Hüttenberg "eine Klasse besser" als Petterweil

(jms) Ernüchterung in Petterweil, Zufriedenheit in Hüttenberg. Der Rückrundenstart ging für das Wetterauer Handballaushängeschild beim 26:36 (14:19) im Spitzenspiel der Landesliga beim TV Hüttenberg II gehörig in die Hose. Der TVH feierte einen bärenstarken Heimerfolg. Die Petterweiler fielen dadurch auf Rang vier in der Tabelle zurück.

Für Spandau war die Spielweise aber keine Überraschung, sondern Pflicht: "Es ist doch klar, dass wir solche Leistungen abrufen müssen, wenn wir oben dran bleiben wollen. Das Team ist in einer tollen Verfassung. Ich muss sagen, dass ich einen Klassenunterschied erkannt habe" – zwischen dem Tabellendritten und dem Zweiten wohlgemerkt. Für den TVH ist dies ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die Meisterschaft nur zwischen Hüttenberg und Eintracht Wiesbaden entscheiden wird. "Wir wussten, dass es eine sehr schwere Aufgabe wird, hatten aber gedacht, wir könnten das Ergebnis etwas erträglicher gestalten", zeigte sich Petterweils Alfred Kunkel desillusioniert.

Der beruflich bedingte Ausfall von Jörn Olbrich konnten die Wetterauer ebenso nicht verkraften wie der zwischenzeitliche Knockout von Heiko Trinczek. Der Linkshänder zog sich nach Angaben von Kunkel eine Bänderverletzung im Knöchel zu und droht länger auszufallen.

Der TVH ließ von Beginn an nichts anbrennen und entschied die "Einbahnstraßen-Partie" bereits in der Anfangsphase – auch wenn der TVP zwischenzeitlich mithielt. Nach zehn Minuten bejubelte der TVH eine 6:2-Führung, die aufgrund einiger Zeitstrafen etwas schmolz. Die Gäste nutzten drei Hinausstellungen hintereinander, um das Spiel zu drehen. Ex-Zweitligaspieler Heiko Trinczek traf zum 8:7. Gefühlt hielt diese Führung allerdings nur einige Sekunden. Denn vom Fleck weg glich die BundesligaReserve wieder aus. Spandau zog – wie so oft, wenn es knifflig wird – die Taktikkarte und änderte die Grundformation. Nun ließ der Coach mit einer 5+1-Deckung spielen, was sich als cleverer Schachzug erwies. Denn Petterweil kam überhaupt nicht mehr klar, zur Pause setzte sich Hüttenberg durch Treffer von Patrick Heil und Max Rühl auf 19:14 ab.

Letztlich war diese Phase spielentscheidend, denn die Wetterauer kamen in der zweiten Hälfte nicht mehr zurück. Über 23:16 setzte sich der TVH auf 28:20 ab, ehe der 36:26-Kantersieg feststand. "Man hat gesehen, dass wir viel trainiert haben nach Weihnachten. Die Deckung hat sehr gut gearbeitet und wir haben verdient gewonnen", freute sich Spandau. Auf der anderen Seite herrschte die große Ernüchterung: "Uns war klar, dass wir hier auch eine Niederlage einplanen müssen. Deshalb ist es für uns auch kein Beinbruch. Doch die Höhe der Niederlage schmerzt schon ein bisschen. Wir sind unter die Räder gekommen", meinte Kunkel.

In der kommenden Woche dürfte wieder mehr Zug drin sein. Denn gegen Hochheim/Wicker am Sonntag wird Trainer Detlef Ernst, der am Samstag aus gesundheitlichen Gründen passen musste, als Dampfmacher an der Seitenlinie zurückerwartet.

TV Hüttenberg II: Dellner, Redwitz; Moritz Weber (3/2), Biermann, Sasse (3), Ulm, Hoepfner (3), Heil (9/5), Rühl (8), Kludt (4), Klein, Kaletsch (2), Ziehm (3), Dorzweiler (1).

TV Petterweil: Michalke, Wassberg; Weis, Hardt (1), Trinczek (5), Alexander Koch (2), Scherrer (2), Kunkel, Thorsten Koch (7), Peschke (3/1), Koffler (1), Schneider (3), Rautschka (2), Lange.

Im Stenogramm – Schiedsrichter: Frenzel/Hildebrandt (Hattersheim). – Zuschauer: 200. – Zeitstrafen: Hüttenberg II 18 Minuten (Sasse, Ulm, Heil 3x2/Rote Karte 56., Rühl, Kludt, Klein, Dorzweiler), Petterweil 8 (Scherrer/2, Peschke, Rautschka). – Siebenmeter: 7/7:3/1.

So geht es weiter

Samstag: HSG VfR/Eintracht Wiesbaden – TSG Ober-Eschbach (18.15 Uhr), TSG Oberursel – TV Hüttenberg II (19.30 Uhr).

Sonntag: TSG Eddersheim – VfL Goldstein (17 Uhr), TSF Heuchelheim – TV Idstein (17.30 Uhr), TV Petterweil – HSG Hochheim/Wicker, HSG Dilltal – MSG Linden, MSG Kronb./Steinberg/Glashütten – TSG Münster II (alle 18 Uhr).

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