KSV Klein-Karben verteidigt den Hallenkreismeister-Titel

Der KSV Klein-Karben hat zum dritten Mal die Hallenfußball-Kreismeisterschaft gewonnen. Der Verbandsligist setzte sich im Finale mit 5:2 gegen den FC Ober-Rosbach durch. Dritter wurde im Friedberger Derby der SV Bruchenbrücken vor dem FCO Fauerbach.

Im Gegensatz zum veränderten Turnierablauf, der vor den Viertel- und Halbfinal-Duellen neue Auslosungen vor Ort beinhaltete und mit ganz wenigen Ausnahmen allenthalben für durchaus wünschenswert erachtet wurde, ließe sich im Rahmen der "Sparkassen Hallenmasters 2013" übers Niveau sicher trefflich streiten, doch in Sachen Spannung, Dramatik und engen Entscheidungen hatte die 26. Ausgabe der "Friedberger" Hallenfußball-Kreismeisterschaft mal wieder eine ganze Menge zu bieten.

16 der insgesamt 40 teilnehmenden Teams durften nach der harten Vorrunden-Qualifikation am vergangenen Freitag und Sonntag in der Friedberger Sporthalle am Seebach zur Zwischen- und Endrunde an den Start gehen, wobei sich nach 32 Partien die Fußballer des hierzulande ranghöchsten Klubs KSV Klein-Karben auch unterm schützenden Hallendach als das Maß aller Dinge erwiesen und ihren vor Jahresfrist errungenen Titel erfolgreich verteidigten.

Im Finale bezwang der Wetterauer Verbandsligist den Gruppenligisten FC Ober-Rosbach durch Treffer von Kadir Fil, Fabio Corso sowie des überragenden Selim Aljusevic (3) mit 5:2, sicherte sich damit nach 2009 und 2012 zum dritten Mal die regionale Hallenfußball-Krone und bestätigte seine Favoritenrolle eindrucksvoll. Verdienter Lohn für KSV-Trainer Thomas Biehrer und seine Leute: Aus den Händen von Reinhold Wintermeyer, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberhessen, erhielten die KSV-Cracks nicht nur den Sparkassen-Cup, den der Klub bis Ende Januar 2014 in der eigenen Vereins-Vitrine deponieren darf, sondern auch 400 Euro für die Mannschaftskasse sowie einen weiteren Siegerpokal. Pokale und Bares gab’s im Beisein von Torsten Becker (Vize-Präsident des Hessischen Fußball-Verbandes), Kreisfußballwart Thorsten Bastian (Rockenberg) und Vize-KFW Helmut Schmid (Bad Nauheim) auch für den unterlegenen Finalisten FC Ober-Rosbach (250) sowie für zwei "Friedberger" Kreisoberligisten, den Turnierdritten SV Bruchenbrücken (200 Euro) und den Vierten FC Olympia Fauerbach (150 Euro).

Als Sieger durften sich freilich auch andere Protagonisten fühlen: Erstens das Führungspersonal des Kreisfußballausschusses, denn Ansätze, den Hallenmasters wieder mehr Attraktivität zu vermitteln, waren unverkennbar. Zweitens die Sparkasse Oberhessen als Sponsor (1000 Euro an Siegprämien, vier schmucke Pokale und 16 Fußbälle für jene Teams, die die Zwischenrunde erreicht hatten) sowie drittens der für die Organisation und die Bewirtung verantwortliche KSV Klein-Karben, dessen viele fleißigen Helfer professionelle Qualitäten auf nahezu allen Ebenen erkennen ließen.

Rund 400 Zuschauer wurden am Freitag sowie etwa 350 am Sonntag von der Turnierleitung durchgehend auf dem Laufenden gehalten. Harald Wilke, Moritz Giesler, Patrick Goronzy, Alexander Jörg und Rudi May leisteten dort trotz räumlicher Enge ganze Arbeit. Ähnliche Tugenden offenbarten auch die Unparteiischen, auch wenn zuweilen aufkommende Hektik, die durch punktuell ausgesprochene Zeitstrafen allerdings schnell wieder verflog, die Gemüter ein wenig in Wallung brachte.

Derartige Vorkommnisse sind jedoch fundamentaler Bestandteil einer jeden Groß-Veranstaltung dieser Art, und eben deshalb gab’s auch an den Leistungen der Schiedsrichter nichts Gravierendes zu bemängeln. Lars Billasch (SV Ockstadt), Ingo Becker (FC Kaichen) und Dennis Becher (FSG Burg-Gräfenrode) pfiffen am Freitag genauso souverän wie sonntags dann Kevin Sürer (Türk Gücü Friedberg), René Schmidt (Spvgg. 08 Bad Nauheim) und Timo Rausch (TV Angersbach).

Gut zu wissen: Auch unterklassigen Mannschaften war es punktuell vergönnt, die Rangordnung der heimischen Fußballszene zu durchbrechen: Zwar scheiterte Inter Reichelsheim, der einzige B-Ligist, sieg- und punktlos in der Zwischenrunde (Gruppe C), und auch zwei der drei A-Ligisten – die Spvgg. 08 Bad Nauheim sowie der Bad Vilbel-Bezwinger SG Wohnbach/Berstadt – mussten früh die Segel streichen.

Doch als überlegener Sieger der Zwischenrunden-Gruppe A packte es die KSG 1920 Groß-Karben immerhin ins Viertelfinale, in dem für die Clarius-Truppe allerdings gegen den FC Ober-Rosbach, den die Groß-Karbener in der Zwischenrunden-Partie noch bezwungen hatten, Feierabend war.

Dass der A-Ligist dennoch zu den positiven Überraschungen zählte, beweist die Turnierstatistik, zumal andere Vereine, denen man ein besseres Abschneiden zugetraut hatte, weit weniger boten: Der FV Bad Vilbel, fünffacher Cup-Gewinner, flog früh raus – dem SV Teutonia Staden und dem letztjährigen Hallen-Vizemeister SV Steinfurth erging es nicht besser. Demgegenüber stand der überraschende Halbfinal-Vorstoß des Kreisoberligisten SV Bruchenbrücken, dessen ganz besonderer Coup, der sichere 3:0-Viertelfinalerfolg über den klassenhöheren SV Nieder-Wöllstadt, nicht unbedingt erwartet worden war. Und auch der FC Olympia Fauerbach wusste sich nachhaltig ins Szene zu setzen: 6:5-Sieg über den Rekord-Hallenkreismeister SV Nieder-Weisel in der Runde der letzten acht Klubs nach dem einzigen, notwendig gewordenen "Shoot-out" – wer hätte das gedacht?

Sehr erfreulich: Torlose Unentschieden, die niemand sehen will, blieben außen vor. Und mit Resultaten, die fußballspezifisch aus dem Rahmen fielen, brauchte man sich nur in drei Fällen zu befassen, denn beim Ilbenstädter 8:2-Sieg über die SG Wohnbach/Berstadt, beim 5:5-Remis zwischen der Spvgg. 08 Bad Nauheim und dem FC Nieder-Florstadt sowie beim Ober-Rosbacher 7:3-Viertelfinalerfolg über die KSG 1920 Groß-Karben klingelte es in 15 Minuten nicht weniger als zehn Mal.

Stünde man vor dem schwierigen Unterfangen, den besten Turnierspieler benennen zu müssen, würde mit Michael Kornmesser vom FC Olympia Fauerbach ein Torwart, der mit spektakulären Paraden brillierte, gewiss zur engeren Wahl zählen. Besser in Szene setzte sich eigentlich nur Klein-Karbens Techniker Selim Aljusevic – mit elf Turniertreffern Garant der KSV-Titelverteidigung. (ub)

Weitere Texte, Bilder und Eindrücke sowie ein Kommentar finden Sie in unserer Montag-Ausgabe.

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