Handball

Zur Not bis Jahresende ohne Zuschauer

  • vonred Redaktion
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(gs). Die Stille ist ihnen geradewegs unheimlich. Menschen, die sonst von Spiel zu Spiel hetzen, von Termin zu Termin, sie müssen die Füße still halten und nicht nur die. "Es ist schon eine ganz merkwürdige Situation", sagt Finn Lemke, der in der Quarantäne nicht einmal Kontakt haben darf zu seiner Frau und seinen beiden kleinen Söhnen.

Und ein Ende der Isolation ist zunächst nicht in Sicht. "Ich bin noch immer leicht erkältet, auch der letzte Corona-Test am Mittwoch war wieder positiv", berichtet der Kapitän von Handball-Bundesligist MT Melsungen. Zwar ist er nicht mehr ans Bett gebunden, "aber Sport ist überhaupt noch nicht möglich".

Hoffnung im MT-Lager mache, dass die Quarantäne der Mannschaft zunächst "nur" bis kommenden Dienstag befristet sei. Wann die MT aber wieder das Training aufnehmen kann, sei noch ungewiss. "Fakt ist", so Manager Axel Geerken, "dass wir nach dieser Zwangspause nicht aus der kalten Hose heraus wieder spielen können, sondern erst einmal wieder einige Trainingseinheiten benötigen werden.

Dass es in der Bundesliga generell weitergehe, sei unbestritten - obwohl gestern kurzfristig auch das Donnerstag-Spiel Magdeburg - Essen wegen eines unklaren Tests bei einem SCM-Spieler (erst positiv, dann negativ) abgesagt wurde.

"Wenn wir die Bundesliga jetzt unterbrechen, dann bekommen wir wohl keine Saisonwertung über mindestens eine Halbserie hin", erläutert Geerken. "Deshalb wollen wir so weit kommen, wie es geht." Der Hintergedanke: Sollte vom 13. bis 30. Januar die WM in Ägypten ausgetragen werden, könnten die Bundesligisten erst im Februar wieder in ihr dann großes Restprogramm starten. Angesichts dessen will die HBL ihren Spielbetrieb zur Not auch bis zum Jahresende ohne Zuschauer fortsetzen. Das Votum der 20 Vereine dafür fiel einstimmig aus für den Fall, dass die Politik keine Lockerungen der aktuellen Corona-Maßnahmen beschließt.

"Dieser Schritt ist in der momentanen Situation alternativlos", wird Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin, vom Sportinformationsdienst zitiert. "Wir hoffen, dass wir schon bald wieder vor Zuschauern spielen können. Ich rechne aber frühestens nach der WM damit."

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