"Kaputt – aber glücklich"

(hlu) Direkt am Beckenrand schossen die Wasserballer des VfB Friedberg ein Erinnerungsfoto, danach ging es weiter zu einer spontanen Party in den Biergarten. Mit 15:13 (5:5, 5:3, 2:3, 3:2) hatte die Mannschaft von Spielertrainer Stephan Schmidt beim SV Ludwigsburg gewonnen.

Es war der erste Sieg des VfB in Ludwigsburg seit dem Aufstieg in die 2. Wasserball-Liga. Zur Belohnung kletterten die Kreisstädter, die drei Tage zuvor das Hessenderby gegen den WV Darmstadt mit 15:8 (4:1, 0:3, 7:1, 4:3) für sich entschieden hatten, in der Tabelle auf Platz sechs.

"Wir sind kaputt, aber glücklich", sagte der vierfache Torschütze Patrice Hütt, der den verhinderten Florian Hondrich in Ludwigsburg als Kapitän vertrat: "Es war von Beginn an eine knappe Partie, ein offener Schlagabtausch." Die Umschreibung "offener Schlagabtausch" war durchaus wörtlich zu nehmen. Ilja Scerbinin erlitt im dritten Spielviertel eine Platzwunde über der linken Augenbraue, die mit zwei Stichen genäht werden musste.

Doch der VfB trotzte allen Problemen und kompensierte auch das Fehlen von Hondrich und Jose Garcia. Hütt sprang für Hondrich nicht nur als Kapitän, sondern auch als Torschütze in die Bresche. Mit dem Auswärtssieg bewiesen die Friedberger einmal mehr, dass sie an guten Tagen – vielleicht mit Ausnahme von Spitzenreiter Wasserfreunde Fulda – jede Mannschaft in der 2. Liga schlagen können. Zwar hat der VfB schon mehr Spiele als die Konkurrenz bestritten und wird Rang vier am Ende wohl kaum erreichen können, doch mit dem Saisonverlauf können die Friedberger schon jetzt zufrieden sein.

Am Donnerstagabend beim Nachholspiel im Usa-Wellenbad hatte der VfB gegen Darmstadt nur kurz Mühe. Zwar gab es im zweiten Abschnitt einen Durchhänger, und die Gäste konnten durch drei Treffer in Folge zur Halbzeit zum 4:4 ausgleichen. Doch im dritten Viertel schalteten die Friedberger einen Gang höher. Bester Schütze mit vier Toren war Hondrich. Dass die Mannschaft einen Leistungsträger adäquat ersetzen kann, demonstrierte sie dann in Ludwigsburg.

VfB Friedberg – Darmstadt: Peil; Hondrich (4), Hütt (3), Vetter (2), Roth (2), Dietz (2), Scerbinin (1), Schäfer (1), Schmidt, Duch, Hahn, Klein, Garcia

Ludwigsburg – VfB Friedberg: Peil; Hütt (4), Vetter (2), Duch (2), Hahn (2), Scholl (2), Scerbinin (1), Roth (1), Dietz (1), Schmidt, Schäfer.

2. Wasserball-Liga

Ludwigsburg – Darmstadt 19:9

München – Pforzheim 6:16

Leimen/Mannheim – Fulda 5:13

Ludwigshafen – Freiburg 10:0

Darmstadt – Freiburg 9:9

Ludwigsburg – Friedberg 13:15

1. WF Fulda 18 +178 34:2

2. SV Würzburg 16 +43 27:5

3. WSV Ludwigshafen 16 +27 22:10

4. SV Ludwigsburg 14 +61 19:9

5. SGW Leimen/Mannh. 15 +66 19:11

6. VfB Friedberg 17 +17 18:16

7. BSC Pforzheim 17 +13 14:20

8. Frankfurt/Offenb. 17 -34 12:22

9. SG S. München 18 -81 11:25

10. WV Darmstadt 16 -117 3:29

11. SSV Freiburg 16 -175 1:31

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