Mit Hirst den Sieg eingewechselt

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Als nach einer Stunde Spielzeit auf einmal zwei Bälle auf dem Platz waren, und die Offenbacher Kickers es angesichts des 0:1-Rückstands gegen Astoria Walldorf eilig hatten, schnappte sich ein Offenbacher einen überzähligen Ball, schoss ihn ins Aus, traf die Werbebande und der Ball flog wieder zurück aufs Spielfeld. "Typisch für die Kickers, nicht einmal ins Aus können sie die Bälle schießen", lästerte ein Zuschauer, um zehn Minuten später freudestrahlend nach Treskes ins Eck gezirkelten Schuss zum 2:1 zu jubeln. "Typisch Kickers, wir geben nie auf."

Als nach einer Stunde Spielzeit auf einmal zwei Bälle auf dem Platz waren, und die Offenbacher Kickers es angesichts des 0:1-Rückstands gegen Astoria Walldorf eilig hatten, schnappte sich ein Offenbacher einen überzähligen Ball, schoss ihn ins Aus, traf die Werbebande und der Ball flog wieder zurück aufs Spielfeld. "Typisch für die Kickers, nicht einmal ins Aus können sie die Bälle schießen", lästerte ein Zuschauer, um zehn Minuten später freudestrahlend nach Treskes ins Eck gezirkelten Schuss zum 2:1 zu jubeln. "Typisch Kickers, wir geben nie auf."

In der Halbzeit durften die Offenbacher froh sein, dass sie nur 0:1 zurücklagen. Nach 90 Minuten und zwei Toren des Bad Nauheimers Jake Hirst (65.) und des scheidenden Stürmers Florian Treske (70.) wurden angesichts des auf neun Punkte reduzierten Rückstands auf Spitzenreiter Waldhof Mannheim (3:3 gegen Hoffenheim) wieder Hochrechnungen für eine Aufholjagd angestellt – auch das eben typisch Kickers.

Eine Grippe hatte Jake Hirst unter der Woche ausgebremst. Womöglich auch deshalb fand sich der Mittelstürmer, der im Sommer als Torschützenkönig der Kreisoberliga Friedberg zum Fußball-Regionalligisten an den Main gewechselt war, am Sonntag erst einmal auf der Bank wieder. "Er hat das sehr gut gemacht", lobte Kickers-Coach Daniel Steuernagel den 22-Jährigen, der er nach enttäuschender erster Hälfe eingewechselt hatte: "Er hat das Spiel vom Kopf her einfach angenommen." Hirst sprintete jedem Ball nach, warf sich in jeden Zweikampf, suchte das Eins-gegen-eins – und half so auch seinem Nebenmann Treske, der fortan besser zur Geltung kam. "Das mit uns beiden klappte immer gut", sagte Hirst. "Schade, dass Flo bald nicht mehr da ist." Der 31-Jährige durfte sich nach Spielschluss mit Töchterchen Leni (zwei Jahre) mit Sprechchören bedacht von den Fans verabschieden. "Ein besonderer Moment", meinte Treske. Mit einem präzisen Flachschuss ins rechte Eck hatte er für einen "Abschied nach Ma? gesorgt. Im vorletzten Spiel für den OFC – Treske beendet seine Profikarriere am 31. Dezember und wird spielender Co-Trainer in der Nähe seiner neuen Heimat Biberach/Riß – traf er zum zweiten Mal in Folge nach seiner Abschiedsankündigung.

Die Offenbacher hatten gegen den überraschend starken Tabellenletzten sichtlich Mühe mit ihrer neu einstudierten Dreierkette und der entsprechenden Zuordnung der Räume und Gegenspieler. So leisteten die Kickers mit ihrer typischen Anfälligkeit bei Kontern Schützenhilfe zur hochverdienten Walldörfer Führung (22.).

Immerhin gaben die Kickers-Fans jetzt ihren dem bundesweiten Aufruf geschuldeten Stimmungsboykott auf. Ein abgeblockter Schuss des Rodheimers Maik Vetter (38.) war aber die einzige nennenswerte Chance für die schwachen Offenbacher, die bei einigen Walldorfer Möglichkeiten noch Glück hatten, dass sie zur Pause nur mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine gingen. "Walldorf hatte uns vor Aufgaben gestellt, die wir nicht lösen konnten", sagte Kickers-Trainer Daniel Steuernagel hinter und änderte Taktik und Einstellung in der Pause – mit Erfolg. "Nach der zweiten Halbzeit können die Zuschauer mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Wir müssen jetzt gegen Mainz nachlegen", fordert Steuernagel unterdessen bereits direkt im Anschluss an den wichtigen Sieg im letzten Spiel 2018 bei der Bundesliga-Reserve den dritten "Dreier" in Folge, verbunden mit der Hoffnung, dass Lokalrivale Dreieich Tabellenführer Waldhof Mannheim schlägt. Jochen Koch/Jürgen Moll

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