MEINUNGSTREFF

(K)eine Frage der Herkunft

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Zum "Anstoß" vom 1. Dezember schreibt der Friedberger Kai Michel an unseren Kolumnisten Gerhard Steines (gw):

Sehr geehrter Herr Steines,

in Ihrem Sport-Stammtisch vom 1. Dezember weisen Sie auf die Aktualität eines Ihrer Beiträge von vor 20 Jahren hin und erwähnen in diesem Zusammenhang die damalige Bildung rein ethnischer Vereine durch den Hessischen Fußballverband. Kurden seien dann gegen Türken, Kroaten gegen Serben und Araber gegen Maccabi-Clubs angetreten "…und füllten die alte Phrase vom Sport als Kriegs-ersatz mit neuem Leben und Gewalt." Die aktuelle Diskussion über die Eskalation der Gewalt im Amateurfußball kam auf, nachdem ein Spieler des FSV Münster einen Schiedsrichter K.o. geschlagen hatte. Der Schiedsrichter selbst hat sich mittlerweile klar von der entstandenen Debatte über Nationalität und Herkunft des Spielers distanziert. Ich teile seine Meinung und sehe in Ihrem Artikel keine Aktualität und eine falsche Perspektive im Blick auf die aktuelle Problematik.

Ansonsten gefällt mir Ihr Sport-Stammtisch sehr! Ich habe wie Sie einen Sinn für Humor und feinsinnige Ironie, doch Ihr Beitrag zu den E-Roller-Fahrern hat mir kein Schmunzeln auf meine Lippen gezaubert: "Beide… physiognomisch offenbar Besucher aus der deutschen Provinz. Wacklig fahrend…". Ich war selbst neulich auf der Zeil - Vorweihnachtszeit. Konsumgesellschaft. Auf den Gedanken, von der Physiognomie der Menschen auf ihre provinzielle Herkunft zu schließen, wäre ich gar nicht erst gekommen. Ich habe andere Dinge beobachtet, die mich sehr nachdenklich gestimmt haben. Aber das ist ein anderes Thema - und hat mit Sport nicht allzu viel zu tun!

Kai Michel, Friedberg

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