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Der Ball ruht. Wann und ob die Saison 2019/20 forgesetzt wird, ist offen. FOTO: NICI MERZ

Fußball

Kein Saison-Ende mehr im Jahr 2020?

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Ein internes Schreiben an die Schiedsrichter der Hessen- und Verbandsligen sorgt für Irritationen.

Wird die Rest-Saison 2019/20 noch auf sportlichem Weg ausgespielt; egal, wann es weitergeht? Muss dann aus zeitlichen Gründen vielleicht die Spielzeit 2020/21 entfallen? Oder ist ein Abbruch der aktuell unterbrochenen Saison – dann mit allen derzeit offenen juristischen Fragen – eine sinnvolle Alternative? Diese Szenarien mit all ihren begleitenden Fragestellungen beschäftigen derzeit die Amateur-Kicker unter dem Dach des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV), der in Zeiten der Corona-Krise nach einem Ausweg sucht. Am Wochenende überrascht nun ein Schreiben von Gerd Schugard, dem Vorsitzenden des Verbandsschiedsrichterausschusses.

 In diesem Dokument heißt es unter anderem: "Zumindest für den Herren-Bereich ist der Abschluss des Spieljahres 19/20 vor dem 31. Dezember 2020 auszuschließen. Somit müssten auch im Kalenderjahr 2021 Spiele des momentanes Spieljahres zur Austragung kommen. Dadurch wäre der Beginn des Spieljahres 2020/21 infrage gestellt. Aus diesem Grund wird in den Regionalverbänden derzeit die Frage diskutiert, ob das Spieljahr 2020/21 ersatzlos gestrichen werden soll. Der geregelte Spielbetrieb würde dann erst wieder ab 1. Juli 21 mit dem Spieljahr 2021/22 aufgenommen." Das Rundschreiben – adressiert an die Referees der Hessen- und Verbandsligen – verbreitete sich in Windeseile.

 "Es ist davon auszugehen, dass vor dem 31. August kein Spielbetrieb unterhalb der 3. Liga stattfinden kann. Abbruch, beziehungsweise Annullierung der Saison 19/20 gelten aus vielerlei Gründen, auch haftungsrechtlicher Art, als unwahrscheinlich", heißt es weiter.

Das Schreiben überrascht in doppelter Hinsicht. Der HFV hatte erst in der vergangenen Woche bezüglich einer Entscheidungsfindung eindringlich um Geduld geworben. "Bitte gebt uns die Zeit, die wir für eine rechtlich saubere Entscheidung brauchen", hatte Frank Illing, Vorsitzender des Verbandsausschusses für Qualifizierung und Vereinsentwicklung, appelliert. Zudem hatte sich der Bayerische Fußball-Verband – fast zeitgleich – für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab dem 1. September stark gemacht.

Thorsten Bastian, Friedbergs Kreisfußballwart, wollte sich inhaltlich nicht zum Schreiben Schugards äußern. "Das ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt alles spekulativ." Letztlich stehe und falle die Fortsetzung des Spielbetriebs mit den Entscheidungen der Regierung in Sachen Abstandsgebot.

Der HFV schrieb in einer Pressemitteilung am Sonntag: "Die Ministerpräsidenten haben vereinbart, am 30. April 2020 über das Thema Sportveranstaltungen insgesamt zu sprechen. Erst dann wird Klarheit herrschen, was auch mit dem Spiel- und Trainingsbetrieb im Fußball passiert." Ziel sei es, dass die Saison 2019/2020 auf dem Platz abgeschlossen werde. Ob dies gelingt, müsse abgewartet werden. "Noch ist das möglich, und solange geben wir die Hoffnung nicht auf. Daher sind alle Spekulationen völlig unangebracht und geben auch nicht den Diskussionsstand des Präsidiums des Hessischen Fußball-Verbandes wieder", sagt HFV-Präsident Stefan Reuß.

Von Bedeutung ist die Frage, wie lange das Abstandsgebot gilt. Ist ein Spielbetrieb ab September absehbar, wäre wohl ein Abbruch der Saison 19/20 und eine Austragung der Spielzeit 20/21 sinnvoll. Sollte Amateurfußball erst später möglich sein, spricht vieles für eine Fortsetzung der Runde 19/20 im Herbst oder dem Frühjahr 2021.

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