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Jan Dillemuth (TV Assenheim) feiert in Rostock den bisher größten Erfolg seiner Karriere. Dabei kann ihn auch der Regen nicht aufhalten.

Leichtathletik

Jan Dillemuth gewinnt Deutsche U18-Meisterschaft über 3000 Meter

  • VonTanja Weber
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Jan Dillemuth vom TV Assenheim konnte sich am Wochenende doppelt freuen. Der Florstädter gewann bei der Jugend-DM in Rostock gleich zwei Medaillen in der U18.

(web). Einen rausgehauen hat Jan Dillemuth bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften in Rostock: Der Leichtathlet vom TV Assenheim holte sich den U18-Titel über 3000 Meter und Bronze über 800 Meter. Die Wettkämpfe (U20/U18) am vergangenen Wochenende an der Ostsee waren komplett zuschauerfrei. Auch von außen wurde von der Security alles streng überwacht, um Ansammlungen von Interessenten zu vermeiden.

Der 17-jährige Jan Dillemuth war der einzige Athlet des Hessischen Leichtathletik-Verbandes, der über die Mittelstrecken zweimal an der Startlinie stand. Am Freitagabend trat er gegen 20 andere Konkurrenten über 3000 Meter an. Zunächst war das Tempo ruhig, erst 250 Meter vor dem Ziel übernahm Dillemuth die Führung. »Jan spielte seine Spurtqualitäten aus und wehrte alle Angriffe von Silas Zahlten (LG Brillux Münster) souverän ab«, sagte Trainer Andreas Ulbrich. Mit sechs Metern Vorsprung feierte er in 8:50,42 Minuten den bisher größten Triumph seiner Karriere. »Der Rennverlauf mit dem anfänglich langsamen Tempo und dem Endspurt war genauso, wie ich gehofft hatte«, sagte der DLV-Kaderathlet bei leichtathletik.de.

Im Vorlauf über 800 Meter qualifizierte sich Dillemuth am Samstagabend direkt für das Finale: Platz zwei in 2:04,48 Minuten. »Hier habe ich Kräfte gespart, um am Sonntag im Endlauf möglichst frisch zu sein«, analysierte der Oberstufenschüler. »Die ersten Drei eines Laufes waren direkt qualifiziert.« Das Finale hatte es dann in sich: Das Tempo war von Beginn an unbeständig, der Assenheimer zunächst weit entfernt von der Spitze. Zehn Meter vor dem Ziel mobilisierte er alle Kräfte, fing im Endspurt Malik Skupin-Alfa (Offenburg) ab und feierte in 1:53,19 Minuten Bronze.

»Ich bin mega happy«, strahlte Dillemuth. »Für die U18-EM habe ich über 800 und 1500 Meter die Normzeiten geschafft, aber sie findet Pandemie-bedingt nicht statt. So waren die nationalen Titelkämpfe der Saisonhöhepunkt.« Trainer Ulbrich ergänzte: »Jan ist der erste Assenheimer Athlet, der es in den orangenen Vereinsfarben zum Deutschen Meister gebracht hat!« In der Dunkelheit am Sonntagabend wurde der Teenager von seinen Eltern, Freunden und den Nachbarn vor der Haustür in Florstadt mit Wunderkerzen und Fahne empfangen.

Benedict Michel von der LG OVAG Friedberg-Fauerbach wurde derweil Neunter im Diskuswurf. Als Ziel hatte das Wurftalent aus der Kreisstadt den Endkampf ausgegeben, also einen Platz unter den besten acht in der U18. Dieses Ziel hat Michel knapp verpasst. 45,92 Meter waren am Ende zu wenig. Mit seiner Bestleistung von 51,32 Metern wäre eine Top 6-Platzierung drin gewesen. »Schade«, sagte Trainerin Marion Michel. »Es passt zur durchwachsenen Vorbereitung. Der erste Versuch war deutlich besser und dran an der Bestleistung, aber ganz knapp ungültig. Es war also mehr drin.« Benedict Michel selbst bilanzierte: »Leider lief es nicht wie geplant. Jetzt heißt es weitermachen und noch härter trainieren.« Nächste Woche gibt es die nächste Chance bei den Süddeutschen Meisterschaften.

Eva Sulzers Katz- und Mausspiel

Eva Sulzer (Eintracht Frankfurt) hatte sich für den 3000-Meter-Lauf der U20 empfohlen. Unter zehn Minuten hatte sie geplant, 10:18 und Platz elf ist es dann geworden. »Ich bin sehr unzufrieden und weiß auch nicht, was los war«, sagte die Steinfurtherin. »Mein Lauf war hochkarätig besetzt, das Anfangstempo in den ersten beiden Runden sehr schnell.« Sulzer ging das Tempo mit. Das Feld zog sich auseinander. Ein Katz- und Mausspiel mit einer Läuferin, die sie wechselnd überholte, um dann Tempo herauszunehmen, kostete die 18-Jährige Körner. »Ich schaue jetzt nach vorne zu meinem nächsten Ziel, den Deutschen Straßenlauf-Meisterschaften über zehn km am 31. Oktober«, beschloss die Zwölftklässlerin.

Zwei Athleten schickte der SV Fun-Ball Dortelweil zum nationalen Vergleich. Sprinter Linus Krüger und Mittelstrecklerin Natalie Scrivener. Beide erreichten nicht den Endlauf. »Ich bin über 100 Meter nach einem guten Start 11,03 Sekunden gelaufen, meine zweitschnellste Zeit bis jetzt«, sagte Krüger. »Trotzdem wäre mehr möglich gewesen, mit einer kleineren Verbesserung meiner bisherigen Bestzeit hätte ich mich für das Halbfinale qualifiziert.

Die 200 Meter von Krüger liefen etwas unglücklich: Direkt vor seinem Lauf fing es an zu regnen, und der Wind drehte. Die guten ersten 100 Meter konnte Krüger nicht auf die zweite Streckenhälfte übertragen. Er trat in der Kurve auf die Linie seiner Bahn und wurde nachträglich disqualifiziert. »Alles in allem bin ich eher enttäuscht von dem Wettkampf, der aber nicht die erfolgreiche Saison schmälern sollte«, sagte Krüger. Jetzt stehen für den Sprinter die »Hessischen« an, wo er auf jeden Fall in der U20 Medaillen gewinnen will.

Natalie Scrivener trat im ersten Lauf über 800 Meter in der U18 an. Das Rennen war taktisch und somit langsamer als erwartet: 4:54,44 Minuten reichten nicht, um sich als eine der Zeitschnellsten fürs Finale zu qualifizieren. »Trotzdem freue ich mich über den 15. Platz und die Erfahrungen, die ich sammeln durfte«, blickte die 16-Jährige zurück. Trainerin Amaliya Sharoyan bilanzierte: »Wir brauchen noch etwas mehr Erfahrung mit Wettkämpfen auf hohem Niveau.«

Die Friedbergerin Mia Haselhorst (Königsteiner LV) hatte sich für die 100 Meter Hürden in der U18 qualifiziert. Sie schied im Vorlauf nach einem Fehlstart aus. Auch die Bad Vilbelerin Nele Kühn (Eintr. Frankfurt) wurde über 200 Meter disqualifiziert. Über 400 Meter schied sie im Halbfinale (58,73 sec.) aus.

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