Kassel Huskies

Kassel Huskies: Größer, härter und talentierter

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Bei den Kassel Huskies kann’s nach enttäuschender Vorsaison nur besser werden. Die Stadt plant den Bau einer zweiten Eisfläche.

Es kann nur besser werden! Unter diesen Vorzeichen starten die Kassel Huskies in die DEL2-Saison. Viel zu früh hatte die vergangene Spielzeit geendet: Nach dem vorzeitigen Saison-Aus schon in den Pre-Playoffs gegen die Eispiraten Crimmitschau Mitte März liegt eine ungewohnt lange Sommerpause hinter den Nordhessen.

Zugänge/Abgänge:Klar war, dass sich das Gesicht des Kaders verändern würde. Gleich zwölf neue Spieler gehören nun zur Mannschaft, die kanadisch geprägt ist. "In der Defensive sind wir größer geworden, haben mehr Talent, werden körperlich härter sein. Im Sturm hat uns in der vergangenen Saison Tiefe gefehlt. Wir wollen nun mit vier Reihen Druck, Tempo entfachen und schwerer auszurechnen sein", erklärt Cheftrainer Tim Kehler. Mit Verteidiger Denis Shevyrin (2018/19) und Stürmer Noureddine Bettahar (2017/18) stehen auch zwei ehemalige Rote Teufel bei den Huskies unter Vertrag.

Stärken/Schwächen:Zwischen den Pfosten sind die Kasseler wohl so gut besetzt wie kaum ein zweites DEL 2-Team. Der erfahrene Jerry Kuhn (33), der in der vergangenen Saison erst kurz vor dem Ende der Hauptrunde von DEL-Kooperationspartner Wolfsburg kam, überzeugte schnell als sicherer Rückhalt. Er geht als Nummer eins in die Saison. Leon Hungerecker (21) widerstand Lockrufen aus der DEL und unterschrieb bis 2021. Die neuen Huskies sind - zumindest auf dem Papier - auch größer und schwerer als in der Vorsaison. Auch wenn die ersten Testspiele nur geringe Aussagekraft haben: Importspieler wie beispielsweise Verteidiger Spencer Humphries und Stürmer Austin Carroll haben zumindest angedeutet, dass sie diese Qualitäten ausspielen können.

Trainer/Umfeld:Der von vielen Fans wenig geliebte Rico Rossi, Meistertrainer 2016, gehört den Huskies nur noch auf dem Papier an. Federführend bei der Zusammenstellung des neuen Teams war Tim Kehler. Auch für ihn ist es gewissermaßen ein Neustart. Er war im vergangenen November gekommen, als die Huskies mitten in der Krise steckten. Erst als zweiter Coach neben Bobby Carpenter, nach dessen kurzem Intermezzo war er alleiniger Chef an der Bande. Nun hat er ein Team nach seinen Vorstellungen geformt. Mittlerweile steht fest, dass Kassel die seit Langem immer wieder geforderte zweite Eisfläche bekommen wird - in Trägerschaft der Stadt Kassel und ohne die Huskies. Das hatte Oberbürgermeister Christian Geselle Ende August bekanntgegeben. Die noch fehlende Zustimmung der Stadtverordneten gilt als Formsache, ebenso die Klärung letzter bau- und planungsrechtlicher Details. Läuft alles glatt, könnte die Halle, die etwa 500 Meter entfernt von der Eissporthalle gebaut werden soll, 2022 fertiggestellt sein. Dienen soll sie ausschließlich dem Amateursport - profitieren werden also vor allem die Nachwuchsteams der Eishockey-Jugend Kassel, die bislang ihre Spiel- und Trainingszeiten rund um die der Profis organisiert.

Fazit/Prognose:Womit wir wieder beim Anfang wären: Es kann eigentlich nur besser werden. Die direkte Qualifikation für die Playoffs sollte es nach dem Ende der Hauptrunde mindestens sein. Bei den Fans herrscht nach dem Umbau des Teams Aufbruchstimmung, aber auch Raum für Geduld: "Welpenschutz" gelte für die neuen Huskies.

Michaela Streuff

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