Der FC Karben ist für Trainer Karl-Heinz Stete nach Beienheim die zweite Station in der Wetterau.
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Der FC Karben ist für Trainer Karl-Heinz Stete nach Beienheim die zweite Station in der Wetterau.

Fußball-Gruppenliga

FC Karben: Ein erfahrener Trainer für ein junges Team

  • Uwe Born
    vonUwe Born
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Beim FC Karben regiert künftig die Jugend. Zumindest auf dem Platz. An der Seitenlinie steht mit Karl-Heinz Stete ein sehr erfahrener Coach. Für den FCK wird die kommende Saison ein mutiger Kampf um den Klassenerhalt. 

So schlimm die Corona-Krise auch sein mag, doch nimmt man’s ganz genau, kam den Fußballern des FC Karben der damit verbundene Rundenabbruch Anfang März nicht ungelegen. Der Nachfolgeverein des KSV Klein-Karben durchlebte nach der Kreisoberliga-Meisterschaft 2018/2019 turbulente Zeiten, vollzog im Herbst 2019 einen Trainerwechsel (Thomas Dechant für Harez Habib) und musste als Aufsteiger in die Gruppenliga Frankfurt-West in der Winterpause ungewöhnlich viele Spielerabgänge erdulden.

Platz 14, den der Klub schließlich erreichte, wäre eigentlich zu wenig gewesen, um die sofortige Rückkehr auf die regionale Kreisoberliga-Bühne zu verhindern. Zum Glück entschied sich der Verband, auf Absteiger zu verzichten, und deshalb geht der Verein im fünften Jahr seines Bestehens in sein zweites Gruppenliga-Jahr. Neues Spiel, neues Glück? So muss man es wohl sehen. Jedenfalls birgt der Karbener Weg, überproportional viele junge Spieler ins Gruppenliga-Team zu integrieren, nicht nur eitel Sonnenschein sondern auch die Gefahr, angesichts von sehr wahrscheinlich sechs Direktabsteigern in der Endabrechnung das Klassenziel nicht zu erreichen.

Kader zu einem Drittel aus der U 19

Was hat sich getan? Getreu der Devise "wer rastet, der rostet" hat man auf dem Günter-Reutzel-Sportfeld die fußballfreie Zeit genutzt, um sich neu zu sortieren und auf allen Ebenen Fakten zu schaffen. Was die Trainerfrage betrifft, hatte man sich bereits Anfang März mit Karl-Heinz Stete als Nachfolger von Thomas Dechant geeinigt. Der 53-jährige Fußballfachmann, der als Jugendtrainer bei der TSG Wieseck sowie als Coach des SKV Beienheim (Gruppenliga-Aufstieg) und des FSV Fernwald (Hessenliga-Aufstieg) große Erfolge feiern durfte, galt beim FCK als Wunschkandidat. Derweil teilen sich Ex-Coach Thomas Dechant und Norbert Knödler als Sportliche Leiter die Bewältigung vielfältiger Aufgaben. Alle drei Verantwortlichen sind sich darüber einig, dass die bis dato bestens funktionierende Zusammenarbeit mit den Juniorenfußballern des Karbener SV eine zentrale Rolle spielt. "Ein Drittel unseres vorläufigen Kaders kommt aus der U 19", verrät Stete. Der Rest verteilt sich zu etwa gleichen Teilen auf Spieler des "alten" Kaders und auf Neuzugänge, wobei sich die erstmals im Karbener Dress spielenden Kevin Müller und Danilo Bruno (beide 1. FC Rendel) Niclas Müller und Tom Hanf (beide SV Gronau), Marvin Glaßl (FC Olympia Fauerbach), Christopher Pross (SC Dortelweil) und André Neitzert (VfR Ilbenstadt) garantiert mächtig ins Zeug legen werden, um in Stetes Stammbesetzung Berücksichtigung zu finden.

Wie läuft die Vorbereitung? Zunächst, ab Anfang Juli, wurde in Kleingruppen trainiert. Stete stieg nach mehrwöchigem Kur-Aufenthalt Ende Juli ins FCK-Boot ein und intensivierte das Training mit drei Übungseinheiten pro Woche, um möglichst schnell ein schlagkräftiges Team aus der Taufe zu heben. "Ich freue mich auf jedes Training, denn es macht unheimlich Spaß", sagt er. Resultate in Testspielen sind für ihn nicht so wichtig: "Es kommt vielmehr darauf an, die individuellen Fähigkeiten jedes Einzelnen auszuloten." So gesehen, hat der Coach die Niederlagen gegen Germania Okriftel (1:3), die SG Bruchköbel (0:4) und gegen den FC Cleeberg (0:3) schnell abgehakt. Zwei Partien stehen vor dem Saisonstart noch aus, wobei die Trauben für die Karbener Truppe sowohl im Vorbereitungsduell beim Mitte-Verbandsligisten SG Kinzenbach (Samstag) sowie tags drauf im Kreispokal-Halbfinale gegen den Hessenligisten Türk Gücü Friedberg ziemlich hoch hängen dürften.

Wie lautet die Zielsetzung? Vorstand, Spielausschuss, Trainer und wohl auch die Spieler sind sich einig: Der Klassenerhalt ist das Maß aller Dinge. "Alles andere wäre vermessen", bekräftigt Stete seine Sicht der Dinge. Ohne Fitness gehe gar nichts: "Die müssen sich die Spieler in der Vorbereitung holen. Später, während der Runde, kann man diesbezügliche Defizite nicht mehr ausgleichen." Als Titelfavoriten sieht er neben der FG Seckbach auch zwei Klubs der heimischen Region, nämlich seinen Ex-Verein SKV Beienheim und den SC Dortelweil.

Das sagt der Trainer: "Beim FC Karben gehen sie den richtigen Weg. Junge Leute zu halten, um auch langfristig etwas aufzubauen, entspricht genau meinen Vorstellungen. Dass dabei gewisse Risiken auftauchen können, ist völlig normal. Ein gelungener Saisonstart wäre ideal, dazu gehört aber auch ein wenig Match-Glück", sagt Stete. Allerdings mache das Auftaktprogramm die Sache nicht unbedingt einfacher: "Erst in Burg-Gräfenrode, dann ein Heimspiel gegen Fechenheim und danach erneut zweimal auswärts gegen den Türkischen SV Bad Nauheim und SF Friedrichsdorf - ganz schön hart."

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