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Heike Klause beim Zieleinlauf.

Triathlon

Höchstleistung im Heiligen Land

Wenn die Kehle vom Meerwasser brennt, die Muskeln am Berghang schmerzen, und der Wind ins Gesicht peitscht, dann ist "Israman". Die Bad Vilbeler Andreas und Heike Klause waren dabei.

Von ZLPCF

Sonne, Meer, Sand, Berge und strahlend blauer Himmel: Beste Bedingungen für einen erholsamen Urlaub. Andreas und Heike Klause bescherten sie nun aber einen sportlichen Härtetest. Die beiden Ausdauersportler aus der Quellenstadt waren nach Israel geflogen, um beim "Israman", der israelischen Variante des "Ironman", in Eilat zu starten. "Dieser Triathlon stand schon länger auf meiner Wunschliste. Im Januar war es endlich soweit", berichtet Andreas Klause. Der 55-Jährige hatte sich für die Triathlon über die Ultra-Lang-Distanz angemeldet, Ehefrau Heike startete über die halbe Distanz. Für den erfahrenen Triathleten Andreas Klause, der bereits dreimal den Ironman auf Hawaii erfolgreich beendet hat, war es der 17. Wettkampf über die Langdistanz.

Und nach knapp zwei Jahren ohne nennenswerte Wettkämpfe war dieser eine echte Herausforderung. "Ich hatte mich mit gezielten Trainingseinheiten in den letzten zwölf Monaten wieder in Form gebracht. Hinter mir lagen rund 170 Schwimm-, 8000 Rad- und 1000 Laufkilometer als ich in den Flieger stieg", erzählt er. Die große Mehrheit der Triathleten kam aus Israel und reiste erst einen Tag vor dem Wettkampf an. Am Start waren aber auch einige Athleten aus insgesamt 22 anderen Nationen. Vor Andreas Klause, der seit 2002 läuft und ein Jahr später mit Radfahren und Schwimmen begann, lagen beim "Israman" 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen. Mit ihm starteten noch 225 weitere Sportler.

Mit Heike Klause stellten sich beim Half-Israman 113 Triathleten der sportlichen Herausforderung. Sie bewältigen 1,9 Kilometer kraulend im Roten Meer, fuhren 90 Kilometer durchs Eilat-Gebirge und liefen 21,1 Kilometer durch die Negev-Wüste zurück zur Ziellinie am Sheraton Hotel. Für Andreas Klause fiel der Startschuss im Morgengrauen um 6.23 Uhr. Heike Klause, die seit 2005 läuft und ein Jahr später bereits ihren ersten Marathon lief, stürzte sich um 6.41 Uhr in die Fluten.

Von anderen Triathleten hatten die beiden auf dem Heilsberg wohnenden Ausdauersportler gehört, dass das Schwimmen im ruhigen, kristallklaren Wasser des Roten Meeres angenehm sei. Doch in diesem Jahr war alles anders. Am äußeren Punkt der Strecke waren die Wellen recht hoch. Es sei schwierig gewesen, die Orientierung zu behalten. Selten hatten beide Vilbeler soviel Salzwasser bei einem Wettkampf verschluckt. Dank der aufmunternden Anfeuerungen der Zuschauer, ging es nach einem 400 Meter-Lauf zur Wechselzone, für beide auf die anspruchsvolle Radstrecke. Diese zeichnet sich mit einem steilen Zwölf-Kilometer-Anstieg von Eilat ins Gebirge aus. Dabei war ein Höhenunterschied vom Meeresspiegel bis auf 800 Meter zu bewältigen – samt kühler Temperaturen. Andreas Klause hatte deshalb über seinen trockenen Wettkampfanzug noch zusätzliche dünne Jacke angezogen. Die konnte er bald wieder ausziehen. Auf dem Anstieg überholte er seine Frau, konnte kurz mit ihr sprechen. "Auf der Höhe angekommen, entpuppten sich die harmlos klingenden "Rolling Hills" als recht anspruchsvolle Hügel. Einer reiht sich an den nächsten. Und oben war es dann auch wieder recht frisch."

Mit schmerzenden Muskeln bezahlten die beiden Vilbeler ihre Entscheidung, den Triathlon mit einem Leihrad zu bestreiten. "Diverse Muskeln, die beim Radfahren sonst nie Probleme verursachten, wurden von Kilometer zu Kilometer unerträglicher." Nach dem Wendepunkt auf halber Strecke ginge es für die Teilnehmer über die Langdistanz wieder über die Gebirgshügel oberhalb Eilat und dem Arava Tal zurück. Die Sportler hatten mit heftigen Windböen zwischen 35 bis 60 Kilometern pro Stunde zu kämpfen. "Der Wind war ein ständiger Begleiter und kam gefühlt immer von vorne." Andreas Klause wechselte nach "langen" acht Stunden auf die Laufstrecke, die auf dem Gipfel des Anstiegs begann, hinunter nach Eilat führte, wo der Urlaubsort drei Mal umrundet wurde. "Ich spürte sehr die zurückliegenden Stunden, legte einige Walkingpausen ein, schleppte mich von einer Verpflegungsstelle zur nächsten", erinnert sich Andras Klause.

Kein Wunder, denn wie Ehefrau Heike berichtet, war es "der seit sieben Jahren heißeste Wettkampf mit großer Hitze und viel Gegenwind". Wodurch nicht nur die Lang-, sondern auch die Mitteldistanz eine echte Herausforderung war. Sie kam nach 9:04 Stunden glücklich im Ziel an, er überquerte die Ziellinie nach 13:52 Stunden. "Es war das härteste Rennen, dass wir je gemacht haben, für mich war es die längste Zeit, die ich je auf einer Ironman Distanz unterwegs war", sagt Andreas Klause .

Bei der Siegerehrung am nächsten Tag bekam er aber dann eine überdimensionale Medaille als Erster in der Altersklasse M 55 umgehängt. Ehefrau Heike ging leer aus, sie hatte in der Klasse M 55 "nur" den vierten Rang belegt. Nach einigen weiteren Tagen in Eilat, ging es zurück in die Wetterau. Bei der Gepäckkontrolle am Militär-Flughafen in Ovda musste Andreas Klause seine Medaille aus dem Koffer holen. "Ich habe dem ungläubigen Sicherheitspersonal dann erklärt wie ich zu ihr kam."

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