai beim Golf-Club Main-Taunus in Wiesbaden zu Gast. Der Heimwettkampf ist für den 23. Juni terminiert. Am Saisonende wollen Vom Hagen und Co. zwei der vier konkurrierenden Mannschaften hinter sich gelassen haben, um den Klassenerhalt feiern zu können.

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