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(K)ein Titelkandidat

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Unverhofft kommt oft, sagt der Volksmund und hatte dabei – fußballspezifisch gesehen – am vergangenen Wochenende ganz gewiss den Türkischen SV Bad Nauheim im Visier.

Weil nämlich in der Kreisoberliga Friedberg die führenden Teams aus Ober-Rosbach, Beienheim und Petterweil in ihren Samstagpartien durchweg nichts auf die Reihe brachten und TSV-Coach Yilmaz Dural und sein Team jedoch sonntags auf dem Rödgener Kunstrasengrün gegen Aufsteiger SG Rodheim einen 9:1-Kantersieg feiern durften, führen ab sofort die Fußballer aus der Kurstadt das KOL-Klassement an. Daraus ergibt sich natürlich die Frage: Ist der Türkische SV Bad Nauheim jetzt einer der ganz heißen Titelkandidaten? »Nein, sind wir nicht«, meint Dural, »denn unsere junge Mannschaft befindet sich diese Runde in einer Lernphase und kann frühestens in der kommenden Saison Aufstiegspläne schmieden.« Sollte sich jedoch schon früher diese Gelegenheit ergeben, »weil die Topfavoriten zu blöd sind«, werde man, so der 37-Jährige, bestimmt nicht darauf verzichten: »Wir sehen das ganz locker. Nächsten Sonntag geht’s zum VfB Friedberg, wo die Trauben mit Sicherheit ziemlich hoch hängen. Ich denke mal, danach lässt sich eher erkennen, war für uns wirklich machbar ist.«

Man sieht: Yilmaz Dural, in Sachen Trainerdasein ein absoluter Newcomer, lässt Vorsicht walten. Eine kluge Einstellung, die auf jeder Menge Erfahrung beruht. Ihn als Bad Nauheimer Urgestein zu bezeichnen, bietet sich trotz seiner sechs Jahre beim SKV Beienheim durchaus an. Schließlich spielte er vorher ausschließlich für jenen Verein, dem er an alter Wirkungsstätte nunmehr als Übungsleiter zeigen muss, wo es langgeht. Das funktioniert, so scheint’s, seit einigen Wochen ohne Komplikationen. Jedenfalls lief nach zwei September-Niederlagen gegen Steinfurth und Beienheim alles wie am Schnürchen. Probleme im Monat Oktober? Fehlanzeige, denn es standen ausschließlich Erfolge zu Buche, und zwar über den FC Karben (2:0), gegen den FC Nieder-Florstadt (7:0), in Groß-Karben (3:2) sowie zuletzt gegen die SG Rodheim.

Für Yilmaz Dural sicher höchst willkommen: Auf Führungsspieler, die den Tatendrang der ansonsten jungen Truppe in die richtigen Bahnen lenken, kann er sich in dreifacher Ausfertigung verlassen.

Tufan Tosunoglu (17 Saisontreffer) und Ex-Coach Özkan Can (zehn Tore) stehen für offensive Power, während der auf den letzten Drücker über die Stationen FCO Fauerbach und Eintracht Wetzlar zum TSV gekommene Tarik Tosunoglu der Abwehr als Innenverteidiger defensive Stabilität verlieh. Alles Fakten, die der Kreisoberliga-Konkurrenz als Warnung dienen sollten.

Eine Etage weiter oben, auf der Bühne der Gruppenliga Frankfurt-West, sind Warnungen vor Türk Gücü Friedberg absolut überflüssig. Das Team von TG-Trainer Nazim Sahin propagierte die sofortige Rückkehr in die Verbandsliga Süd ohnehin als Saisonziel, wurde auch von fast allen Liga-Rivalen als Meisterschafts-Favorit bezeichnet und hat diese Vorschusslorbeeren nach 14 Spieltagen als Spitzenreiter mit einem komfortablen Vier-Punkte-Polster auf den Verfolger Spvgg. 02 Griesheim nahezu eins zu eins umgesetzt.

Alles im Lot also bei den Kreisstädtern? Sieht ganz so aus, auch wenn die Maßnahme, Mittelfeldspieler Ahmet Sahinler ab sofort nicht mehr im Kader zu berücksichtigen, ein wenig verwundert. »Das war aus disziplinarischen Gründen nicht zu vermeiden«, erklärte TG-Klubchef Ramazan Kaplan.

Kommt El Haj Ali zurück?

Ob der Gruppenliga-Leader postwendend personell nachrüsten wird, bleibt offen. Dass jedoch Torjäger Fikri El Haj Ali, bis zum Ende der Saison 2014/2015 in Friedberger Diensten und danach ohne neuen Verein, seit geraumer Zeit wieder im Türk-Gücü-Umfeld gesichtet wurde und auch schon dort trainiert haben soll, ist unstrittig. El Haj Ali und Ibrahim Cigdem als Doppelspitze des Gruppenliga-Spitzenreiters: Klingt vielversprechend und wäre – weil zeitliche Sperren entfallen würden – auch umgehend machbar.

Nicht nur umgehend machbar, sondern vielmehr längst überfällig ist eine Entscheidung des Verbandssportgerichts bezüglich der Wertung oder Neuansetzung der Kreisoberliga-Partie FC Ober-Rosbach – SG Rodheim, die am 6. August bekanntlich mit einem Ober-Rosbacher 3:2-Sieg endete.

Vom Kreissportgericht wurde dieses Resultat nach einem Rodheimer Einspruch wegen irregulärer Spielbedingungen zwar verworfen und die Partie neu angesetzt, doch Ober-Rosbach war anderer Meinung und brachte dadurch das Verbandssportgericht ins Spiel. Dort liegt die ganze Angelegenheit seit vielen Wochen auf Halde. Sehr zum Ärger der betroffenen Klubs, die endlich wissen wollen, was Sache ist. Uwe Born

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Vorverlegt auf den morgigen Donnerstag (20.15 Uhr) wurde das Spiel der Kreisliga B Nord zwischen dem SKV Beienheim II und dem FC Gambach.

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