Hier kommt Hirst: Der 23-Jährige hat seine erste Einwechslung für den FC Gießen gleich vergoldet. (Kuhn)

Nach Abschied von Kickers Offenbach

Bad Nauheimer Jake Hirst spricht über Traum-Einstand beim FC Gießen

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Der neue Stürmer des FC Gießen hat ein Talent dafür, besondere Geschichten zu schreiben. Jake Hirst erzählt über sein Premierentor für Gießen in der Fußball-Regionalliga Südwest.

Bei den Offenbacher Kickers verzückte Jake Hirst die Fans vom Bieberer Berg ein Jahr lang mit der märchenhaften Geschichte: 22-Jähriger kommt aus der Kreisoberliga in die Regionalliga Südwest und avanciert zum erfolgreichsten Stürmer der Kickers. Der Bad Nauheimer entzündete mit seinen Toren eine Flamme, die die Fans mit dem Song "Hirst is on fire" größer und größer werden ließen. Elf Pflichtspieltore hatte der Stürmer zum Ende der letzten Saison erzielt.

In dieser Spielzeit erlosch das Feuer vorerst - Hirst war nur noch Stürmer Nummer drei unter dem Inheidener Trainer Daniel Steuernagel. Schon vor zwei Wochen fragte der FC Gießen bei seiner Stürmersuche in Offenbach an. "Ich bin aber niemand, der davonlaufen möchte, ich wollte mich beim OFC beweisen", sagt der heute 23-Jährige.

Am Donnerstag nun bekam Hirsts Berater von OFC-Sportdirektor Sead Mehic einen Anruf, in dem Mehic klar machte, dass Hirst aktuell keine sportliche Perspektive in Offenbach habe. Die veränderte Transferpolitik setzt auf erfahrene Kräfte. Am Freitag verhandelten beide Vereine, nach dem Abschlusstraining in Offenbach bekam Hirst den Anruf, dass er einen Vertrag in Gießen unterschreiben könnte. Also fuhr der 1,94-Meter-Mann nach Mittelhessen, unterzeichnete und fuhr noch am gleichen Tag mit Teambetreuer Markus Haupt nach Balingen. Am Abend lernte er die Mannschaft des FC Gießen kennen - bekannt waren ihm unter anderem Nico Rinderknecht, Noah Michel und Johannes Hofmann.

Am Samstag, erst wenige Stunden nach seiner Verpflichtung, wird Hirst eingewechselt und erzielt in der 69. Minute das goldene Tor zum 1:0-Sieg des FC. Jake Hirst ist der Mann für die (kleinen) Märchen. Das vom Samstag soll nur der Grundstock für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sein.

Herr Hirst, warum haben Sie dem FC Gießen nicht schon vor über zwei Wochen zugesagt?

Jake Hirst:Damals war das Transferfenster ja noch lange offen. Ich hatte in Offenbach einen Zweijahresvertrag und wollte mich durchsetzen. Es war keine einfache Situation, aber ich bin niemand, der wegläuft und wollte mich beweisen. Als am Donnerstag der Anruf meines Beraters kam, musste ich nicht lange überlegen. Gießen ist ein attraktiver Verein, zudem näher an meinem Wohnort Bad Nauheim.

Woran machen Sie es fest, dass Sie in dieser Saison in Offenbach nicht zum Zug kamen? War die Konkurrenz schlicht größer?

Hirst:Ich weiß es nicht, ehrlich gesagt. Ich habe versucht, gut zu trainieren und mich anzubieten. Aber ich bin jedem in Offenbach dankbar, dass ich die Chance bekommen habe und eine Saison lang vor dieser Kulisse spielen durfte. Da lernt man als Spieler und Mensch.

Warum ist der FC Gießen ein guter Verein für Sie?

Hirst:Trainer Daniyel Cimen hat auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht. Er hat mir glaubhaft aufgezeigt, dass ich mich hier entwickeln kann. Als Spieler willst du dein Potenzial ausschöpfen.

Wie bewerten Sie Ihren Einstand in Balingen?

Hirst:Es ist schön, wenn man neu in einen Verein kommt und gleich helfen kann. Es war ja auch nicht selbstverständlich, dass ich eingewechselt werde, schließlich war ich erst ein paar Stunden da.

Haben Sie schon ein Gefühl dafür, wie schwer es wird, den Klassenerhalt mit dem FC Gießen zu erreichen?

Hirst:Ich habe gestern erst meine zweite Trainingseinheit absolviert und kann noch wenig sagen. Aber die Mannschaft ist in der Lage, jede Woche zu punkten. Ich habe in der letzten Saison gelernt, dass in der Regionalliga jeder jeden schlagen kann. Wir sollten immer auf das nächste Spiel und nicht zu sehr in die Zukunft schauen.

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