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Trainer Franz-David Fritzmeier will sich und den Löwen den großen Traum vom Aufstieg erfüllen.

In Frankfurt lebt der Traum vom Aufstieg

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(mka/lof). Seit drei Jahren arbeiten die Löwen Frankfurt am Aufstieg in die erste Klasse des deutschen Eishockeys, nun geht es in die entscheidende Phase - unter nicht nur wegen Corona schwierigen Umständen, aber mit viel Zuversicht. Die Gesellschafter Stefan Krämer und Andreas Stracke sowie Sportdirektor und Headcoach Franz-David Fritzmeier stellten sich unseren Fragen.

Den Löwen stehen wichtige Wochen bevor: Spätestens am 22. Mai entscheidet sich, ob der lang angestrebte Aufstieg in die DEL glückt. Wie sind die Aussichten in diesen speziellen Zeiten?

Krämer: Zunächst einmal kämpfen wir weiter jeden Tag aufs Neue mit den Auswirkungen der Pandemie und ums Überleben. Mit der Unterstützung unserer Fans, unseren Partnern und Sponsoren sowie den Bundeshilfen wird uns das hoffentlich gelingen. Im sportlichen Bereich haben wir uns nach unserer Quarantäne und trotz vieler schwerwiegender Verletzungsprobleme wieder an die vorderen Regionen herangekämpft. Jetzt gilt es, die bestmögliche Platzierung für die Playoffs zu erreichen.

Seit 2018 wird akribisch daran gearbeitet, bereit zu sein, wenn die Tür nach oben wieder aufgeht. Die ersten beiden Jahre schon sehr erfolgreich, mit dem ersten Hauptrundenplatz. Hadern Sie manchmal etwas, dass jetzt, da es wirklich zählt, so viele Widrigkeiten im Weg stehen?

Stracke: Natürlich ist die Basis für unseren Plan, dass eine solche Saison unter Normalbedingungen abläuft. Volle Hallen wären auch uns lieber gewesen, damit wir jeden Sieg mit den Fans und unseren Partnern hätten feiern können. Darüber hinaus spielt die Einnahmensituation eine große Rolle. Aber manchmal kommt es eben anders, und diesmal hat uns alle die Pandemie vor eine Herkulesaufgabe gestellt. Dennoch: Wir haderten in den vergangenen Monaten nie, wir versuchten stets zu handeln und Lösungen zu finden.

Es sind ja nicht nur die Corona-Umstände, einschließlich der langen Quarantäne im Januar: Zur Unzeit leiden die Löwen unter vielen Ausfällen, jetzt hat es auch noch Adam Mitchell erwischt. Kann man das überhaupt auffangen, ohne große Qualitätsverluste?

Fritzmeier: Im Sport kann dir so etwas leider immer passieren. Dass es uns allerdings die vergangenen Monate so regelmäßig mit langwierigen Verletzungen erwischt hat - wie auch der Ausfall von Manuel Strodel oder David Suvanto -, ist eher nicht normal. Allerdings haben wir auch noch gute Spieler auf dem Eis, die versuchen müssen, die Skills der ausfallenden Teamkollegen zu kompensieren.

Ein Trumpf wird den Löwen auch fehlen: die Fans. Ein großer Verlust, nicht nur stimmungsmäßig…

Krämer: Heimspiele ohne Fans sind einfach absurd und surreal. Auch sind unsere lautstarken Fans bekannt dafür, unserer Mannschaft den Extra-Kick zu geben. Auch das fehlt derzeit und ist sicher ein Nachteil. Da wir in der DEL 2 Jahr für Jahr die höchsten Zuschauerzahlen und dadurch auch die höchsten Einnahmen in dem Bereich hatten, trifft es uns von allen Klubs sicher am härtesten. Die in diesem Zusammenhang bereitgestellten Bundeshilfen helfen uns, jedoch kompensieren wir damit nicht die tatsächlichen Einnahmeverluste. In diesem Zusammenhang hilft uns die Loyalität unserer Fans und besonders das kulante Verhalten vieler Dauerkarteninhaber.

Für die Corona-Hilfen des Bundes für den Profisport haben Sie sich bereits bedankt. Sind schon Überweisungen eingegangen?

Krämer: Die ersten Zuschüsse gerade hinsichtlich der Kompensation der entgangenen Zuschauereinnahmen sind bei uns eingetroffen. Dies deckt in etwa 25 Prozent unseres Saisonetats. Weitere Anträge sind seit Anfang März eingereicht oder in den letzten Zügen. Wenn alles in diesem Zusammenhang optimal für uns läuft, erhalten wir zwar die erforderliche »Hilfe zur Selbsthilfe«, aber mit den staatlichen Hilfen alleine wird keine Kostendeckung gegeben sein.

Wenn der ersehnte Aufstieg gelingt: Bekommen die Löwen nach dem Corona-Jahr noch genug Geld für die DEL zusammen?

Stracke: Auch daran arbeiten wir permanent. In der aktuellen Zeit mit täglichen Änderungen und Unwägbarkeiten können wir jetzt dazu noch keine verbindliche Aussage treffen. Im Erfolgsfall werden wir es wirtschaftlich schaffen können, wenn sich unsere Partner bis zum Tag X verbindlich committen und unsere Fans und die Stadtpolitik ebenfalls mitziehen.

Und wenn der Aufstieg nicht gelingt: Wird es dann schwer, die Mannschaft beisammen zu halten? Gerade die jungen Spieler, die man selbst so voran-gebracht hat?

Fritzmeier: Sicher wird es dann schwer, unsere jungen Topspieler zu halten. Momentan denken wir aber an die Gegenwart und ich glaube, besonders diese Spieler werden alles dafür tun, um mit Frankfurt in die DEL zu gehen.

Worauf wird es ankommen, um Meisterschaft und Aufstieg zu feiern?

Fritzmeier: Nicht von Corona-Fällen im Team betroffen zu sein, von weiteren Verletzungen verschont zu bleiben und das restliche Team - trotz der bisherigen extremen Belastung - in bester körperlicher Verfassung zu haben. Auf dem Eis muss man als Team zusammenstehen, seinen Matchplan umsetzen und Leidenschaft zeigen.

Wer sind die härtesten Konkurrenten im Titelkampf? Da gibt es ja nicht nur die alten Hessenrivalen aus Kassel.

Fritzmeier: Die Ausgeglichenheit der Liga hat man auch in dieser Hauptrunde wieder gesehen. Kassel ist natürlich bisher sehr gut durch die Pandemie gekommen und somit Favorit. Aber alle Teams, die in die Playoffs einziehen, haben insbesondere beim diesjährigen Best-of-five-Modus eine Chance, den Titel zu holen.

Andreas Stracke
Stefan Krämer

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