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»Iron Maik« am Limit

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(mn) Maik Franz hatte extra geübt. »Ich war zweimal Schlittschuhlaufen letzte Woche. Aber das wird eine wacklige Angelegenheit«, ahnte der Ex-Profi-Kicker, der für einen Nachmittag in die Eishockey-Kluft schlüpfte.

Für den »Inside Report« des Pay-TV-Senders Sky stellt sich der 33-Jährige neuen Herausforderungen. Das Motto: »Iron Maik – Sport am Limit«. Am Dienstag drehte ein neunköpfiges Produktionsteam einen Tag lang im Colonel-Knight-Stadion.

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99 Gelbe, drei Gelb-Rote und sechs Rote Karten hat der Verteidiger allein in den 231 Spielen in der ersten und zweiten Bundesliga kassiert. Von 2009 bis 2011 stand Franz bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag, im Januar dieses Jahres hat der Blondschopf seine Karriere in Berlin offiziell beendet.

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»Wie zu meinen Profizeiten werde ich in den Challenges sicher nicht zurückstecken. Es wird authentisch, ausgeflippt und knallhart werden - aber auch humorvoll«, sagte Franz als die Produktionsassistentin mit Ex-Eishockey-Profi Martin Prada noch letzte Details über einen kurzen Stop zum Dreh in dessen Sportsbar »Postwagen« besprach.

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Welche Geschwindigkeit hat ein Schlagschuss? Welche Kräfte wirken bei einem Bodycheck? Und welche Rolle spielt die Körpermasse eines Torhüters wenn es darum geht, Gegentreffer zu verhindern? Drei zentrale Fragen bilden den Mittelpunkt des acht bis zehnminütigen Beitrags, dessen Ausstrahlung am 17. April geplant ist. Launig und informativ zugleich solle den Zuschauern der Sport präsentiert werden.*

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Mehr als zwei Stunden benötigte das Produktionsteam, das aus München angereist war, zum Aufbau. Eine Slowmotion-Kamera wurde installiert, aus Salzwedel war Ingenieur Thomas Olscheswki als Experte angereist, um die Wirkung eines Bodychecks zu erklären. Und mit Alexander Baum, Maik Blankart, Tim May und Goran Pantic gingen auch gleich vier Profis des EC Bad Nauheim mit auf das Eis.

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Und die hatten schnell ihren Spaß. Dass Franz geübt hatte, sah man ihm nämlich nicht an. Wacklig auf den Beinen, den Schläger als ausgleichende Stütze nutzend, betrat der Fußballer das glatte Parkett und drehte einige Runden. »Ich schwitze schon, ohne dass ich etwas getan habe«, schnaufte Franz mit rotem Kopf, als aufwändig die ersten Einstellungen auf dem Eis gedreht waren.

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Im Sprintduell stellte er sich Baum und Blankart, die ihm derart deutlich davonliefen, dass der Produktionsleiter kurzerhand den zwölfjährigen Jeremy Brittain und den siebenjährigen Joel Koczlarek (ebenfalls schneller) gegen Franz antreten ließ, ehe dieser den Puck mit rund 70 km/h in die Maschen drosch (Baum erreichte knapp 150 km/h). Spaß gemacht hat’s auf jeden Fall - das konnte man »Iron Maik« ansehen.

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Vor den Dreharbeiten hat WZ-Redakteur Michael Nickolaus mit dem 33-Jährigen gesprochen.

Maik Franz, was reizt Sie am Projekt Iron Maik?

Maik Franz : Von der Couch oder der Tribüne sieht immer alles so einfach aus. Ich will es selbst ausprobieren und habe schon in der ersten Folge mit Handball-Nationaltorwart Silvio Heinevetter gespürt, wie viel Mut und Feuer in einer solchen Sache steckt. Da kommt der Ball mit 120 Stundenkilometern an dir vorbei - und im Grunde ist man froh, dass man nicht getroffen wird. Mir macht’s Spaß, ich kann mich mit dem Projekt identifizieren.

Hatten Sie schon während einer Karriere als Fußball-Profi einen Blick für andere Sportarten?

Franz: Ja. Egal, ob die BG-Basketballer in Karlsruhe, die Grizzlys Adams in Wolfsburg, die Handball-Füchse oder die Eisbären in Berlin. In mir schlägt ein Sportler-Herz, da hatte ich die Augen immer offen. Leider blieb nicht viel Zeit, da der Fokus natürlich auf der eigenen Mannschaft lag.

Sie haben im Januar 2015 Ihre Karriere offiziell beendet. Ist dieses Projekt der erste Schritt in Ihr künftiges Berufsleben?

Franz: Das TV-Business fand ich schon immer interessant. Der Aufwand, der dahinter steckt, ist immens; allein, wenn man sich heute hier umschaut. Ich sehe das aber eher als ein Austesten, ein Ausprobieren. Mit der Berufsgenossenschaft bin ich derzeit im Austausch bezüglich einer Umschulung, und dann sehen wir einmal weiter.

Mit dem Karriereende haben Sie einen neuen Lebensabschnitt begonnen. Wie gehen Sie mit dieser Veränderung um?

Franz: Man muss sich das bewusst machen. Du verschwindest schnell aus dem Fokus, aus dieser Traumwelt, dieser eigenen Welt, in der man als Fußball-Profi lebt. Das ist schon ein Stück weit entfernt vom normalen Leben. Man muss auch lernen, den Hintern wieder hochzukriegen, den neuen Abschnitt zu akzeptieren. Und: Man muss die Erkenntnis gewinnen, dass man auch im Leben danach wieder Gas geben muss, um sich weiterzuentwickeln, um persönliche Erfolge wie Trainerscheine, Lizenzen oder ähnliches zu bekommen.

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