Hoffnungen ruhen auf Schoormann

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(tim). Topscorer beim Heimsieg, TV-Interview, Selfies, Autogramme und Sonderapplaus von den Fans: Besser hätte das Comeback von Len Schoormann am vergangenen Sonntag nicht laufen können. »Ich habe das gemacht, was ich in der Vorbereitung auch gemacht habe«, fasste der Guard der Frankfurt Skyliners nach dem 75:67 gegen Oldenburg im Pokal-Achtelfinale der Basketball-Bundesliga (BBL) zusammen.

Mutig spielen, den Korb attackieren, Verantwortung übernehmen und offene Würfe einfach nehmen - ohne großartiges Nachdenken. Und ohne Furcht, auch mal Fehler zu machen.

Diese Unbekümmertheit und Athletik will der gebürtige Darmstädter auch am Sonntag (15 Uhr) in der Bundesligapartie gegen Hamburg in der Ballsporthalle zeigen. In den ersten Trainingswochen hat der 19-Jährige so auch Skyliners-Cheftrainer Diego Ocampo überzeugt. Die Bestürzung war groß, als beim 1,93-Meter-Mann eine Schambeinentzündung diagnostiziert wurde - kurz nachdem klar war, dass Bruno Vrcic mit einem Kreuzbandriss die ganze Saison ausfallen wird. Bei Schoormann lautete die erste Prognose, dass er mindestens drei Monate pausieren muss. Die Stimmung im Klub war entsprechend mies, weil Vrcic und Schoormann die größten deutschen Hoffnungsträger im Kader sind.

Umso größer war die Erleichterung, als Schoormann vor knapp zehn Tagen nach mehreren Untersuchungen bei einem Spezialisten die Nachricht bekam: Du kannst wieder trainieren. »Len hat eine ganz wichtige Rolle bei uns«, betont Ocampo. Der Spanier lobte, dass sein Schützling gegen Oldenburg von Anfang an mit einem Selbstbewusstsein wie ein solider BBL-Spieler agiert habe. Ocampo lässt Schoormann auf der Shooting-Guard-Position und nicht auf der Spielmacherposition agieren, wo er die meiste Zeit seiner noch jungen Karriere zum Einsatz kam.

Sein Bundesligadebüt hatte Len Adam Schoormann, der über eine Schul-AG in Weiterstadt zum Basketball kam, am 17. November 2019 gefeiert. Beim BBL-Finalturnier im Sommer 2020 war er eine der wenigen positiven Erscheinungen im Skyliners-Trikot. Es folgte sogar eine Einladung zur Nationalmannschaft im November, wo er aber nicht zum Einsatz kam. Unter Ocampos Vorgänger Sebastian Gleim hatte Schoormann vergangene Saison seine Probleme. Er bekam wenig Einsatzzeit, vor allem, weil er defensiv nicht gut agierte. Vielleicht war er auch vom Kopf her noch nicht bereit, sah sich vielleicht weiter, als er es war.

Den Sommer hat Schoormann offenbar genutzt, um an seinen Schwächen (z.B. Wurf) zu arbeiten und seine Stärken (z.B. Athletik) noch weiter zu entwickeln. Der 19-Jährige muss nun seine Leistung konstant abrufen. Sollte ihm das gelingen, war sein Auftritt gegen Oldenburg nur ein Vorgeschmack, auf das was noch kommt.

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