Kein Auswärts-Hattrick

(ra). Die HSG Wetzlar hat am Donnerstagabend in der Handball-Bundesliga den achten Heimsieg der Füchse Berlin in Serie nicht verhindern können. Vor 8235 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle unterlagen die Mittelhessen mit 27:32 (14:16) und konnten somit nicht an die jüngsten Auswärtserfolge beim HC Erlangen und beim SC DHfK Leipzig anknüpfen.

Gegen den ambitionierten Hauptstadtklub wäre es ohnehin vermessen gewesen, den dritten Auswärtserfolg in Serie zu erwarten. Die vom einstigen Wetzlarer Trainer Velimir Petkovic trainierten Berliner hatten im dänischen Rechtsaußen Hans Lindberg bei 10/5 Treffern einmal mehr ihren besten Vollstrecker, darüber hinaus bekam die Wetzlarer Deckung den überragenden Füchse-Mittelmann Jakob Holm trotz wechselnder Abwehrvarianten nie richtig in den Griff.

Für Trainer Kai Wandschneider war wichtig gewesen, dass sich sein Team trotz der deutlichen 10:14- (25.) und 18:24-Rückstände (40.) "nie aufgegeben hatte". Unter dem Strich musste Wandschneider jedoch konstatieren, "das Berlin einfach besser war". Der HSC-Coach analysierte auf Sky: "Im Positionsangriff haben wir uns schwer getan, das sind wir zu wenig aus der Bewegung gekommen."

Auffälligster Akteur der HSG Wetzlar war - wiederholt (!) - der Schwede Olle Forsell Schefvert, der in Abwehr und Angriff ackerte und rackerte, Tore verhinderte und warf, mächtig einsteckte wie ein Bastian Schweinsteiger im WM-Finale, aber trotz blutiger Lippe und schmerzhaften Ellenbogenchecks seine Mitspieler immer wieder mitriss. Gerade in der Schlussviertelstunde, obwohl er eben erst noch mit einem Ellenbogencheck von Marsenic zum zweiten Mal niedergestreckt worden war, führte der schwedische Allrounder die Grün-Weißen mit seinen unwiderstehlichen Treffern zum 22:26 (50.) und 23:26 (52.) noch einmal in die Reichweite eines Punktgewinnes. Was am Ende aber nicht reichte, da erstens die individuelle Klasse der Lindberg, Holm und Co. nicht von der Hand zu weisen war und zweitens diesmal im Gegensatz zu Leipzig weder Alexander Feld noch Viggo Kristjansson die müden Auftritte von Filip Mirkulovski und Stefan Cavor kompensieren konnten.

Mit dem 26:29 von Alexander Feld (55:55) keimte kurzzeitig zwar noch einmal Hoffnung auf, ein missratener Kempa (58.) trotz siebtem Feldspieler sowie ein Fehlwurf des erneut nicht zu sich selbst findenen Schweizers Lenny Rubin standen einer ähnlichen HSG-Aufholjagd wie im Vorjahr schlussendlich aber im Weg.

Füchse Berlin: Ziemer, Genz; Wiede (2), Holm (5), Struck (1), Mandalinic (3), Lindberg (10/5), Simak, Müller, Matthes (2), Kolpjar (1), Koch (4), Marsenic (3), Drux (1).

HSG Wetzlar: Ivanisevic, Suljakovic; Feld (2), Björnsen (4), Mirkulovski (2), Torbrügge, Weissgerber (1), Frend-Öfors, Holst (3/2), Forsell Schefvert (4), Rubin (2), Lindskog (5), Kristjansson, Cavor (4).

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