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Heute zählt's! Gießen 46ers vor dem Aufstieg

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Heute Abend wollen Coach Denis Wucherer (r.) und seine Spieler den Aufstieg bejubeln. (Foto: mv)
Heute Abend wollen Coach Denis Wucherer (r.) und seine Spieler den Aufstieg bejubeln. (Foto: mv) © (Archivfoto: Vogel)

(mv) Heute Abend können die Gießen 46ers den Aufstieg in die Basketball-Bundesliga schaffen. Die letzten Infos und Stimmen vor dem Spiel in Nürnberg.

Am 23. April 2013 haben die Gießen 46ers ihr bis dato letztes Spiel in der Basketball-Bundesliga gemacht. Mit einem 59:90 gegen die EWE Baskets Oldenburg haben sich die 46ers nach 46 Jahren von der größten Bühne der deutschen Korbjäger verabschiedet.

Der Abstieg steht schon seit Wochen fest, vor dem Spiel übernimmt der verletzte Achmadschah Zazai die Vorstellung seiner Teamkollegen, und der Gießener Youngster Jonas Weiser erzielt eine Minute vor dem Ende die letzten Erstliga-Punkte der 46ers. 2728 Fans fragen sich, ob ihnen jemals weitere folgen werden.

Was für und was gegen einen 46ers-Sieg spricht: Pro und Contra.

Exakt zwei Jahre und einen Tag später könnte dem Team die Rückkehr in die Beletage gelingen: Mit einem Sieg heute Abend beim Nürnberger BC (20 Uhr, Sporthalle am Berliner Platz) wäre die Best-of-five-Serie mit 3:0 zugunsten der Mittelhessen entschieden, die sportliche Qualifikation für die erste Liga geschafft und Gießen wieder in einer Spielklasse mit Alba Berlin und dem FC Bayern München anstatt mit Ehingen, Cuxhaven und Paderborn.

Wucherer warnt: "Ohne dieses Engagement können wir einfach nicht"

Aber bevor gefeiert werden kann, müssen die 46ers noch einmal über 40 Minuten zeigen, dass sie besser sind als die Gastgeber: 18 Offensivrebounds ließ Gießen beim letztlich doch souveränen 78:65-Erfolg am Dienstag zu, schwächelten zudem einmal mehr von der Freiwurflinie. Gegen hoch motivierte Nürnberger, die vor eigenem Publikum das Ausscheiden vermeiden wollen, könnten solche Aussetzer heute Abend den Gießenern ein viertes Halbfinalspiel bescheren (Sonntag, 17 Uhr in der Osthalle)– ein Szenario, das Trainer Denis Wucherer gerne vermeiden würde. »Wir waren bisher immer fitter und präsenter als der Gegner.

Ohne dieses Engagement können wir einfach nicht. Wir haben weder das spielerische Talent noch die Abgebrühtheit, um das Spiel zunächst zu verwalten und irgendwann im dritten Viertel mal kurz aufs Gaspedal zu treten«, warnt der Mann, der auch in der kommenden Saison beim Traditionsclub an der Seitenlinie stehen wird. Sein Gegenüber Ralph Junge hat eine schwierigere Aufgabe vor sich: »Wir müssen die Spieler jetzt wieder aufrichten«, gibt der Nürnberger Coach offen zu, dass die vierte Niederlage im vierten Duell mit Gießen in dieser Spielzeit auch die Psyche seiner Schützlinge erreicht hat.

Doch die 46ers sind gut vorbereitet: Monatelang predigte Wucherer, dass es nichts bringt, schon im Februar in Topform zu sein, sondern dass die Spieler rechtzeitig zur entscheidenden Saisonphase, den Playoffs, ihren besten Basketball spielen müssen.{newPage}

Vor allem Björn Schoo und Eric James Palm geben dem Ex-Nationalspieler derzeit deutlich mehr als noch in der Hauptrunde: »Ich habe Björns Karriere jetzt nicht haargenau im Kopf, von daher weiß ich nicht, ob er nicht vielleicht doch schon irgendwann mal so gut war«, scherzte Wucherer nach dem zweiten Spiel.

Nürnberg hat zwei Unverzichtbare in seinen Reihen

Sowohl Gießen als auch Nürnberg setzen auf eine tiefe Rotation, aber gerade die Topspieler Braydon Hobbs und Josh Young erhalten aufseiten der Franken zu wenige Pausen, weil sie unverzichtbar für die Offensivmaschine der Nürnberger sind. Ein anderer Punkt ist allerdings vielleicht noch entscheidender. So banal es klingt: Die 46ers sind derzeit einfach besser drauf als ihre Gegenspieler. Zu jeder Zeit können die Gießener ihre Leistung abrufen und so jedem Gegner den Schneid abkaufen. Sie präsentieren sich als echtes Team und können sich in den entscheidenden Phasen auf Cameron Wells verlassen.

Und sollten sie das auch heute Abend schaffen, steht der Rückkehr in die erste Liga fast nichts mehr im Weg. Der Lizenzantrag rechtzeitig abgeschickt, die Schulden bis zum Juni vollständig abgebaut. Aus dem Freitag könnte ein Feiertag werden, für den sich Basketball-Mittelhessen bei Manager Heiko Schelberg und Trainer Denis Wucherer gleichermaßen bedanken kann. Vor allem aber könnte der 24. April 2015 endlich das wieder geraderücken, was am 23. April 2013 gesichert war.

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