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KSV Klein-Karben: »Der Zug fährt ohne uns ab«

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Ernüchterung im Lager des KSV Klein-Karben: Anstatt mit einem Sieg über den FC Alsbach weiterhin auf Tuchfühlung zur Spitzengruppe zu bleiben, handelte sich der heimische Verbandsligist gestern Nachmittag auf dem Günter-Reutzel-Sportfeld gegen die Südhessen eine nicht eingeplante 0:1 (0:0)-Heimniederlage ein und muss seine Hoffnungen auf eine Spitzen-Position mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit begraben. »Vorne fährt der Zug wohl ohne uns ab«, meinte Klein-Karbens Fußball-Abteilungsleiter Harald Wilke.

Auf der Suche nach Gründen für die erste Heimpleite seit dem 19. Oktober vergangenen Jahres (1:3 gegen Oberrad) gab’s für KSV-Coach Thomas Biehrer nichts zu beschönigen: »Die Niederlage mag zwar ein wenig unglücklich gewesen sein, aber im Grunde genommen haben wir nie ins Spiel gefunden«. Alsbach sei hingegen mit Herzblut bei der Sache gewesen: »Die kämpfen um den Klassenerhalt und gingen dem entsprechend engagiert zur Sache«.

Schon die Anfangsphase verlief anders, als man erwarten durfte. Von kontrolliertem Spielaufbau konnte seitens der Gastgeber, die mit Fabio Corso für den gesperrten Steffen Janke auf der linken Abwehrseite sowie Mark Nowak im zentralen defensiven Mittelfeld begannen, jedenfalls keine Rede sein. Alsbach machte die Räume eng, ließ den KSV-Technikern keinen Raum zum Kombinieren und probierte es selbst vorwiegend mit langen Bällen aus der eigenen Abwehr. Das sah nicht schön aus, erzeugte jedoch den gewünschten Zweck.

Klein-Karbener Offensiv-Aktionen, die Zählbares hätten bringen können, waren nämlich spärlich gesät und beschränkten sich auf Lukas Gärtners Versuch (16. – über den Querbalken), Fatih Uslus verunglückten Schuss aus kurzer Distanz (28. – Pass Corso) sowie auf die vor der Pause größte Gelegenheit in der 37. Minute, als FC-Keeper Schneider einen Uslu-Freistoß aus dem Eck fischte und Außenverteidiger Wanitschek den Nachschuss Gärtners von der Linie kratzte. Auf der Gegenseite wurde es für Klein-Karbens Torwart Masar Qosa nur einmal so richtig brenzlig, als er einen kapitalen Remmers-Freistoß per Faustabwehr parierte (15.).

Halbzeit zwei bot zunächst keine grundlegenden Änderungen: Man neutralisierte sich im Mittelfeld – Spielfluss wollte partout nicht aufkommen. »Wer das erste Tor schießt, gewinnt das Spiel«, machte unter den rund 120 Zaungästen die Runde. Diesbezüglich hätte der KSV Klein-Karben um ein Haar Vollzug melden können. Aber eben nur um ein Haar, denn Willy Eiflers Kopfball, ermöglicht durch Selim Aljusevics Ecke, wurde in der 57. Minute vom Torpfosten ausgebremst.

20 Minuten später hatten die Alsbacher mehr Glück, denn eine Standard-Situation brachte ihnen die Führung: Nach einem Foul gegen den eingewechselten Gencer entschied Referee Oliver Wach (Hattersheim) auf Freistoß für den FC, Christian Remmers nahm aus 25 Metern genau Maß und ließ Qosa mit einem platzierten Flachschuss ins linke Eck keine Abwehrchance.

Klar, dass die Biehrer-Elf in der noch verbleibenden Spielzeit alles auf eine Karte setzte. Fatih Uslu blieb mit einem Schrägschuss gegen Schneider, der prima parierte, nur zweiter Sieger (88.), und auch der eingewechselte Christopher Wilz (in der Nachspielzeit abgedrängt) fand nicht die Lücke. Am Ende triumphierten Alsbachs Coach Stephan Lerch und seine Mannschaft. Einziger Wermutstropfen für die Südhessen: Für Mittelfeldspieler Ricardo Zocco war schon nach 15 Minuten mit Verdacht auf Kreuzbandriss und nachfolgenden Abtransport ins Krankenhaus Feierabend.

Doch auch Klein-Karben tangierten Personalsorgen, die nach der achten Saisonniederlage nicht kleiner geworden sind: Neben Janke (gesperrt), Wolf (Kahnbeinbruch) und Kahsai Ghebrezghi fällt nächsten Samstag in Jügesheim möglicherweise auch Fabio Corso aus, der nach 55 Minuten das Feld verletzungsbedingt räumen musste.

KSV Klein-Karben: Qosa – Gültekin, Eifler, Kunisch, Corso (55. El Fechtali) – Kaya, Nowak (85. Gramowski) – Gärtner (57. Wilz), Kadir Fil, Aljusevic – Fatih Uslu. – FC Alsbach: Schneider – Mohr, Peter, Fricker, Wanitschek – Heß, Horst – Zocco (18. Kubatz), Lerchl (74. Manga Mbou), Remmers – Nauth (74. Gencer).

Tor: 0:1 (83.) Remmers.

Schiedsrichter: Oliver Wach (Hattersheim). – Zuschauer: 120. Uwe Born

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