Der SV Gronau geht mit folgender Mannschaft in seine zweite Gruppenliga-Saison seit dem Wiederaufstieg (hinten, v. l.) Fabio Pinto Da Silva, Nico Gasch, Marco Greco, Leon Gallm, Sam Roth, Tigernachus Schäfer, (Mitte, v. l.) Stephan Firla (Spielausschuss), Marcel Erb (Spielausschuss), Erhan Okuducu, Max Steul, Yannik Schildger, Michael Flachsel, Moritz Pierau, Janik Luzhnica, Co-Trainer David Ahäuser, Trainer Florian Schwing; (vorn, v. l.) Jerome Seipp, Ricardo Mankowski, Moritz Dechant, Max Sturmeit, Fabian Zscheich, Sergen Bayraktar, Michael Ochere, Mouad Azaitouni.
+
Der SV Gronau geht mit folgender Mannschaft in seine zweite Gruppenliga-Saison seit dem Wiederaufstieg (hinten, v. l.) Fabio Pinto Da Silva, Nico Gasch, Marco Greco, Leon Gallm, Sam Roth, Tigernachus Schäfer, (Mitte, v. l.) Stephan Firla (Spielausschuss), Marcel Erb (Spielausschuss), Erhan Okuducu, Max Steul, Yannik Schildger, Michael Flachsel, Moritz Pierau, Janik Luzhnica, Co-Trainer David Ahäuser, Trainer Florian Schwing; (vorn, v. l.) Jerome Seipp, Ricardo Mankowski, Moritz Dechant, Max Sturmeit, Fabian Zscheich, Sergen Bayraktar, Michael Ochere, Mouad Azaitouni.

Saisonvorschau

Jugend forscht 2.0 beim SV Gronau

  • Uwe Born
    vonUwe Born
    schließen

Der SV Gronau geht in sein zweites Jahr in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt-West - und damit in das vierte von Trainer Florian Schwing. Und der ist seinem Motto treu geblieben.

Ob der SV Gronau in der Meisterschaftsrunde 2019/2020 als Gruppenliga-Neuling auch ohne den coronabedingten Saisonabbruch den Klassenerhalt gepackt hätte, sei dahingestellt. Dass der Klub aus dem Bad Vilbeler Stadtteil, der ab dem Sommer 2012 bis zum Mai 2016 bereits vier Jahre Gruppenliga-Status genoss, auf dem besten Weg dorthin war, ist nicht zu bestreiten.

Jedenfalls endete das letzte Pflichtspiel Anfang März mit einem souveränen 3:0-Sieg bei den Sportfreunden in Friedrichsdorf und ließ erahnen: Die blutjunge Gronauer Truppe, deren Durchschnittsalter inzwischen auf 20,4 Jahre gesunken und damit in der Gruppenliga Frankfurt-West bezüglich des Postulats "Jugend nach vorne" absolute Spitze ist, war gut drauf und hatte sich nach dem Komplettumbruch des Vorjahres unter Trainer Florian Schwing in der ersten überregionalen Fußballklasse Respekt verschafft. Daraus ergibt sich: Machen sie in Gronau dort weiter, wo sie im Frühjahr aufgehört haben, sind weitere überzeugende Resultate gegen vermeintlich stärker eingestufte Kontrahenten unausweichlich.

Was hat sich getan? Beim SV Gronau herrschen rund ums junge Team klare Verhältnisse. Florian Schwing, der 36-jährige Chefcoach, geht ins vierte Jahr, während David Ahäuser als Co-Trainer und Reinhard Knoblauch als Torwarttrainer an seiner Seite ebenfalls wichtige Aufgaben übernehmen. Stephan Firla (Spielausschuss-Boss) organisiert zusammen mit Marcel Erb die Arbeit im Hintergrund, wobei alle beteiligten Protagonisten ein gemeinsames Ziel verfolgen: Zusammenwachsen lassen, was bereits in großen Teilen zusammengewachsen ist. Zu diesem Zweck hat man sich punktuell verstärkt, holte mit Max Sturmeit, Dorian Pavlovic und Nico Raimondi ausschließlich A-Jugend-Spieler, zu denen sich mit Mittelfeld-Motor Sergen Bayraktar (23) ein Spieler gesellte, von dessen Verbandsliga- und Hessenliga-Erfahrung (Türk Gücü Friedberg, Rot-Weiß Walldorf) nach Schwings Vorstellung das ganze Team profitieren müsste. Ärgerlich, aber Fakt: Je- rome Seipp (Vatanspor Bad Homburg), Ricardo Mankowski (Croatia Frankfurt) und Mouad Azaitouni (Heisenrath Goldstein) sollten eigentlich den Kader ergänzen, sind jedoch - quasi auf den letzten Drücker - wieder abgesprungen. "Das wirft uns nicht aus der Bahn. Die Absicht, vorwiegend mit jungen Talenten aus der Umgebung zu arbeiten, ist bei uns nach wie vor Programm", sagt der Gronauer Übungsleiter.

Einsatzzeiten für alle

Wie läuft die Vorbereitung? "Sehr gut", meint Schwing und verrät, schon im Juli habe die freiwillige Trainingsbeteiligung bei 90 Prozent gelegen: "20 Spieler sind inzwischen der Durchschnitt." Taktisch und athletisch sei die Mannschaft auf einem guten Weg, auch wenn einige Testspielresultate gewiss nicht das Gelbe vom Ei gewesen seien: "Das ist jedoch nicht so wichtig. Hauptsache, jeder bekommt genügend Einsatzzeiten." Ergebnisbezogen verbuchte man Siege über Eintracht Oberrodenbach (3:0) und den SV Kilianstädten (2:1), denen Niederlagen gegen Kewa Wachenbuchen (1:3) und Germania Niederrodenbach (3:5) folgten. Getestet wird noch zu Hause gegen die Sportfreunde 04 Frankfurt (heute, 20 Uhr) sowie am kommenden Sonntag gegen die SG Marköbel (Anpfiff: 15 Uhr).

Wie lautet die Zielsetzung? Funktioniert alles wie vorgesehen, liegt für den SV Gronau eine Platzierung im sicheren Tabellenmittelfeld im Bereich des Machbaren. Das Plus der Mannschaft: Alle Spieler stehen noch am Anfang ihrer sportlichen Entwicklung, haben als Team schon ein Jahr Gruppenliga-Erfahrung auf dem Buckel und verfügen in Nico Gasch (13 Saisontreffer), Fabio Pinto Da Silva (9) sowie Marco Greco (9) über Offensivkräfte, die genau wissen, wo der gegnerische Kasten steht. "Vergangenes Jahr haben wir das erste Saisondrittel nach einer schwachen Vorbereitung glatt verschlafen. Diesmal sieht es anders aus. Alle ziehen mit, und ich rechne mit einem viel besseren Saison-Einstieg", sagt Schwing. Das könnte vor allem dann klappen, wenn man die ersten vier Spieltage mit drei Heimspielen gegen den FSV Friedrichsdorf, den Lokalrivalen SC Dortelweil und gegen den FC-TSG Königstein berücksichtigt.

Das sagt der Trainer: "Für mich als Trainer ist es natürlich eine Riesensache, mit dieser jungen Mannschaft zu arbeiten. Neid auf andere Vereine, die sich aus Erfolgsdrucks finanziell mächtig ins Zeug legen, verspüre ich jedenfalls nicht. Unser Weg, mit Augenmaß langfristig etwas aufzubauen, macht wirklich Spaß und wird im Amateurfußball viel zu wenig in Angriff genommen. Was mich von Verbansseite stört: Bei den Profis können ab sofort fünf Spieler eingewechselt werden, was ich durchaus begrüße, bei uns jedoch nur drei. Das passt nicht zusammen und ist für mich nicht nachvollziehbar".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare