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Kegler beenden den Ligabetrieb

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Die Wetterauer Kegler schauen in die Röhre. In der Classic-Sektion rollt im Ligabetrieb keine Kugel mehr. Der Wölfersheimer Patrick Lüftner hofft nun auf die Einzelmeisterschaften.

Die Kegler müssen sich Corona erneut geschlagen geben: In Hessen und auch auf Bundesebene wird in der Classic-Sektion bis März keine Kugel mehr rollen. Der Hessische Kegler- und Bowling-Verband (HKBV) hat die Liga-Saison nach heftigen Diskussionen abgesagt. Das bestätigte Verbandslehrwart Frank Thies. Klare Verhältnisse hat auch die Deutsche Classic-Union (DCU) geschaffen, unter deren Dach die Männer der SG Friedberg/Dorheim in der 2. Bundesliga Mitte kegeln. Die Entscheidung fiel bei einer Verbandssitzung in der vergangenen Woche, wie Bernd Strauch von der Ligaleitung auf Nachfrage bestätigte.

Im hessischen Verband sorgte die Frage nach dem Umgang mit dem Lockdown in Folge der Corona-Pandemie für ausgiebige Diskussionen und teils heftige Auseinandersetzungen. Eine folgende Umfrage unter allen Vereinen ergab schließlich eine klare Mehrheit für den sofortigen Saisonabbruch.

»Die Saison, die normal Ende März endet, hätten wir frühestens Mitte Februar beginnen können«, erklärte Thies. Bis Ende Januar geht im Kegeln gar nichts, die Bahnen sind wegen des Lockdowns zu. Training ist somit seit Ende November nicht mehr möglich. Und einen Kaltstart wollte auch niemand. »Wenn du zwei Monate nichts machen durftest und dann von null auf 200 Wurf gehen sollst, riskierst du Verletzungen«, meint Thies.

Bereits vor Saisonbeginn festgelegt wurde der Umgang mit einem Saisonabbruch. »In diesem Fall gilt die Saison als nicht gespielt«, erklärt Thies. Dieses Szenario hat auch die DCU so formuliert. Die Friedberger, die im Oktober zwei Partien absolviert hatten (Sieg und Niederlage), würden weiter in der zweithöchsten deutschen Klasse spielen.

Das Vorgehen der Verbände trifft auch in der Wetterau auf Einsicht. »Ich finde diese Entscheidung richtig. Wir wollen ja noch ein bisschen fit bleiben. Das Risiko ist zu hoch«, sagt Harald Löffler, Sportwart und Spieler der zweiten Mannschaft bei Friedberg/Dorheim. »In letzter Zeit stand viel Schreiberei an - mit der DCU, dem hessischen Verband, der Ligaleitung. Das war kein Spaß«, so der 64-Jährige.

Hoffen auf die Einzelmeisterschaft

Auch Patrick Lüftner, der mit der SG Wölfersheim/Wohnbach normalerweise um Hessenliga-Punkte spielt, ordnet den Abbruch als »verständlich« ein und hofft jetzt auf die Einzelmeisterschaften im Frühjahr. Diese Wettbewerbe, die sich üblicherweise an die Punktrunden anschließen, sind noch nicht abgesagt. Der Youngster aus Wölfersheim hatte im Juni 2019 die deutsche Meisterschaft der Altersklasse U23 gewonnen.

Mit Blick auf die Entwicklung der Pandemie rechnet sich die Keglergemeinde aus, im Frühjahr oder Sommer Zeit für eine Austragung zu finden. Strauch von der DCU-Ligaleitung bringt zudem eine Beschäftigungsrunde ins Spiel. Vor allem aber für den Nachwuchs hofft man auf die baldige Rückkehr zum Sport. »Da ist die Angst riesengroß, dass uns die Jugendlichen weglaufen«, meint wiederum Verbandslehrwart Thies.

Doch nicht nur bei den Jungen sieht er die Gefahr des Mitgliederschwunds. Auch bei den in der Mehrzahl älteren Sportlern rechnen die Verbände mit Abmeldungen. Die neue Spielzeit soll im September beginnen. Für die Kegler heißt das im schlimmsten Fall, dass sie fast ein Jahr ohne Training und Wettkampf auskommen müssen. CSO/JM FOTO: DPA

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