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Auf Sand statt in der Halle: Die A-Jugend der HSG Mörlen betritt Neuland.

HSG Mörlen auf ungewohntem Terrain

  • VonPeter Hett
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(hep). »Endlich wieder einmal Wettkampfsport«, war eine der ersten Reaktionen, von Jan-Bela Weinem, dem A-Jugendtrainer des Handball-Bezirksoberligisten HSG Mörlen, nachdem seine Mannschaft am vergangenen Wochenende auf der Beachanlage im Freibad Kelkheim an einem Beach-Handball-Turnier teilgenommen hatte. Nahezu anderthalb Jahre lang hatte zuvor kein einziges Pflichtspiel stattgefunden.

In Kelkheim handelte es sich nicht etwa um eine Spaß-Aktion, sondern um ein Qualifikationsturnier des Hessischen Handball-Verbands um den HHV-Beach-Cup. Unter dem Motto »Hessen im Sand - mit dem Ball in der Hand« werden während sechs Vorrunden-Turnieren die besten hessischen Jugendteams von der C- bis zur A-Jugend bei den Mädchen und den Jungen im Beach-Handball gesucht. An den Start gehen dabei insgesamt 132 Mannschaften aus 59 Vereinen. Die Qualifikationsturniere verteilen sich durch ganz Hessen und jeweils die Siegermannschaft der Vorrundenspiele darf zum Finalturnier am 4./5. September nach Kelkheim/Münster reisen.

Obwohl die HSG Mörlen bei dem vom Oberligisten TSG Münster ausgerichteten Turnier absolutes Neuland betrat, belegte man am Ende den dritten Rang.

In einer Vierergruppe unterlag man zunächst Münster und Offenbach/Bürgel, während gegen Griesheim ein Sieg heraussprang. Im Spiel um den dritten Platz traf man erneut auf die TuS Griesheim und gewann mit 2:0 Sätzen (20:19 und 27:10) deutlich. »Dabei haben wir davon profitiert, dass wir im Vorfeld dreimal auf der neuen Multifunktions-Beachanlage des TSV Nieder-Mörlen in den Erbwiesen das Spiel auf Sand trainiert haben«, sagt Weinem.

Für sich und seine Mannschaft empfand er das Turnier als eine große Motivation, verbunden mit dem Reiz, etwas Neues zu erleben. Für seine Mannschaft war er voll des Lobs: »In den Trainingseinheiten konnten wir uns lediglich mit den Basics dieser neuen Variante des Handballsports beschäftigen. Wie die Jungs es geschafft haben, trotzdem in jedem Spiel gut mitzuhalten und auf das Turnier eingegangen sind, war echt stark«, freute er sich. Die Tatsache, dass alle mit großer Begeisterung dabei waren, hat offensichtlich dazu beigetragen, dass gut gelernt wurde, vermutet Weinen.

»Ich sehe Beach-Handball als sinnvolle und wichtige Ergänzung für unsere Kernkompetenz, das Spiel in der Halle. Das für unseren Sport so wichtige individuelle Entscheidungsverhalten wird enorm geschult, die Sprungkraft trainiert und verbessert. Handball auf Sand sehe ich daneben als wirkungsvolle Verletzungsprophylaxe, es stabilisiert die Rumpfmuskulatur, fördert die Fußkräftigung und setzt generell neue Reize in allen Muskelbereichen«, analysiert er eine neue Sparte des Handballs, die bereits mehr ist als nur eine Modeerscheinung.

Derzeit laufen Gespräche zwischen dem IHF und dem IOC. Es geht darum, mit Beach-Handball bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 präsent zu sein - nicht mit einem Wettbewerb, sondern als Demonstrationssport mit einem Einladungsturnier mit den stärksten Nationalmannschaften der Welt, so das Bestreben des IHF.

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