Fußball

Kickers Offenbach: Auf den Schock folgt Verärgerung

  • vonred Redaktion
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(jm). Erst Schockstarre, dann Frust und Verärgerung. So veränderte sich die Gemütslage bei Mannschaft und Verantwortlichen des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach nach einem denkwürdigen Freitag, an dem um 19 Uhr das Spiel bei der TSG Balingen angesetzt war, und um 16.25 Uhr abgesagt wurde. Ein Spieler der TSG hatte am Freitag einen positiven Corona-Test erhalten, woraufhin das für ihn zuständige Gesundheitsamt Tübingen die Empfehlung gab, die Partie abzusagen. Das Amt für öffentliche Ordnung setzte die Begegnung ab.

OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik war zunächst schockiert, am Abend dann richtig sauer. "So kann das nicht gehen", sagte er zu den Vorgängen in Balingen. "Wir haben im Vorfeld der Saison mit der Regionalliga klar abgesprochen, dass wir proaktiv mit den Gesundheitsämtern in Kontakt treten sollen." Laut Aussage des Balinger Geschäftsführers Jan Lindenmair hatte bei einem Spieler seit Sonntag Verdacht auf eine Corona-Infektion bestanden. Am Dienstag erfolgte der Test des U 23-Spielers, der auch mit der ersten Mannschaft der TSG trainiert hatte. Das Ergebnis habe er laut Lindenmair erst am Freitag erhalten. Der OFC sei stets in den Prozess eingebunden gewesen, sagte er - erstmals am Mittwochl.

Sobotzik bestritt das vehement. "Wir wussten nichts, erst um 14 Uhr haben wir erstmals davon gehört." Die Mannschaft, die bereits am Tag zuvor ins rund 300 Kilometer entfernte Balingen angereist war, erfuhr durch Trainer Angelo Barletta kurz vor der Abfahrt zum Stadion von der Absetzung. Gemeinsam mit dem Hotel organisierte das OFC-Trainerteam kurzfristig einen Platz in der Nähe. "So konnten wir wenigstens trainieren", meinte Barletta, der der Mannschaft ein großes Lob aussprach: "Wenn du so auf das Spiel konzentriert bist und dann von einer Absage hörst, ist das für den Kopf ganz schwer. Umso besser war die Reaktion im Training. Das war eine sehr saubere, seriöse Trainingseinheit", lobte er. Nach gemeinsamem Duschen und Abendessen im Hotel, das "super reagiert habe", so Barletta, fuhr die Mannschaft mit dem Trainerteam zurück nach Offenbach. "Das ist ein Wahnsinn", meinte der OFC-Trainer, der sichtlich um Worte rang. Kickers Offenbach beauftragte nun Rechtsanwalt Horst Kletke damit, "nach der weder regel- noch satzungskonformen und von der TSG Balingen selbst herbeigeführten Absage des Spiels Schadenersatz in sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht geltend zu machen". Das teilte OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik mit. "Wir können das Offenbacher Verhalten nicht verstehen", betonte derweil Lindenmair: "Der Spieler zeigt zudem offensichtliche Symptome, da würden wir uns etwas mehr Solidarität wünschen."

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