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Michael Otto

Hoffnung auf Saisonstart im Juni

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Neben den Profis trifft das aktuelle Sportverbot in Folge der Coronavirus-Pandemie auch die Tennis-Amateure, deren Saison demnächst beginnen sollte. Zur Situation im hessischen Tennis äußert sich Michael Otto, Vizepräsident des Hessischen Tennis-Verbandes und Leiter des Ressorts Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, im Interview.

Herr Otto, das öffentliche Leben steht fast still, an eine normale Medenrunde 2020 ist nicht zu denken. Der Deutsche Tennis-Bund (DTB hat bereits die Bundesliga komplett abgesagt. Eigentlich hatten viele Vereine im April ihre Saisoneröffnung geplant. Wie könnte es weiter- gehen?

Die Situation, in der wir uns gerade befinden, ist außergewöhnlich. Wir vom Hessischen Tennis-Verband gehen diese auch mit viel Bedacht und dem nötigen Respekt an. Inzwischen wurde eine Corona-Arbeitsgemeinschaft, also sozusagen ein Krisenstab, eingerichtet, um alle relevanten Sachverhalte, Anfragen und den Unterstützungsbedarf zu sammeln und Entscheidungen des Präsidiums vorzubereiten. Diese wird zweimal die Woche in einer Online-Konferenz tagen, um schnell informieren und Fragen beantworten zu können.

Der Punktspielbetrieb in der Winterrunde wurde komplett abgebrochen, im Mai wird es sicher keine Veranstaltungen geben. Welche Pläne haben Sie?

Es ist in der aktuellen Situation sehr schwer zu planen. Im Grunde leben wir aktuell alle von Tag zu Tag und warten auf Informationen der Gesundheitsbehörden und übergeordneten Institutionen. Wir richten uns hier nach den aktuellsten Entwicklungen und Empfehlungen des DTB, wonach der Start des kompletten Mannschaftswettspielbetriebs nach dem 8. Juni geplant ist.

Wenn der 8. Juni nicht zu halten wäre, ist auch eine verkürzte Saison nach den Sommerferien denkbar?

Natürlich arbeiten wir aktuell auch an alternativen Plänen, wie zum Beispiel einer Abwicklung des Spielbetriebs nach den Sommerferien. Aber das sind alles natürlich nur Überlegungen, die wir machen müssen, um gut vorbereitet zu sein. Der Mannschaftswettspielbetrieb ist für uns, unsere Mitglieder und Vereine einfach zu wichtig, um nicht vorbereitet zu sein.

Das Aushängeschild des Verbandes ist die Hessen-liga, die erst Anfang Juli beginnen wird. Gehen Sie noch von einer geregelten Punktrunde aus?

Stand heute planen wir die Hessenliga Damen und Herren wie terminiert stattfinden zu lassen. Dies würde der bereits ausgearbeitete Zeitplan ab 8. Juni problemlos zulassen.

Es wird viel über ein Milliardenpaket der Bundesregierung für die Wirtschaft gesprochen. Wenn Vereine in finanzielle Schwierigkeiten geraten, wie kann ihnen der Verband helfen?

Wie groß die Einbußen für die insgesamt rund 7600 Sportvereine in ganz Hessen sein werden, lässt sich derzeit noch nicht absehen. Sicher ist: Es geht um einen Millionenbetrag als Soforthilfe. Der Landessportbund Hessen ist deshalb bereits im Gespräch mit dem hessischen Innenministerium, um Möglichkeiten der finanziellen Hilfe zu klären.

Sie haben das Schulungs- und Leistungszentrum des Verbandes geschlossen und den Trainingsbetrieb eingestellt. Was passiert mit den Trainern in allen Vereinen, deren wirtschaftliche Existenz in den kommenden Wochen und Monaten in Frage gestellt sein könnte?

Gerade in diesen schwierigen Zeiten bitten wir auch um Solidarität gegenüber ihren Vereinen, den Trainern sowie den Hallenbetreibern. Denn auch sie stehen derzeit vor großen Herausforderungen: Auch wenn der Sportbetrieb eingestellt ist, müssen die Vereine und Hallenbetreiber weiterhin für Miete oder Unterhalt ihrer Sportstätten aufkommen. Selbstständige Trainer müssen um Ihre Existenz bangen. Gerade jetzt ist es daher wichtig, dass wir unsere Tennisgemeinde unterstützen, anstatt vorschnell auszutreten oder anteilige Rückforderungen zu stellen. Es gibt gerade Wichtigeres als den Sport. Aber wir können dazu beitragen, diese außergewöhnliche Situation zu meistern. Zeigen wir deshalb, was uns der Sport gelehrt hat: Fairness, Solidarität und Teamgeist! ROLF JOACHIM REBELL/FOTO: PV

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