Karl-Ernst Kunkel ausgezeichnet

Alljährlich zeichnet der Deutsche Fußball-Bund Personen aus, die sich in den vergangenen Jahren besondere Verdienste um den Fußball erworben haben. In den Kreisen werden nach Einreichung von Vorschlägen aus den Vereinen zunächst die Kreisehrenamtssieger ermittelt. Die Entscheidung 2011 ist gefallen - auf Karl-Ernst Kunkel.

Er ist derzeit Vorsitzender der SG Melbach. Wie alle Jahressieger auf Kreisebene im Bereich des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) hat Kunkel mit Ehefrau Ingrid für das Wochenende 31. März/1. April eine Einladung in die HFV-Sportschule in Grünberg erhalten.

Der 55-jährige Karl-Ernst Kunkel blickt auf eine ununterbrochene ehrenamtliche Tätigkeit seit 1976 zurück. "Kalli", wie er von seinen Bekannten genannt wird, ist dem Fußball seit Kindesbeinen verbunden. Als im Fußballkreis Friedberg 1964 erstmals eine D-Junioren-Runde ausgetragen wurde, war der neue Kreisehrenamtssieger mit von der Partie. Er spielte in der Mannschaft seines Heimatortes Melbach. Der SGM blieb er bis heute treu. Lediglich in seiner aktiven Seniorenzeit machte er für eineinhalb Jahre einen Abstecher zum Nachbarn TSG Wölfersheim.

In der Jugend durchlief Kunkel alle Melbacher Mannschaften bis zur "A" 1973. Anschließend war er außer seiner Wölfersheimer Zeit bis 1990 Stammspieler der Ersten. Ein Jahr Melbacher Seniorentrainer und drei Mal Interimscoach beim heutigen A-Ligisten gehören ebenso in das Wirken des neuen Kreisehrenamtssiegers.

Früh wurden Kunkels weitere Fähigkeiten im Verein geschätzt. 1976 war er erstmals Jugendtrainer. Eine Tätigkeit, die bei kurzen Zwischenpausen bis 2010 währte. In dieser Zeit führte er je eine Mannschaft von den F- bis zu den A- und eine von den E-bis zu den A-Junioren. In all den Jahren holte "Kalli" mit seinen Jungs zahlreiche Pokalsiege sowie Kreismeisterschaften in Halle und Feld. Am stärksten wog der C-Jugend-Titelgewinn 1982 und der anschließende Aufstieg in die Bezirksliga. Die Mannschaft wurde dort in der Saison 1982/83 Dritter hinter den beiden Aushängeschildern der Region, Eintracht Frankfurt und Kickers Offenbach. Bei der SG Melbach waren unter anderem René Schlichting und Uwe Bindewald am Ball, die dann zur Eintracht und den Kickers wechselten. Die Melbacher zogen sich wegen fehlendem adäquatem Nachwuchs aus der Bezirksliga zurück. Dies war für Kunkel aber kein Rückschritt. Er verstand Jugendarbeit immer in der Förderung möglichst vieler Nachwuchsfußballer. Und davon gab es zahlreiche. Dazu zählten auch seine beiden Söhne. Lars (heute SV Ockstadt) war zwölf Jahre und Niklas (beide Erstmannschaftsspieler) vier Jahre unter den Trainerfittichen des Vaters.

Neben dem Amt des Trainers wurde er 1977 stellvertretender Jugendleiter und vier Jahre später Chef der Jugendabteilung in seinem Heimatverein. Nach dortiger siebenjähriger Tätigkeit wählten ihn die Mitglieder 1988 zum 1. Vereinsvrsitzenden. In dieser Funktion gab er auch Anstöße für weitere Aktivitäten. So weist die in den vergangenen Jahren gut besuchte Weihnachtsfeier seine Handschrift auf. Aus der Dorfolympiade entstand eine heute nicht mehr existierende Frauenmannschaft der SG Melbach. Kunkel wirkt zudem aktiv in der örtlichen Vereinsgemeinschaft mit, ist Melbacher Vertreter des Vereinsforum Wölfersheim und seit 2000 Mitglied im Kreissportgericht der Fußballer.

Beim Bau des Sportheims am Sportplatz war Kunkel als sogenannter Bauleiter maßgeblich an der Planung und Errichtung auf Papier und an der Baustelle beteiligt. Aktuellstes Projekt ist der eng mit der TG geplante Bau eines zweiten Sportplatzes zwischen Sportheim und Grillhütte.

Die Anzahl der vielen ehrenamtlichen Stunden sind immens und nicht fassbar. "Diese Tätigkeiten haben immer Spaß gemacht. Ansonsten wäre dies über all die Jahre nicht möglich gewesen. Dies alles war und ist nur dank vieler guter Leute im Umfeld möglich".

Ein weiteres besonderes Lob schickt Kunkel an seine Familie: "Meine Frau Ingrid und die beiden Söhne haben mich immer unterstützt und das Familienleben oft in den Dienst der ehrenamtlichen Tätigkeit im Fußball und im Ort gestellt." Ottwin Storck

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