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Die individuellen Nachlässigkeiten werden bestraft

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In Sachen Personal alles im grünen Bereich, dazu der imposante 4:1-Heimsieg letzten Montag über den FSV Fernwald: Vor dem Gastspiel beim Rangzehnten RSV Würges konnten für Klein-Karbens Trainer »Atze« Rompel und seine Mannschaft die Voraussetzungen, endlich auch mal auswärts nach sechs vergeblichen Versuchen zu gewinnen, eigentlich gar nicht besser sein

Doch was Erfolgssaussichten zu garantieren schien, entpuppte sich am Freitagabend im Bad Camberger Stadtteil für den nominell sehr offensiv ausgerichteten Wetterauer Hessenligisten, der mit Andreas Baufeldt, Emanuele Giuliana und Salih Yasaroglu gleich drei Stürmer ins Anfangsteam beordert hatte, mal wieder als Schall und Rauch: Die KSV-Truppe unterlag vor rund 300 Fans deutlich mit 1:4 (0:2), wobei sich der Name des RSV-Stadions - »Goldener Grund« - nach 90 temporeichen Minuten in Bezug auf das Resultat nur auf die zum sechsten Mal siegreichen Gastgeber übertragen ließ, während aus Klein-Karbener Sicht die Sportplatz-Bezeichnung »Fass ohne Boden« gewiss weitaus treffender gewesen wäre.

Weil jedoch Ergebnisse nur eine Seite der Medaille sind, die Leistung des Verlierers aber in vielen Fälle eine ganz andere, muss man die insgesamt sechste Saisonniederlage der Rompel-Elf - auch wenn letztlich nur die geschaffenen Fakten zählen - ein wenig genauer beleuchten. Anders gesagt: Der KSV Klein-Karben verkaufte sich besser, als es das Ergebnis vermuten lässt.

»Wir waren nah dran und haben uns leistungsmäßig mit Würges durchaus auf Augenhöhe bewegt«, meinte »Atze« Rompel, »sind aber nach einer auf gutem Hessenliga-Niveau stehenden und durch viele spannende Zweikämpfe gekennzeichneten Partie wegen individueller Nachlässigkeiten in der Abwehr knallhart bestraft worden«. Eine Tatsache, die, so der KSV-Trainer, nun schon seit Saisonbeginn zu registrieren sei: »Warum das stets auf fremden Plätzen passiert, nicht aber vor eigenem Publikum, kann ich mir nicht erklären.« Auf jeden Fall aber müsse man diese Fehlerquellen minimieren: »Denn um in der Hessenliga auf der sicheren Seite zu stehen, sind auch Auswärtspunkte erforderlich.«

Dass man den Sieg der Platzherren als verdient bezeichnen muss, war für den Klein-Karbener Übungsleiter, der gegenüber der Fernwalder Partie Sven Kunisch anstelle von Kahsai Ghebrezghi auf der linken Abwehrseite brachte und Andreas Baufeldt hinter der Doppelspitze Yasaroglu/Giuliana spielen ließ, nicht wegzudiskutieren: »Die haben eine starke Truppe beisammen und werden ihren Weg machen.«

Seine Äußerung, man sei dennoch »nah dran« gewesen, bezog sich vorwiegend auf die Phase zwischen der 61. und 81. Minute: Nachdem der RSV über eine Stunde lang in seinen Offensivaktionen gegenüber der Klein-Karbener Elf schneller, trickreicher und entschlossener wirkte und durch Steffen Moritz (21. - Direktabnahme nach zu kurzer Abwehr im Klein-Karbener Strafraum) sowie Erik Lederer (44. - gewann gegen KSV-Innenverteidiger Kevin Simmons das direkte Laufduell, trickste Torwart Robert Cue aus und vollendete mühelos) auch zwei von vier klaren Gelegenheiten zur deutlichen Pausenführung umzumünzen verstand, klappte es auf Seiten des KSV in der 61. Minute erstmals wie vorgesehen: Andreas Baufeldt - ansonsten eher blass - setzte sich auf der rechten Seite energisch durch, flankte von der Grundlinie, und in der Mitte ließ sich Salih Yasaroglu nicht zweimal bitten, zog sofort ab, und traf mit seiner so ziemlich einzigen gelungenen Aktion per Flachschuss ins rechte Eck.

Ein Treffer mit Folgen, denn Würges wankte, verlor den Rhythmus und hatte hinten in zwei brenzligen Situationen großes Glück, dass Emanuele Giuliana nach punktgenauen Flanken von Selim Aljusevic (65.) und Filmon Ghebrezghi (66.) zu lange zögerte und deshalb vergab.

Gabriel Cuomos Goal zum vorentscheidenden 3:1 beendete freilich die Klein-Karbener Hoffnung auf zumindest einen Teilerfolg abrupt. Der junge Maik Vetter hatte sich nämlich nach 81 Minuten von RSV-Mittelfeldspieler Moritz, der einen an sich unberechtigten Freistoß schnell ausführte, überrumpeln lassen, Cuomo zog auf und davon - im Klein-Karbener Kasten musste Robert Cue das Leder zum dritten Mal aus dem Netz holen.

Die Partie war definitiv gelaufen. Moritz’ zweiter Tagestreffer kurz vor dem Abpfiff von Referee Heiko Langhammer (Königstätten), der wegen eines Defektes der Flutlichtanlage nicht um 19.30 Uhr, sondern erst um 20.10 Uhr angepfiffen hatte, interessierte allenfalls die Statistiker, denen ein anderes Detail viel wichtiger war: Nach einem torlosen Remis sowie 0:1- und 1:4-Niederlagen war es der erste Heimsieg eines RSV-Teams gegen den KSV Klein-Karben überhaupt.

Bitter für den Wetterauer Hessenligisten, denn zu Hause ausbügeln zu müssen, was auf fremdem Terrain partout nicht klappen will, ist - um in der Tabelle nicht nach unten durchgereicht zu werden - am kommenden Freitag auf dem Günter-Reutzel-Sportfeld gegen den 1. FC Eschborn erneut Programm. Uwe Born

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