Die Trainingsmethoden sind auch an den Wünschen der Frauen orientiert. Training im Studio ist ebenso möglich wie zu Hause. FOTOS: IMAGO/PANTHERMEDIA / PRIVAT
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Die Trainingsmethoden sind auch an den Wünschen der Frauen orientiert. Training im Studio ist ebenso möglich wie zu Hause. FOTOS: IMAGO/PANTHERMEDIA / PRIVAT

Hormone sind stärker als Training

  • Christoph Sommerfeld
    vonChristoph Sommerfeld
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Katharina Macri hat sich einem besonderen Thema angenommen, das für viele noch immer ein Tabu ist. Sie ist Personal Coach und richtet den Fokus auf die Wechseljahre und den Menstruationszyklus. Bei ihr können Frauen aber schon ab 30 einsteigen. Training und Ernährung orientieren sich am Zyklus.

Die Wechseljahre sind nichts Schlechtes, die Menopause ist keine Degradierung der Frau - das ist ihre Botschaft: Katharina Macri will weibliche Werte stärken und Frauen ab 30 Jahren helfen, ihre Power zu behalten oder zurückzugewinnen. Mit ihrem neuen Konzept "Love Life" (katharinamacri.de) spricht sie ausschließlich Kundinnen an. Das Angebot fußt auf den drei Säulen Hormonbalance, Training und Ernährung. "Ich stimme sowohl die Ernährung als auch das Training auf den weiblichen Zyklus ab", sagt Macri, die in Grünberg das Sportgeschäft "Sportgeist" betreibt und seit eineinhalb Jahren auch als Personal Coach unterwegs ist.

Sie begleitet deutschlandweit Frauen, die sich an sie wenden; in der Regel für drei Monate. "In den ersten vier Wochen geht es darum, die Gifte im Körper zu mobilisieren und aus Darm, Leber und Nieren abzuleiten." Im zweiten Monat soll der Organismus mit Vitaminen aufgefüllt werden, um diesen Zustand dann im dritten Monat zu kontrollieren und in den Alltag zu integrieren. Für ihre Tipps zur Ernährung unterteilt sie den weiblichen Zyklus in vier Phasen. "In der dritten Phase beispielsweise ist die Östrogenkurve am höchsten. Hier empfehle ich weniger Kohlen- hydrate und stattdessen mehr Proteine zu essen, um den Blutzuckerspiegel auszugleichen und überschüssiges Östrogen zu vermeiden", erklärt die Mutter von zwei Töchtern.

Auch das Training orientiert sich an der hormonellen Verfassung der Teilnehmerinnen. So fährt Macri die Intensität während der Periode selbst auf ein Minimum hinunter. In der Mitte des Zyklus verortet sie eine etwa dreitägige Hochphase der Leistungsfähigkeit, in der dann recht intensive Einheiten möglich sind.

Am Anfang stehen ein Erstgespräch, ein Hormontest (Speichelprobe) und ein individualisierter Fragebogen. Aufgrund dieser Daten und den persönlichen Zielen der Kundinnen stellt Macri Supplementierungsprotokolle (Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln), Trainings- und Ernährungspläne zusammen.

Der erste Kontakt ist auf Wunsch immer ein persönliches Gespräch. Dafür fährt sie auch in die entlegensten Ecken der Republik. Die weitere Betreuung läuft individuell ab, z.B. fernmündlich, via Bildtelefonie oder per WhatsApp. Die Aktivitäten steuert die Geschäftsfrau ebenfalls nach den Wünschen der Damen. Keine muss ins Fitnessstudio, wenn sie nicht mag. Yoga, Pilates oder Radfahren sind problemlos ohne einen Vertrag im Studio möglich.

"Oft bin ich auch als Seelsorgerin gefragt", verrät Katharina Macri, die in Grünberg hin und wieder Modenschauen veranstaltet. Mentales Training und die Motivation der Teilnehmerinnen sind im Angebot enthalten und für sie untrennbar mit den Trainings- und Ernährungsplänen verbunden. "Ohne das geht es nicht. Die Frauen müssen sich schon komplett öffnen. Dieses Vertrauen ist elementar", macht Macri deutlich. Zum Kundinnenkreis gehören unter anderem gleichaltrige oder gar jüngere Frauen. Macri selbst ist erst 37 Jahre. Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl sind also keine Frage des eigenen Alters.

Ursprung in den USA

Klar hat sie den hormonbasierten Ansatz nicht selbst erfunden ("Die Amis sind uns da einfach meilenweit voraus"). Die ersten Ideen, ein solches Konzept umzusetzen, kamen ihr nicht nur beim vorherigen Training als Personal Coach, sondern auch in Beratungsgesprächen mit der weiblichen Kundschaft in ihrem Geschäft. "Es gab Frauen, die waren etwa Mitte bis Ende 40, und wir haben gemerkt, dass sie mit Sport und Ernährung allein nicht mehr die gleichen Ergebnisse erzielen konnten wie vorher, obwohl das bei gleichaltrigen Männern der Fall war." Da hat es dann klick gemacht bei Macri, und sie begann, sich verstärkt mit dem Thema Hormonbalance auseinanderzusetzen, vergrub sich in Fachbüchern, belegte mehrtägige Seminare bei Experten. Demnächst soll ein Info-Point im "Sportgeist" auch die Grünbergerinnen noch mehr für dieses Thema sensibilisieren.

"Es betrifft so viele Menschen, aber der Begriff der Wechseljahre ist immer noch negativ besetzt, er kommt einem Verfall der Frau gleich. Dabei gehören Veränderungen im Leben dazu." Eine davon, erklärt Macri, sei beispielsweise der veränderte Stoffwechsel. Bei ansonsten gleichbleibenden Bedingungen bewirke dieser, dass eine Frau nach der Menopause, also wenn sie nicht mehr fruchtbar ist, ganze 300 Kalorien pro Tag weniger umsetzt.

Zudem kämen Frauen heute immer früher in die Wechseljahre. "Das liegt an den Umwelteinflüssen. Ins Wasser z. B. gelangen viele Hormone, die selbst in Kläranlagen nicht herausgefiltert werden, und die wir später wieder aufnehmen können." Das Thema Wasser liegt Katharina Macri besonders am Herzen. Interessierte können das Gebiet bei ihr nach der dreimonatigen Coaching-Phase vertiefen.

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