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Die Enttäuschung abschütteln und am Samstag in Frankfurt alles geben - so lautet die Devise für Brandon Bowman und John Bryant.

Kampf auf mehreren Ebenen

  • Markus Konle
    vonMarkus Konle
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(kus). Der Existenzkampf in der Basketball-Bundesliga wird bei den Gießen 46ers nicht nur auf dem Parkett geführt. Ein Aussetzen des Abstiegs in der Corona-Saison scheint derzeit aber unrealistisch. Kommt noch ein weiterer Spieler?

Natürlich wäre es am einfachsten, wenn die Mannschaft der Gießen 46ers am Ende über dem Strich landen würde. Doch weil es derzeit nicht danach aussieht, hoffen die Verantwortlichen auch auf andere Optionen - unter anderem die, dass der Abstieg in dieser Corona-Saison ausgesetzt wird.

Gießens Geschäftsführer und Sportdirektor Michael Koch brachte dieses Thema auch am Samstag am Rande des Spiels gegen Bonn im Interview mit MagentaSport wieder aufs Tablett - und er argumentierte beispielsweise mit unterschiedlichen Quarantäne-Anordnungen für die Klubs nach Corona-Fällen. Schon zuvor hatten er und sein Geschäftführerkollege Stephan Dehler unter anderem im Gespräch mit dieser Zeitung für ein Aussetzen des Abstiegs geworben und angekündigt, dass man innerhalb der Basketball-Bundesliga (BBL) darüber sprechen müsse.

In den BBL-Gremien war das erneute Aussetzen des Abstiegs in der laufenden Saison aber noch kein Thema, erklärt BBL-Spielleiter Jens Staudenmayer: »In der vergangenen Saison mit der quasi über Nacht unterbrochenen Spielzeit, einer infolgedessen ›schiefen‹ Tabelle und der späteren Fortsetzung mit dem Final-Turnier in München war die Situation eine gänzlich andere«, sagt er. Sieht er Gründe, die ein Aussetzen des Abstiegs erneut rechtfertigen würden? »Stand heute und solange die Hauptrunde vollständig zu Ende gespielt werden kann, noch nicht«, heißt es dazu von Staudenmayer aus der Liga-Zentrale. In Köln hat man auch kein Interesse auf eine Aufstockung der Liga - zwei Aufsteiger aus der ProA muss die BBL aufnehmen, vorausgesetzt, sie erhalten eine Lizenz fürs Oberhaus. Spielplantechnisch sei ein Liga-Spielbetrieb mit 20 Mannschaften sehr schwer umzusetzen, insbesondere für die europäisch spielenden Teams, meint Staudenmayer. Nichtsdestotrotz haben die 46ers natürlich die Möglichkeit, das Thema bei einer Gesellschaftersitzung auf die Tagesordnung setzen zu lassen und mit den anderen Klub-Verantwortlichen darüber zu diskutieren.

Auch über eine weitere Spielerverpflichtung wird bei den Gießenern nachgedacht. Teams, die bis zum 28. Februar weniger als vier Profis nachverpflichtet haben, können bis zum 31. März noch einen weiteren Akteur nachmelden - bislang haben die Gießener in Chad Brown, John Bryant und Diante Garrett dreimal während der Runde nachgebessert und die Maximalanzahl von 18 Lizenzen nicht erreicht.

»Wir haben noch eine Lizenz, und es ist eine große Überlegung wert, sie einzusetzen«, sagte Sportdirektor Koch nach der 75:92-Niederlage gegen Bonn am Samstagabend. »Aber was willst du holen? Ein Gunner, der 40 Punkte pro Spiel macht? Oder brauchst du noch einen Großen? Da haben wir einen auf der Bank, der kommt vielleicht wieder zurück«, sagt Koch mit Blick auf Center Chad Brown (Rückenverletzung).

»Wenn wir jetzt einen Großen holen, nur zum Beispiel, und Diante Garrett reißt sich morgen das Kreuzband, dann sind wir durch. Wir müssen die letzte Option, die wir haben, gut überlegen und nachdenken, ob es überhaupt etwas bringt«, erklärte Koch, der auch deutlich macht, dass den 46ers für eine Verpflichtung derzeit das Geld fehlt.

Hessen-Derby am Samstag in Frankfurt

Also sollten am besten die Profis auf dem Spielfeld für Tatsachen sorgen und die nötigen Siege für den Ligaerhalt der 46ers holen. Bis zum Hessen-Derby in Frankfurt hat Trainer Rolf Scholz nach der jüngsten Niederlage eine lange Mängelliste, die er bis zum Samstag (18 Uhr) mit der Mannschaft abarbeiten möchte. Ein großes Thema: Mehr Physis - zum Beispiel in den Situationen, in denen gefoult wird. »Wir foulen zu halbherzig. Wir wollen keinen verletzen, aber es kann ja nicht sein, dass wir in jedem Spiel so viele ›And ones‹ zulassen«, sagt Scholz: »Wir haben Defizite beim Rebound, wir haben ganz große Defizite in der Verteidigung abseits des Balls und müssen da auch mal körperlich, auch mal physisch werden. Abstiegskampf bedeutet, auch mal da hinzugehen, wo es wehtut.«

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