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Für Kinder bis 14 Jahre ist in Hessen der Sport in kleineren Gruppen erlaubt. Dies gilt im Freien, also auch auf Außensportanlagen. Im Handball regt man nun eine temporäre Rückkehr auf das Feld an, also zu den Wurzeln der Sportart. SYMBOLBILD: IMAGO

Keine Jubelstürme

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(sid). DOSB-Präsident Alfons Hörmann sieht einen »ersten Hoffnungsschimmer«, Fußball-Boss Fritz Keller hätte sich »mutigere Öffnungsschritte« gewünscht: Der Amateur- und Breitensport darf nach dem monatelangen Corona-Stillstand langsam wieder hochfahren, doch die zarten Lockerungen lösten an der Basis keine Jubelstürme aus.

»Ein erster Schritt ist gemacht. Der organisierte Sport kann bei aller weiterhin gebotenen Vorsicht allmählich wieder in Bewegung kommen und damit aktiv dazu beitragen, dass wir gemeinsam durch diese schwere Zeit kommen«, sagte DFB-Präsident Keller. In Bezug auf die 24 500 Fußball-Klubs hätte er sich aber mehr Mut von der Politik gewünscht. »Klare, umsetzbare Regelungen« seien nun nötig, um dem gesamten Amateurfußball »wieder flächendeckend eine Perspektive aufzuzeigen«.

Auch Hörmann sah in der Bewertung der Beschlüsse des Corona-Gipfels keinen Grund zur Euphorie. »Jetzt kommt es entscheidend darauf an, dass die Länder und die jeweiligen Kommunen die gebotenen Freiheitsgrade auch im Sinne des Sports nutzen«, so der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Es sind tatsächlich nur zarte Perspektiven, die von dem am Mittwochabend festgezurrten Stufenplan ausgehen. So dürfen ab kommendem Montag bei einer regional stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Menschen wieder bis zu zehn Personen in kleinen Gruppen kontaktfrei unter freiem Himmel Sport treiben.

Die hessischen Kabinettsbeschlüsse sahen gestern Folgendes vor: »Freizeit- und Amateursport ist entsprechend der erweiterten Kontaktregeln möglich, also mit bis zu zwei Haushalten mit höchstens fünf Personen.« Die Regel gilt ab kommenden Montag - ebenso wie: »Kinder unter 14 Jahren dürfen Sport unter freiem Himmel auch in Gruppen machen«, heißt es weiter in der Mitteilung des Landes.

Fußball frühestens ab 22. März möglich

Im nächsten Schritt könnten bei einer stabilen Inzidenz von unter 50 nach 14 Tagen ab 22. März auch wieder Kontaktsport im Freien wie Fußball sowie kontaktloser Sport im Innenbereich wie Turnen und Tennis ermöglicht werden.

»Für das langfristige Überleben der Vereine ist eine zeitnahe und unbürokratische Rückkehr auch zum Indoor-Sport zwingend notwendig«, heißt es in einer Stellungnahme des Deutschen Turner-Bundes, hinter dem DFB der mitgliederstärkste deutsche Verband.

Zwei Wochen nach einem möglichen Start des Fußballs könnte ab 5. April gemäß aktueller Beschlüsse bei gleichbleibenden oder sinkenden Werten auch Kontaktsport in der Halle wieder erlaubt sein. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 kann zumindest »Individualsport alleine oder zu zweit und Sport in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich« ermöglicht werden.

»Die ersten Schritte hin zum ordentlichen Trainingsbetrieb für alle werden für die Zuversicht und Aufbruchsstimmung sorgen, die wir benötigen«, sagte Keller. Noch müssten sich Klubs und Verbände, vor allem aber die Sportlerinnen und Sportler jedoch gedulden. Länder und Kommunen müssen die Beschlüsse erst noch umsetzen.

Aus Sorge um den Nachwuchs regte indes Handball-Boss Andreas Michelmann eine Rückkehr zu den Wurzeln der Sportart an. »Wir müssen schauen, dass wir in nächster Zeit stärker ins Freie gehen. Das kennen wir ja aus den vergangenen Jahrzehnten«, sagte der Präsident des Deutschen Handballbundes.

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