Ein harter Kampf: Der Bad Nauheimer Jake Hirst (l.) in Diensten des FSV Frankfurt hat im Hessenpokal-Finale am Ende gegen den TSV Steinbach Haiger um Kapitän Benjamin Kirchhoff das Nachsehen. FOTO: JAUX
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Ein harter Kampf: Der Bad Nauheimer Jake Hirst (l.) in Diensten des FSV Frankfurt hat im Hessenpokal-Finale am Ende gegen den TSV Steinbach Haiger um Kapitän Benjamin Kirchhoff das Nachsehen. FOTO: JAUX

Kein DFB-Pokal für FSV Frankfurt

  • vonred Redaktion
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(mka). Die Ehrung der Fußball-Hessenpokalsieger folgte ganz eigenen Regeln, so ist das in Pandemie-Zeiten. Die Spieler des TSV Steinbach Haiger reihten sich nach ihrem 1:0 (1:0) über den FSV Frankfurt mit Mundschutz und Mindestabstand ordentlich auf, ehe sie sich selbst ihre Goldmedaillen von einem Silbertablett nahmen - und vergaßen auch nicht, sich vorher die Hände an einem Spender zu desinfizieren, der dafür neben den langen Tisch voller Edelmetall auf den Rasen am Bornheimer Hang gestellt worden war. Ehe ihr Kapitän Benjamin Kirchhoff in der anderen Spielfeldhälfte der Pokal überreicht bekam, um sich damit dann doch in eine große Jubeltraube aller Steinbacher zu begeben, ohne jeden Abstand. Surreale Bilder aus einer neuen Wirklichkeit, auch nach einem halben Jahr Corona noch gewöhnungsbedürftig, ein seltsames Schauspiel, das die Gastgeber vom FSV Frankfurt mit einer persönlichen Prise Frust verfolgten: Schließlich hätten sie die Gewinner-Rolle trotz aller Party-Einschränkungen gerne selbst übernommen.

"Es ist unglaublich schade", haderte Thomas Brendel, Cheftrainer und Sportlicher Leiter des Frankfurter Fußballsportvereines, mit dem Ausgang des Spiels vor lediglich 250 Zuschauern - darunter nur 63pro Mannschaft. "Wir haben sportlich und wirtschaftlich eine Riesenchance liegen lassen." Michael Görner fand ähnliche Worte. "Es ist natürlich immer toll, wenn man ein Endspiel gewinnen kann, und dass wir als Verantwortliche das Geld im Blick haben, ist auch klar", sagte der FSV-Präsident.

Den Titel verpasst, das damit verbundene Ticket für den DFB-Pokal auch und die zugehörige Prämie obendrein: Auf das schon ausgeloste Erstrundenduell gegen Zweitligist SV Sandhausen darf sich stattdessen der TSV Steinbach Haiger freuen, und 120 000 Euro werden dabei in die Kasse fließen. Das hätte der FSV Frankfurt auch gut gebrauchen können, bei einem Etat von nicht viel mehr als 700 000 Euro für den ganzen sportlichen Bereich. Weitere Verstärkungen, im Fall des Pokalsieges denkbar, wird es so kaum geben können. Gelegenheiten, dieser Geschichte eine andere Wendung, gab es am Samstagnachmittag durchaus. "Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir bei unseren Chancen das Tor nicht getroffen haben", räumte Brendel ein.

So entschieden die Gäste aus Mittelhessen, als Zweiter der Mitte März vorzeitig beendeten vergangenen Runde in der Regionalliga Südwest zehn Tabellenplätze vor den Bornheimer gewertet und favorisiert im Finale, dank einer Drangperiode das Spiel für sich. "Wir haben in der Phase vor der Pause zu viele Standardsituationen bekommen, das wurde immer gefährlicher", sagte Brendel. "Eine haben wir dann nicht mehr verteidigen können." Der Steinbacher Sören Eismann traf so zum Tor des Tages, aus dem Strafraumgetümmel (43. Minute).

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