Jens Boy TV Okarben
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Das Tischtennis-Interview

Jens Boy: "Ein Stück Normalität für alle bieten"

  • vonMichael Stahnke
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Abteilungsleiter Jens Boy vom Tischtennis-Bezirksoberligisten TV Okarben spricht über Corona, die Conti-Schließung und sportliche Perspektiven.

Jens Boy verlor zwar mit seiner eigenen zweiten Mannschaft des TV Okarben in der Tischtennis-Bezirksoberliga der Herren, Gruppe 2, gegen den TSV Butzbach mit 3:9 und wird wohl auch den Weg in die Bezirksliga antreten müssen, doch der Sieg der "Ersten" mit 7:5 gegen den TTC Höchst/Nidder II und die Gesamtsituation in der Sparte des TV stimmt den Abteilungsleiter doch sehr zufrieden, wie er im Interview erläutert.

Herr Boy, wie sehen Sie die Gesamtsituation der Tischtennismannschaften beim TV Okarben im Moment?

Runter geht es immer, aufzusteigen ist sehr schwer. Deshalb haben wir es auch mit der zweiten Mannschaft wieder in der Bezirksoberliga versucht, auch wenn wir wohl jetzt absteigen werden. Das macht aber nichts, da wir eine tolle Truppe haben und wir in der Abteilung froh sind, dass die erste Mannschaft den Klassenerhalt wohl schaffen wird, und sich auch die dritte Mannschaft in der Bezirksklasse nach dem Abstieg wieder stabilisieren kann. Dumm gelaufen ist es dagegen bei unserer fünf Mannschaft, die ich leider habe abmelden müssen. Die Spieler hätten zwar gerne zumindest in der Sonderklasse gespielt, doch in der "heißen" Corona-Zeit konnten wir vor der Meldefrist keine Spielersitzung machen, sodass ich die Spieler teilweise einfach nicht erreichen konnte. Die Spieler sind aber alle im Training und können in den anderen Mannschaften Ersatz spielen. In der kommenden Saison werden sie mit Sicherheit wieder gemeldet werden.

Dr. Dirk Söhnholz und Martin Langlitz spielen nicht mehr. Warum?

Beide sind beruflich so eingespannt, dass sie in dieser Saison wohl gar nicht mehr spielen werden. Dr. Dirk Söhnholz wollte gar nicht mehr auf dem Meldebogen stehen, doch auch hier gab es ein Kommunikationsproblem. Martin Langlitz wird ebenfalls erst einmal ausfallen, wohl aber nur in dieser Saison.

Ist sportlich irgendwann auch wieder mehr als Bezirksoberliga geplant?

Die Zeit in der Verbandsliga war schön, da eine gute Stimmung herrschte und es tolle Spiele zu sehen gab. Daran ist derzeit aber nicht zu denken, da der Sprung einfach riesig ist. Wir könnten so etwas nur wieder mit einem Kaderspieler erreichen. Sven Neumann hat ja allerbeste Kontakte zum Hessischen Tischennisverband, sodass so etwas zwar immer wieder möglich ist, doch erzwingen kann man es nicht.

Vor der Saison gab es einige Neuzugänge bei den Damen, ohne dass es sportlich besser wird….

Unsere Damenmannschaft ist noch ein zartes Pflänzchen. Die Neuzugänge hatten noch keine Erfahrung, sodass sie jetzt diese erst einmal in der Kreisliga sammeln sollen. In der Zukunft könnte es dann auch sportlich vielleicht mehr werden und auch eine zweite Damenmannschaft ist dann nicht mehr ausgeschlossen.

Wie ist das Spielen unter den geltenden Hygiene-Bedingungen allgemein?

Alle diejenigen Spieler, die am Spielbetrieb teilnehmen, sehen es eher locker, da sie sich ja auch dafür entschieden haben. Wenn wir Angst hätten, würden wir nicht spielen. Ich vermisse aber die Doppel, da man sich dort immer gut warmspielen konnte.

Wie läuft die Jugendarbeit?

Die Jugendarbeit wird von Julius Lamprecht, Matthias Ruppert und Cornelia Reckziegel-Neumann hervorragend organisiert. Ich war letzte Woche da und habe eine proppenvolle Halle gesehen, in der die Jugendlichen engagiert im Einsatz waren. Neben der Wiedereröffnung der Schulen sind viele Eltern froh, dass ihre Kinder nun auch wieder Sport machen können und einen normalen Tagesablauf haben. Das ist wirklich toll zu sehen. Auch vom Vorstand her können wir das gut unterstützen, da Christian Kessler dazu gestoßen ist und aktiv mitarbeitet. Somit konnte auch dieser wesentlich verjüngt werden.

Ein weniger schönes Thema ist die Schließung des Continental-Werks in Karben. Gibt es Spieler in Ihrem Verein, die das betrifft?

Ich kenne nicht alle Berufe, die unsere Spieler haben, aber ich glaube, dass keiner dort arbeitet. Als Kärber kenne ich aber mindestens zehn Personen privat, die davon betroffen sind. Auch deshalb ist es so wichtig, dass bei uns wieder regulär Tischtennis gespielt wird. Bisher konnte ich mir das noch nie vorstellen, dass es einmal etwas Besonderes sein würde, wieder Wettkampf-Tischtennis spielen zu können. Bisher musste ich mir darüber noch nie Gedanken machen. Als dann vom Main-Kinzig-Kreis her der Spielbetrieb in unserer Klasse ausgesetzt wurde, dachte ich schon, dass es das jetzt wieder gewesen ist. Deshalb können wir jetzt alle froh sein, als Verein ein Stück Normalität für alle bieten zu können. FOTO: NICI MERZ

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