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Meister der Fußball-Kreisliga B Friedberg, Gruppe 2: der VfR Ilbenstadt. 26 Siegen standen am Ende nur ein Remis sowie drei Niederlagen zu Buche. Das bedeutete im Abschlussklassement zwei Punkte Vorsprung vor dem 1. FC Rendel.

Meister und Aufsteiger

VfR Ilbenstadt: Deshalb ging der Plan voll auf

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Im Vorjahr kam die Relegation noch zu früh, nun hat der VfR Ilbenstadt seine Favoritenrolle in der Fußball-Kreisliga B Friedberg, Gruppe 2, von Anfang an bestätigt - und ist nach einem Sieg im Derby vorzeitig Meister geworden. Vor der neuen Aufgabe ist keinem an der Klostermauer bange.

Das letzte Saisonspiel wurde zu einem Teamevent: Der größte Teil von erster und zweiter Mannschaft des VfR Ilbenstadt nahm den Weg zum Derby nach Assenheim zu Fuß in Angriff. Auch nach der 3:4-Niederlage zum Rundenausklang in der Fußball-Kreisliga B Friedberg, Gruppe 2, ging es mit dem Bollerwagen zurück an den Sportplatz an der Klostermauer. Fazit: Der Zusammenhalt des Teams aus dem Niddataler Stadtteil stimmt, der Neuaufbau unter Trainer Daniel Contin hat sich gelohnt.

Direkter Aufstieg als vorzeitiger Meister

Vor einem Jahr noch waren die Ilbenstädter in der Relegation zur Kreisliga A Friedberg gescheitert, nun folgte der souveräne Durchmarsch als vorzeitiger Meister und direkter Aufsteiger. "Heute muss man sagen, dass wir im Vorjahr zum Glück nicht aufgestiegen sind. Das wäre zu früh gewesen", sagt Contin, dessen Rückkehr untrennbar mit dem Erfolg verbunden ist. "Der Plan war, im ersten Jahr ein solides Fundament zu schaffen, im zweiten aufzusteigen und sich dann zu konsolidieren", sagt Contin. Zwei von drei Jahren sind nun erfolgreich abgeschlossen. Dabei sei es damals, als Contin vom SV Steinfurth nach Ilbenstadt gekommen sei, ein "naiver Plan" gewesen, Jungs mit Ilbenstädter Bezug wieder zurückzuholen, um daraus eine Mannschaft zu formen. Er ging auf: Mehr als zwei Dutzend Spieler kamen. "Der Ort ist dadurch mehr zusammengerückt, und anders funktioniert es im Amateursport auch nicht mehr. Es macht Spaß, das zu sehen", sagt Contin. Zumal der VfR 2020 sein 100-jähriges Bestehen feiert. "Im Großen und Ganzen ist alles top. Wir sind sehr zufrieden mit Daniel. Seit er wieder da ist, ist der Teamspirit ein anderer", sagt auch Spielausschussmitglied Max Wagenbach.

Die Mischung aus jungen und alten Spielern habe gepasst, das Team habe die Favoritenrolle vom ersten Spieltag angenommen - und laut seinem Spielertrainer hier und da auch das entsprechende Spielglück gehabt. All das führte zu jenem Freitagabend, der in einem Drehbuch nicht besser hätte geschrieben werden können: Ein Heimspiel unter Flutlicht, ein Derby gegen die SG Bruchenbrücken/Kaichen II und ein am Ende ungefährdeter 4:0-Erfolg. "Das hat das Ganze aus fußballromantischer Sicht veredelt", sagt Contin. "Es war schwer, den letzten Schritt zu gehen. Man hat den Spielern die Anspannung angemerkt, aber spätestens ab dem 3:0 ging es nur noch ums Genießen. Mit dem Abpfiff sind dann alle Dämme gebrochen."

Spielertrainer Contin als drittbester Schütze

Schlüsselmomente waren für den 37-jährigen B-Lizenz-Inhaber, der mit 18 Toren selbst drittbester Schütze seines Teams war, aber andere: Etwa die beiden Siege gegen Mitfavorit Kloppenheim ("Für mich nach wie vor mit die stärkste Mannschaft in der Klasse"), aber vor allem das Rückspiel gegen das Überraschungsteam aus Heilsberg. Mit nur zwölf Mann stark ersatzgeschwächt angereist, drehte das Team in der Schlussviertelstunde ein 0:2 noch in ein 3:2 um. "Da hat man gesehen: Wenn es wirklich darauf ankommt, kann man sich auf alle verlassen. Jeder Spieler hat sich für den Erfolg zerrissen. Spätestens da haben wir an uns und an den Titel geglaubt", sagt Contin heute. "Das sind Emotionen, die man als Mannschaft nicht vergisst."

Das Erfolgsgeheimnis sei die Kompaktheit des Teams gewesen, schließlich habe er selbst ähnlich wie Raphael Meyerhöfer immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, Top-Torschütze Dominik Reichardt Verpflichtungen durch seinen Job als Nachwuchstrainer von Eintracht Frankfurt und Christian Adler beruflich viel zu tun gehabt. "Jeder hat seinen Beitrag geleistet", antwortet der Coach daher auf die Frage, welcher Spieler denn herausgestochen habe.

Mannschaft wird verjüngt

Nach dem Erfolg soll vor dem Erfolg sein: Die Mannschaft wird zur kommenden Saison verjüngt. Mit Andreas Drescher, Dennis Sürer, Christian Adler, Oliver Stein Stefan Syguda und Mario Ehrhardt werden gleich mehrere Spieler kürzertreten oder die Fußballschuhe ganz an den Nagel hängen. Dafür kehren weitere "Ilbenstädter Buben" zurück - wie etwa Kai Bischoff (SV Nieder-Wöllstadt) und Keeper Kevin Funk (SV Germania Ockstadt). Zudem verstärken die jungen Offensivkräfte Torben Pempek (SV Nieder-Wöllstadt) und Andre Neitzer (A-Jugend Karbener SV) den Kader. Contin träumt - wie der gesamte Verein - mittelfristig vom Sprung in die Kreisoberliga. Nun geht es aber erst einmal für vier Tage mit der gesamten Mannschaft nach Bulgarien - für Contin mehr Teambuilding denn klassischer Abschlussfahrt: "Das ist der krönende Abschluss. Den haben wir uns verdient."

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