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Von Woche zu Woche stärker: Wetzlars Spielmacher Magnus Fredriksen (links).

HSG Wetzlar

HSG Wetzlar hat 41 Punkte im Visier

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Die HSG Wetzlar erwartet nach dem Sieg am Mittwoch beim HC Erlangen in der Handball-Bundesliga am Samstag bereits wieder den Bergischen HC. Lindskog und Holst sind angeschlagen.

(ra). Den Donnerstag nach dem spielerisch beeindruckenden Mittwoch-36:28 beim HC Erlangen nutzte Handball-Bundesligist HSG Wetzlar zur Regeneration und zum vorgeschriebenen PCR-Test. Als die 34-Punkte-Spieler am Mittag nacheinander zum Test an der Rittal-Arena eintrafen, hatte Trainer Kai Wandschneider den ersten Arbeitstermin nach der Rückkehr spät in der Nacht schon wieder hinter sich. Die offizielle Pressekonferenz vor dem nächsten Heimspiel, denn schon am Samstag geht es in der Rittal-Arena gegen den Bergischen HC (20.30 Uhr/Sky).

Die Erlangen-Analyse: »Wir haben die Gunst der Stunde genutzt«, sagt Trainer Kai Wandschneider rückblickend. Zum wiederholten Male in dieser Saison. Die zuletzt 35 und 36 erzielten Treffer gegen schwächelnde Nordhorner bzw. Erlanger bewertete der Trainer in Anbetracht des Fehlens eines kompletten Rückraumtrios als großartig. »Wir haben gut umgeschaltet und die Gegenstöße konsequent verwertet.« Über allem aber standen die unzähligen spielerischen Lösungen, die das Team - ausgehend von Regisseur Magnus Fredriksen - im Positionsangriff fand. Allenfalls die Zocker-Mentalität des Norwegers hatte Wandschneider zuweilen einzudämmen. Nicht zuletzt fehlte der jungen HCE-Truppe nach dem Coup gegen Göppingen drei Tage zuvor die mentale Stärke, die gleiche Leistung noch einmal abzurufen.

Die Erfolgsgaranten: Der Schweizer Lenny Rubin spielt die beste Saison seit seiner Verpflichtung, sich dadurch allerdings auch in die Notizbücher der Konkurrenz. Anton Lindskog lässt es am Kreis auf seiner Abschiedstour noch einmal ordentlich krachen und hält im Innenblock mit Philipp Henningsson den Laden dicht. Routinier Filip Mirkulovski springt immer dann in die Bresche - wie mit seinem Mittwoch-Dreierpack in der Endphase - wenn er gebraucht wird. Ivan Ssren belegt mit seinen Abfangjäger-Aktionen, das er das Handball-Herz am richtigen Fleck hat. Die »Ruhe jetzt«- und »Ruhig, ruhig«-Ansagen des Trainers in den Auszeiten finden Gehör.

Was ist noch möglich in dieser Saison? Personell pfeift die HSG bei drei Langzeitverletzten und fehlenden Ergänzungsspielern eigentlich aus dem letzten Loch. Dennoch könnten die Björnsen und Co. in Anbetracht des Heimspiel-Restprogrammes (u. a. Bergischer HC, Tusem Essen, SC DHfK Leipzig und GWD Minden) den clubinternen Bundesliga-Punkterekord von 41 Zählern in einer Saison noch knacken. Überdies ist - wie im letzten Balic-Jahr - durchaus noch die Qualifikation für die EuropaLeague möglich. »Wenn es die Mannschaft sportlich schafft, würden wir das wie seinerzeit von Klubseite her unterstützen«, sagt Geschäftsführer Björn Seipp. Und last but not least wäre es in Anbetracht der sinkenden Inzidenzen durchaus nicht verwunderlich, wenn in zwei oder drei Heimspielen noch Zuschauer in die Rittal-Arena zurückkehren dürften.

Wie sind die Chancen gegen den Bergischen HC? In der Hinrunde triumphierte die HSG Wetzlar erstmals nach vielen Jahren wieder bei der Spielgemeinschaft aus Solingen und Wuppertal, die sich im Oberhaus stabilisiert und etabliert hat. Beim 22:20-Sieg der Grün-Weißen dominierten beide Deckungsreihen, wovon Trainer Kai Wandschneider auch am Samstag ausgeht: »Da werden wir richtig gefordert.«

Dabei kommt es zum Duell der Kreisläufer Anton Lindskog und Max Darj, die im Januar mit Schweden Vizeweltmeister wurden. Auf den Flügeln machen Jeffrey Boumhower und Arnór Thór Gunnarsson bei den Bergischen Löwen ebenso Tempo wie Kristian Björnsen/Emil Mellegard. Auf Halblinks bekommt Lenny Rubin Konkurrenz von Fabian Gutbrod, auf der Spielmacher-Position Magnus Fredriksen vom Schweden Linus Arnesson.

Leicht lädiert waren auf Wetzlarer Seite am Donnerstag Anton Lindskog, der einen Schlag in den Magen bekommen hat, sowie Maximilian Holst, dessen Oberschenkel Probleme bereitet. Die Chancen stehen nominell also eher 40:60.

Der Samstag-Gast: Die Oberbergischen legen eine für die Corona-Saison typische Berg- und Talfahrt im Oberhaus hin. Ihre Fünf-Niederlagen-Serie nach mehrwöchiger Quarantäne mit dem Absturz auf Tabellenplatz zwölf hat die Mannschaft von Trainer Sebastian Hinze am Mittwoch mit einem hart erkämpften 25:24-Erfolg gegen das zuvor sechsmal in Serie unbesiegte GWD Minden beenden können. Neben Torhüter Tomas Mrkva mit 22 zum Teil spektakulären Paraden waren es gerade die Routiniers wie Fabian Gutbrod oder dem reaktivierten Kristian Nippes im Team des BHC, die in der packenden Endphase kühlen Kopf bewahrten.

»Der Bergische HC ist ein ganz anderes Kapitel« als die zugegebenermaßen am Mittwoch mit einer Boygroup angetretenen Erlanger, »da bekommen wir es vor allem mit einer kompakten, körperlich starken Abwehr zu tun«, sagt Wandschneider. Gegenüber dem siebenfach geschwächten HC Erlangen kann BHC-Coach Hinze personell aus dem Vollen schöpfen, dem Trainer steht der komplette 18er-Kader zur Verfügung, so dass er sogar zwei Akteure streichen muss.

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