Hoppe/Hurtik im DEL-Finale

(mn) Köln und Ingolstadt spielen im Finale um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft - und zwei Bad Nauheimer sind mittendrin. Benjamin Hoppe und Christoffer Hurtik wurden zum zweiten Spiel der Best-of-seven-Serie als Linienrichter eingeteilt.

Vom »bisherigen Höhepunkt« seiner Referee-Laufbahn spricht Hoppe, der mit seinen 24 Jahren bereits seine vierte Spielzeit in der DEL bestreitet und mit seinem zwei Jahren älteren Partner Hurtik erstmals nun für ein Finalspiel nominiert worden ist.

Seit drei Jahren bilden Hoppe/Hurtik in der höchsten deutschen Spielklasse ein festes Gespann, doch die Dienstfahrt nach Ingolstadt könnte die letzte gemeinsame Reise gesein. Der Grund: Hoppe wechselt von der Linie in die unmittelbare Verantwortung als Spielleiter und wird in der kommenden Saison nur noch als Hauptschiedsrichter eingesetzt, bis zu Spielen der zweiten Liga. »Dass wir nicht mehr zusammen auf dem Eis stehen können, ist schon sehr schade. Chris und ich verstehen uns blind, auf und neben dem Eis. Da wird schon etwas fehlen«, sagt der Fitness-Coach, der wie Hurtik (Diplom-Verwaltungswirt) einst im Nachwuchs für die Roten Teufel Bad Nauheim auf das Eis gegangen ist. »Die Final-Nominierung ist ein toller Abschluss unserer gemeinsamen Zeit, quasi das Nonplusultra. Mehr kann man als Linienrichter national nicht erreichen«, sagt Hurtik.

Den Luxus, gemeinsam zu den Spielen anreisen zu können, genieße derzeit bundesweit kein anderes Gespann. In Bad Nauheim wohnhaft, pfeifen Hoppe/Hurtik allerdings für Eintracht Frankfurt beziehungsweise den ESC Darmstadt, die die Weiterbildungskosten für die Erstliga-Unparteiischen übernehmen.

2011/12, in ihrer ersten gemeinsamen DEL-Saison, wurden Hoppe/Hurtik im Halbfinale zwischen Mannheim und Ingolstadt eingesetzt, im Vorjahr war nach dem Viertelfinale zwischen Nürnberg und Wolfsburg Schluss, und nun haben beide das Finale erreicht, nachdem ihnen im Laufe der Saison durchweg Top-Leistungen von den Schiedsrichter-Beobachtern bescheinigt worden waren. Respekt und Akzeptanz haben sie sich trotz ihres jungen Alters auch bei den teils NHL-erfahrenen Cracks erarbeitet. »Das kommt mit der Leistung. Vielleicht hatte der eine oder andere anfangs etwas irritiert geschaut. Aber das ist lange her«, sagt Hurtik.

Auf mehr als 30 DEL-Einsätze ist das Duo in dieser Saison gekommen, die Fahrten führten in erster Linie nach Mannheim, zudem auch nach Nürnberg, Ingolstadt und Köln - Standorte innerhalb eines 300-Kilometer-Radius, in dem DEL-Linienrichter eingesetzt werden. Die Final-Paarung Köln - Ingolstadt bezeichnet Hoppe aufgrund der geographischen Lage als »Konstellation, wie für uns kaum besser hätte sein können«, Hurtik sieht mit der Einteilung »unsere Leistungen aus dieser Saison« bestätigt, »sonst hätten wir trotz dieser beiden Final-Teilnehmer keine Einsätze erhalten.«

Hoppes Wechsel vom Linesman in die Position des Hauptschiedsrichters ist der nächste Schritt auf der Karriereleiter. »In zwei, drei Jahren hoffe ich dann, ein DEL-Spiel leiten zu dürfen«, sagt er. Erfahrungen als Hauptschiedsrichter besitzt er ebenso wie Hurtik; auch in Hexenkesseln wie in Frankfurt oder Kassel, wo beide als Hauptschiedsrichter auch schon Derbys gepfiffen haben. »Als Hauptschiedsrichter steht man mehr im Fokus. Man hat eine ganz andere Entscheidungsbefugnis, und kann mit einem Fehler ein Spiel beeinflussen«, sagt Hoppe, sieht aber auch noch andere Unterschiede, die dieser Aufstieg mit sich bringe.

»Die körperliche Belastung ist auch eine andere. Ein Linesman rennt nicht 60 Minuten lang rauf und runter, er ist eher während der Unterbrechungen im Einsatz.« Auch die Reisen, künftig alleine, werden sicherlich eine Umstellung erfordern, zumal Hauptschiedsrichter überall in Deutschland und nicht nur in einem gewissen Umkreis eingesetzt werden.

Christoffer Hurtik wird nach wie vor an der DEL-Linie tätig sein. Referee-Nachwuchs wächst in der Badestadt aber heran. Mit Robert Ruhnau und Florian Fauerbach werden zwei Unparteiische aus der Wetterau auf der Schiedsrichterliste des Deutschen Eishockey-Bundes geführt, dürfen sich Hoffnungen auf eine »Beförderung« machen. Auch sie pfeifen für den ESC Darmstadt.

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