Jugendstil in Bornheim

  • vonred Redaktion
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In diesen Tagen geht eine Sache ganz hurtig beim FSV Frankfurt: Binnen einer Woche verlängerte der Fußball-Regionalligist die Verträge von vier Spielern. Nach Emir Sejdovic, Robin Williams und Mischa Häuser war nun Adrian Schulze Solano an der Reihe. Der Verteidiger bleibt bis zum 30. Juni 2021 am Bornheimer Hang, es besteht zudem eine Option auf eine weitere Saison.

"Ein Stammspieler wird noch folgen", kündigt Thomas Brendel, der beim Fußballsportverein nicht nur als Trainer, sondern auch als Sportlicher Leiter fungiert, eine weitere Personalentscheidung in Bälde an. Zudem sollen eigene Nachwuchskräfte befördert werden. "Wir werden noch einen oder zwei Spieler aus unserer U19-Mannschaft hoch holen."

Alle vier Akteure, mit denen der FSV nun auch für die Spielzeit 2020/21 plant, haben eines gemeinsam. Sie gehören der jungen Fraktion an und feierten dieses Jahr ihren 20. Geburtstag. Sie sind also in einem Alter, in dem die Leistungskurve nach oben gehen sollte, ja müsste. Bis zum arrivierten Akteur hat es aus diesem Quartett noch keiner geschafft. Am ehesten konnte man dies Häuser zutrauen, doch wegen einer Bänderverletzung fiel der offensive Außenbahnspieler im Herbst wochenlang aus, ebenso Williams.

Aufgrund der (Corona-)Lage wird es bei den Bornheimern kaum Fluktuation in der Sommerpause geben, ganz gleich, wann diese stattfindet und wie lange sie dauert. Brendel dazu: "Es werden drei oder vier Spieler den Verein verlassen. Der Großteil hat natürlich auch Interesse daran, dass es wegen der aktuellen Situation zu einer Vertragsverlängerung kommt." Wer künftig, also noch in diesem Jahr, erstmals das schwarz-blaue Trikot überstreifen wird, ist noch ungewiss. "Wir tun uns schwer mit externen Spielern", sagt Brendel.

Es werden, so ist die Zielrichtung, ohnehin nur wenige Akteure, die noch bei anderen Clubs unter Vertrag stehen, an den Bornheimer Hang wechseln. Und diejenigen sollen freilich dem Team sofort weiterhelfen können. Entsprechend ist der Preis auch höher als bei einem jungen Mann, der es noch nicht zur Stammkraft geschafft hat. Vermutlich wird der FSV da auf Zeit spielen. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass noch unklar ist, wie die kommende Saison komplett finanziert wird, teils fehlen wegweisende Sponsorenzusagen noch.

Dies hängt freilich mit der weiterhin ungeklärten Situation in dieser Saison zusammen. Am kommenden Dienstag, 12. Mai, konferiert die Regionalliga Südwest wieder digital. Ob dann eine Entscheidung fällt, in welche Richtung es geht, Saisonabbruch oder eben nicht und mit welchen Besonderheiten, ist jedoch nicht zu erwarten. "Eine Deadline gibt es nicht. Solange die Haftungsfrage nicht geklärt ist, wird sich nichts tun", sagt Brendel zur Vorgehensweise der Verantwortlichen der Regionalliga Südwest.

Während es an der anderen Mainseite, beim Ligakonkurrenten Offenbacher FC Kickers, seit drei Wochen eingeschränkten Trainingsbetrieb gibt, ruht im Frankfurter Osten der Ball weiterhin. Tatenlosigkeit ist in diesem Fall sozusagen Fußballerpflicht. Brendel: "Mit dem Kurzarbeitergeld wird der Verein am Leben erhalten. Da wird nichts riskiert." Stefan Fritschi

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