Denise Höhne (l.) und Regina Gödde sind zwei von drei Rodheimer Spielerinnen, die für die Ü50-Volleyball-Nationalmannschaft der Damen auflaufen.
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Denise Höhne (l.) und Regina Gödde sind zwei von drei Rodheimer Spielerinnen, die für die Ü50-Volleyball-Nationalmannschaft der Damen auflaufen.

Hochklassige Gäste

Kennenlernen auf dem Spielfeld: Ü50-Volleyball-Nationalmannschaft der Damen zu Gast in Rodheim

  • Philipp Keßler
    VonPhilipp Keßler
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Drei Tage in der Wetterau und vier Spielerinnen aus der Wetterau - Rodheim war am Wochenende das Zentrum der deutschen Ü 50-Volleyball-Nationalmannschaft der Damen, die sich dort auf die EM in Spanien Anfang Oktober vorbereitet hat.

Sie kamen aus München, Köln, Berlin, Saarbrücken, Kassel - und der Wetterau: Die Ü 50-Volleyballnationalmannschaft der Damen hat am vergangenen Wochenende ein dreitägiges Trainingslager im Sportzentrum des Rosbacher Stadtteils absolviert. Denn: Die dort heimische SG Rodheim stellt mit Sandra Gransberger, Regina Gödde und Denise Höhne gleich drei Akteurinnen, außerdem mit Martina Becker eine der beiden Assistentinnen von Bundestrainer Michael Wernitz. Normalerweise ist das Quartett für die zweite Mannschaft der Rodheimerinnen in der Landesliga aktiv, außerdem zuletzt zweifacher deutscher Meister in der Altersklasse Ü 49. Zudem war es nach dem Trainingslager der frisch gegründeten Ü 40-Nationalmannschaft vor einigen Wochen in Waldgirmes die zweite Stippvisite einer deutschen Auswahl in der Region.

Drei Tage Trainingslager für 13 Spielerinnen plus Trainerstab im Sportzentrum der SG Rodheim

13 von 14 Spielerinnen aus dem Bundeskader fanden den Weg am Freitagnachmittag nach Rodheim, wo zunächst eine Trainingseinheit auf dem Plan stand. Es folgten zwei weitere am Samstag sowie ein Testspiel gegen das Regionalliga-Team des TV Waldgirmes II, das mit 3:1 gewonnen wurde, am Sonntag. Die größte Herausforderung für die neu formierte Truppe: »Viele haben schon irgendwann einmal gegeneinander gespielt, aber noch nie zusammen«, erklärt Becker. »Aber man merkt die teilweise hochklassige Erfahrungen, denn wenn man als Trainerin Anweisungen gibt, werden sie schnell umgesetzt.«

Normalerweise für die zweite Mannschaft der SG Rodheim II aktiv, bei der Ü50-Nationalmannschaft als eine von zwei Co-Trainerinnen dabei: Martina Becker.

Gespickt mit ehemaligen Nationalspielerinnen sowie Akteurinnen mit Erfahrungen auf Bundes- bis Regionalliga-Ebene ging es an den drei Tagen vor allem um die Mannschaftstaktik, individuell muss ohnehin jeder für sich selbst trainieren. Dass es noch Abstimmungsbedarf gibt, zeigte das Testspiel, dass das deutsche Nationalteam trotz des teilweise deutlichen Altersunterschiedes am Ende aber klar gewann. »Man hat gemerkt, dass Waldgirmes selbst noch nicht richtig wieder im Training ist, aber wir wurden auch von Satz zu Satz besser. Der Altersunterschied macht sich zwar schon bemerkbar, aber die Älteren müssen sich auch oftmals nicht so viel bewegen, weil sie die Erfahrung und das Auge haben«, sagt Becker.

Voller Fokus auf die EM Anfang Oktober auf Mallorca - Weitere Trainingseinheiten geplant

Nach der Absage des Senioren-Weltcups in Griechenland aufgrund der Coronavirus-Pandemie vor Kurzem liegt der Fokus nun voll auf den European Veteran Championship (4. bis 9. Oktober) auf Mallorca. Und da rechnen sich die Rodhei-merinnen und ihr Team einiges aus, schließlich sind sie mit rund zwei Drittel der aktuellen Besetzung zuletzt Zweite beim »Global Cup«, der inoffiziellen WM, in Utah/USA gewesen. Aber: Aus Mangel an Mannschaften im Damenbereich ist diese inoffizielle EM für Ü 45-Teams ausgeschrieben, was es laut Becker schwer mache, die eigene Stärke im Vergleich einzuschätzen.

Sandra Gransberger ist wie ihre Teamkolleginnen nicht nur für die zweite Damenmannschaft der SG Rodheim aktiv, sondern auch für die Ü49-Auswahl, die zuletzt zweimal die deutsche Meisterschaft gewinnen konnte.

Für den letzten Schliff geht es für das 2007 gegründete Team Mitte September noch einmal ein Wochenende nach Saarbrücken, eventuell wird zuvor auch noch ein Einladungsturnier gespielt. Becker ist voller Hoffnung: »Die Stimmung war super, schließlich kannten sich viele auch noch von früher. Dennoch ist es wichtig, zusammen auf dem Feld zu stehen.« Rodheim habe »eine Traum-Anlage für jeden Volleyballer«, die Veranstaltung samt Übernachtung und Verpflegung vor Ort sei »hervorragend organisiert« gewesen: »Besser hätte es nicht sein können«, sagt die Co-Trainerin am Tag danach zufrieden.

SG Rodheim startet im September in den Liga-Alltag

Übrigens: Während der Verband für Meldegebühren bei offiziellen Turnieren und Sponsoren für die Ausrüstung aufkommen, müssen die Spielerinnen Reisen und Unterkünfte aus eigener Tasche zahlen - »es ist eben auch dort Team-Arbeit«, sagt Becker. Doch das ist sie ja gewohnt: Für die SG Rodheim war sie gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen in der vorletzten Saison in die Landesliga aufgestiegen, der Saisonstart ist für dieses Jahr im September geplant, einen Tag vor dem Abflug nach Mallorca stehen zudem die südwestdeutschen Seniorenmeisterschaften an, bei denen die Ü 49-Auswahl der Rodheimerinnen erneut ihr DM-Ticket buchen will - in Zeiten der Pandemie ist eben alles enger getaktet. »Wer weiß, ob das alle stattfinden kann«, sagt Becker mit Blick auf die Pandemie - ist aber dennoch voller Hoffnung auf einen möglichst vollen Terminkalender nach so langer Wettkampfpause.

Auch deshalb hätten sie und ihr Team beim Trainingswochenende strengere Abstands- und Hygieneregeln als eigentlich nötig umgesetzt, um das Infektionsrisiko trotz einer großen Zahl an Geimpften innerhalb der Gruppe so gering wie möglich zu halten.

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