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Klassenerhalt in eigenen Händen

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(kas) Mit dem Sieg bei Eintracht Frankfurt II, einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf, hat der VfL Bad Nauheim seine Chance auf den Verbleib in der 2. Hockey-Verbandsliga Hessen gewahrt. Die Kurstädter schlugen die Frankfurter nach einer spektakulären Leistung mit 5:2 (3:0).

Große Zuversicht wollte angesichts eines geschwächten Kaders vor dem Spiel nicht aufkommen, hatten sich die Frankfurter doch mit einigen Spielern verstärkt, die in der letzten Saison noch in der Oberliga aktiv gewesen waren. Der VfL Bad Nauheim musste seinerseits unter allen Umständen gewinnen, um die theoretische Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Trotz dieses Drucks fand der VfL von Beginn an die richtige Einstellung, spielte konzentriert, dynamisch, kampfstark und nahezu fehlerlos. Christian Anders und Christian Güldener schockten mit ihren Treffern die Eintracht sichtlich, denn schon nach zwei Minuten stand es 2:0 für die Gäste. »Dann versuchte die Eintracht, mit unfairen Mitteln dagegen zu halten«, berichtete VfL-Trainer Peter Scheunemann. »Einer der Stürmer hat einen unserer Verteidiger immer wieder mit Stockstichen traktiert, wurde dann aber vom Schiedsrichter gebremst.«

Die VfL-Chancenverwertung war allerdings enttäuschend. Eine Vielzahl von Angriffen wurde uneffektiv abgeschlossen, ehe das 3:0 durch Hans Reckhaus (17.) zum klaren Pausenvorsprung markiert werden konnte. Die Führung zur Halbzeit war hoch verdient, denn die Nauheimer Abwehr war sehr aufmerksam und ließ kaum nennenswerte Anspiele an den eigenen Schusskreis zu. Torwart Marc Meier wurde denn auch nur selten geprüft, war aber stets auf dem Posten, wenn es doch etwas zu tun gab.

Nach Wiederanpfiff mobilisierte die Eintracht noch einmal alle Kräfte, doch die Nauheimer knüpften an der Leistung der ersten Halbzeit an. Nur Tore wollten für die Gäste nicht mehr fallen. Den einzigen wirklichen Abwehrfehler der VfL-Defensive nutzte Frankfurt Mitte der zweiten Halbzeit dann zum 1:3 (42.), kurz darauf verwandelten die Hausherren eine Strafecke eiskalt zum 2:3 (44.)-Anschluss. Bei VfL-Trainer Peter Scheunemann wurden Erinnerungen an die letzten beiden Partien wach, in denen in der zweiten Halbzeit auch nichts mehr ging. Aber die Gäste bewiesen Moral und erholten sich von dem Doppelschlag. Christian ‚Harry’ Anders tankte sich auf der linken Seite über die Grundlinie durch und brachte den Ball ins Tor - 4:2 (53.

) für den VfL. Fünf Minuten vor Schluss wechselte die Eintracht dann ihren Torwart gegen einen sechsten Feldspieler aus; Nauheim zog sich daraufhin in die eigene Hälfte zurück. Während die VfL-Spieler clever die Zeit runter spielten, ließen sie mit höchster Konzentration alle Angriffsbemühungen der Frankfurter verpuffen. In den letzten Sekunden schnappte sich Christian Güldener den Ball, konterte und schob zum 5:2-Endstand ins leere Eintracht-Tor ein.

Großer Jubel und eine ebensolche Erleichterung herrschten nach dem Abpfiff auf Nauheimer Seite. »Das war unser bestes Saisonspiel«, freute sich Scheunemann. »Die Offensive hat ein tolles Rückzugsverhalten gezeigt, die Defensive war herausragend. Wenn wir immer so gespielt hätten, würden wir bestimmt nicht hier unten stehen.«

Da die Eintracht ihre letzte Partie gegen TGS Vorwärts Frankfurt verloren hat, haben die Nauheimer den Klassenerhalt nun in den eigenen Händen. Am Sonntag um 10 Uhr empfängt der VfL den THC Höchst II in der KBS-Sporthalle. Mit einem Sieg über Höchst können die Badestädter in der Tabelle mit der Eintracht Frankfurt die Plätze tauschen und die 2. Verbandsliga halten.

VfL Bad Nauheim: Meier; Steudel, Weber, Müller, Rummer, C. Anders, M. Anders, Güldener, Walka, Reckhaus.

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