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Nach zehn Profi-Jahren verlässt Kreisläufer und Kapitän Mario Fernandes den Handball-Zweitligisten TV Hüttenberg. FOTO: RAS

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Deshalb verlässt Mario Fernandes den TV Hüttenberg

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Mario Fernandes und der TV Hüttenberg gehen nach zehn gemeinsamen Jahren nun getrennte Wege. Der 28-Jährige, der beim TV Ober-Mörlen mit dem Handball begann und heute in Butzbach lebt, spricht über die Gründe der Trennung und über seine Zukunftspläne.

Am 24. April trennten sich die Wege von Mario Fernandes und Handball-Zweitligist TV Hüttenberg offiziell. Damit geht eine erfolgreiche Ära zu Ende, die in der Saison 2009/2010 begann. Zweimal, 2011 und 2017, war er mit Hüttenberg in die 1. Bundesliga aufgestiegen.

Der 28-Jährige begann bei den Blau-Weiß-Roten in der A-Jugend und feierte bereits nach einem Jahr sein Debüt in der Zweitligamannschaft. In den vergangenen beiden Spielzeiten hatte er das Kapitänsamt inne. Für den TVH absolvierte er 238 Erst- und Zweitligaspiele, wovon er seine letzte Partie am 9. November des letzten Jahres zu Hause gegen die HSG Krefeld bestritt. In der darauffolgenden Woche verletzte er sich (Wadenbeinbruch) und fiel dadurch für den Rest der Saison aus. Aufgrund der Corona-Krise entgeht Fernandes der verdiente Pflichtspielabschluss vor großem Publikum. Wie es für ihn sportlich weitergeht, bleibt offen.

Mario Fernandes, hat die Corona-Krise Ihre Entscheidung, den TV Hüttenberg zu verlassen, in irgendeiner Art und Weise mitbeeinflusst?

Nur insofern, dass ich meine Karriere eigentlich nicht mit einer Verletzung oder einem Saisonabbruch hatte beenden wollen. Die Entscheidung hängt aber eher damit zusammen, dass ich gerne noch Handball spielen möchte, aber meinen Fokus etwas mehr auf meinen Job legen und auch etwas mehr Zeit für die Familie und Freunde haben will.

Gab es dafür in Hüttenberg keine Lösung?

Der TVH hatte mir angeboten anderweitig im Verein tätig zu werden, dies habe ich jedoch nach intensivem Überlegen abgelehnt.

Sie haben mit dem TV Hüttenberg Bemerkenswertes erreicht. Ihr Abschied ist eher still und leise durch die Hintertür. Wie empfinden Sie das?

Ich bedauere das natürlich sehr, da die Verabschiedung in Hüttenberg am letzten Spieltag auf jeden Fall et- was Einmaliges ist. Die Situation ist aber nun mal so, wie sie ist, da kann niemand etwas dafür.

Gibt es trotzdem einen Plan, dass nach der Coronavirus-Krise nachzuholen?

Der Verein hat schon signalisiert, dass er einen gebührenden Abschied bereiten will.

In Hüttenberg sind Sie gleich in zweifacher Hinsicht - auf der Position am Kreis und als Spielführer - in die großen Fußstapfen von Vereinslegende Horst Spengler getreten. Was bedeutet das für Sie?

In die Kategorie von Horst Spengler gehöre ich sicherlich nicht, immerhin war er ja auch Nationalspieler und meines Wissens nach auch Kapitän der Nationalmannschaft. Davon war ich ja immer mehr als weit entfernt. Dennoch bin ich natürlich wahnsinnig stolz darauf, so lange Teil des TVH gewesen und ein kleines Stück in dessen langer Geschichte zu sein.

Was war Ihr Erfolgsgeheimnis?

In meinen Augen ist es das Wichtigste, dass man sich wohlfühlt und Spaß hat. Wir waren ja aber auch nicht dauerhaft erfolgreich. Es gab sicherlich auch Tiefpunkte, wie den Abstieg in die 3. Liga.

Was Sie erreicht haben, haben Sie harter Arbeit zu verdanken. Was brauchen Jugendliche heutzutage, um Ihnen nacheifern zu können?

Ich bin sicher nicht der talentierteste Spieler gewesen, das stimmt. Die wichtigsten Attribute sind in meinen Augen Fleiß, Demut und Lernbereitschaft. Von Rückschlägen sollte man sich nicht aus der Spur bringen lassen und eine gewisse Hartnäckigkeit mitbringen, denn geschenkt bekommt man im Profisport nichts.

Können Sie sich vorstellen, die Erfahrungen aus über zehn Jahren im Profisport als Trainer weiterzugeben?

Ich versuche auch jetzt schon, jüngeren Teamkollegen zu helfen und meine Erfahrungen weiterzugeben. Ob ich das irgendwann mal als Trainer machen werde, weiß ich noch nicht. Man soll ja im Leben nie etwas ausschließen, aber es ist auf jeden Fall kein konkreter Plan, Trainer zu werden.

Wie geht es nun bei Ihnen weiter?

Fest steht nur, dass ich auf jeden Fall weiter Handball spielen will. Wo und in welcher Liga, weiß ich noch nicht. Ich schaue erst mal in Ruhe, welche Optionen es konkret gibt.

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