Daran könnte man sich in Karben gewöhnen. Die Gegenspieler laufen nur hinterher. Moritz Michel (r.) spielt mit den A-Junioren in der Saison 2020/21 um Hessenliga-Punkte. FOTO: CHUC
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Daran könnte man sich in Karben gewöhnen. Die Gegenspieler laufen nur hinterher. Moritz Michel (r.) spielt mit den A-Junioren in der Saison 2020/21 um Hessenliga-Punkte. FOTO: CHUC

Jugendfußball

Karbener Kontinuität

  • vonSascha Kungl
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Beim Karbener SV feilt man akribisch an den Talenten der Region. Mit gleich drei Nachwuchs-Teams spielt der KSV nun in der Hessenliga. Das kann sich sehen lassen.

Erstmals in ihrer Vereinsgeschichte sind die Fußballer des Karbener SV in der Saison 2020/21 mit drei Jugendteams in Hessens höchster Spielklasse vertreten. Neben der U19-Mannschaft gehen auch die Karbener U17- und U15-Junioren in der Hessenliga an den Start.

"Als ich die A-Junioren vor zwei Jahren übernommen habe, war es mein Ziel, innerhalb von zwei Jahren in die Hessenliga aufzusteigen. Diese Mission hatten wir von Beginn an im Visier. Die Jahrgänge 2002 und 2001 haben in der Vergangenheit viel bewegt, somit war der Aufstieg beinahe ein Muss", erklärt U19-Coach Maik Zinnecker. Der Großteil der Mannschaft spielt bereits seit einigen Jahren zusammen. "Spieler wie Philipp Bachmann, Luis Melzer und Bent Stobbe haben noch nie ein anderes Trikot getragen als das des Karbener SV. Der Großteil des Kaders ist bereits seit der D- oder C-Jugend an Bord. Die Tatsache, dass die Jungs schon so lange zusammenspielen, kann ein Erfolgsfaktor für die neue Saison sein. Auch was den Trainerstab angeht, sind wir sehr gut aufgestellt. Für die U19 in der Hessenliga und die U18 in der Kreisliga stehen uns gleich sechs Übungsleiter zur Verfügung", erklärt Zinnecker, der als Chefcoach der U19 gemeinsam mit Co-Trainer Uwe Klein die Geschicke der Karbener A-Junioren leitet.

Hinzu kommt Leos Hundertmark, der sich als Jungtrainer entwickeln will. Hundertmark stand in der vergangenen Saison noch selbst für die U19 des Karbener SV auf dem Platz und ist nun beim Gruppenligisten FC Karben als aktiver Spieler an Bord. Ergänzt wird das Trio von den beiden U18-Coaches Thorsten Don und Sascha Leitzbach. Als Torwarttrainer beider Teams fungiert Robin Graf. "Unser Kader ist breit genug aufgestellt, um in der Hessenliga bestehen zu können. Von den acht Neuzugängen waren vier bereits in der Vergangenheit in Karben aktiv. Die Saisonvorbereitung war für uns alle eine spannende Zeit, da sich sehr viele Spieler für die U19 angeboten haben. Nun müssen wir im Trainerstab abwägen, wen wir in den Kader berufen. Unser Saisonziel ist ganz klar die Teilnahme an der Aufstiegsrunde", erklärt Zinnecker. Dafür muss seine Elf am Saisonende auf einem der vorderen acht Tabellenplätze landen. "Sollte uns das gelingen, haben wir die Qualifikation für die Hessenliga für die nächste Saison sicher. Das ist unser Ziel. Sportlich gesehen bin ich sehr zuversichtlich und freue mich auf die kommende Spielzeit. Als Aufsteiger werden wir häufig der Underdog sein. Das ist für uns ein ganz neues Gefühl, da wir letzte Saison fast immer als Favorit in die Spiele gegangen sind." Für die A-Junioren beginnt die Saison am Sonntag (12.15 Uhr) mit einem Heimspiel gegen die TSG Wieseck.

Neuzugänge gut integriert

Die B-Junioren von Trainer Steffen Potter starten am Sonntag (13 Uhr) in Offenbach gegen die U17 der Kickers, ehe man eine Woche später zum ersten Heimspiel den SV Wehen Wiesbaden empfängt. "Ein Teil des Karbener Hessenliga-Trios zu sein, macht uns sehr stolz. Das ist ein Erfolg, den wir vor fünf Jahren nicht für möglich gehalten hätten. Die Saisonvorbereitung läuft gut, wir trainieren intensiv und die Jungs ziehen super mit. Es herrscht eine sehr gute Stimmung. Das ist genau das, was wir brauchen. Auch die Zugänge wurden schnell und gut integriert", blickt Potter voller Zuversicht auf die neue Spielzeit in Hessens höchster Spielklasse. "Unser Kader stellt insofern eine Ausnahme dar, als dass er zu einem Drittel seit der E-Jugend und zur Hälfte seit der D-Jugend zusammenspielt und immer nur punktuell ergänzt wurde. Das ist eine absolute Ausnahme in der Hessenliga. Die meisten Mannschaften der Liga dürften froh sein, wenn sie am Ende einer Spielzeit, die aufgrund einer aufgeblähten U17-Bundesliga mit bis zu sechs Absteigern enden könnte, den Klassenerhalt feiern würden", ergänzt der U17-Coach.

Eben jener Klassenverbleib ist auch das Ziel der Wetterauer. "Alles andere wäre für uns bei dieser Ligakonstellation utopisch. Es ist sehr schwer einzuschätzen, wo die anderen Mannschaften stehen, aufgrund der Ausgeglichenheit der Liga erwarte ich aber eine Saison, in der jedes Spiel eine knappe Angelegenheit werden kann. Topfavorit auf den Aufstieg dürfte die U17 der Offenbacher Kickers sein", glaubt Potter, für den die schwere Verletzung von Linksfuß Lennart Schwenz, der im Trainingslager einen Schien- und Wadenbeinbruch erlitt, sicher ein Rückschlag war.

Für die Karbener U15 von Trainer Kevin Müller beginnt die Saison 2020/21 am Samstag (15 Uhr) mit einem Auswärtsspiel in Vellmar, ehe man eine Woche später zur Heimspielouvertüre die U14 des FSV Frankfurt empfängt. "Aufgrund der hohen Zahl an Absteigern erwarten wir die schwerste Hessenligasaison, die es bisher gegeben hat. Für uns wird es brutal schwer, den Klassenerhalt zu schaffen. Doch genau darin liegt für uns der Anreiz. Die Aufgabe schweißt die Mannschaft zusammen", glaubt Müller. "Die Vorbereitung war ein wenig wie eine Achterbahnfahrt. Wir haben sehr gute Spiele absolviert, hatten aber auch einige Ausreißer nach unten drin. Nun freuen wir uns auf den Saisonstart in Vellmar." Mit Lukas Boss, Thomas Chantzaras und Diue-Mercy Keba begrüßt man ein Trio von Viktoria Preußen in Karben. Lukas Claus (Spfr. Eisbachtal), Berat Guenay (Hessen Dreiech) und Ibrahim Abzoaui (FSV Frankfurt) komplettieren die Liste der Neuzugänge.

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