Heute "Heim-Knaller" für EC

(mw) Die Zeit der Experimente ist zumindest vorerst vorbei, das Wochenende der "Sechs-Punkte-Spiele" steht an: Der EC Bad Nauheim hat sich zuletzt beim 6:0 über Hamm sowie beim 9:3 in Neuss warmgeschossen und durch personelle Engpässe einiges ausprobiert, nun stehen zwei schwere Duelle mit Gegnern ganz anderen Kalibers an. Am heutigen Abend ab 19.30 Uhr empfängt der heimische Eishockey-Oberligist den EV Duisburg, am Sonntag geht es nach Essen.

Die drei Teams liegen in der Tabelle binnen vier Punkten – wobei die Essener eine Partie mehr auf dem Konto haben und am Dienstag den bis dato punktgleichen Kurstädtern Rang zwei abgenommen haben. Während die Roten Teufel den direkten Vergleich – bei Punktgleichheit entscheidend für die Platzierung – mit den Moskitos nach drei Siegen aus vier Partien vor dem letzten Saisonduell schon für sich entschieden haben, muss die Truppe von Trainer Fred Carroll in dieser Hinsicht gegen die Duisburger noch einiges tun. Nach zwei Heimniederlagen konnte Bad Nauheim bei den Wedaustädtern kurz vor Weihnachten mit 4:1 gewinnen – die Roten Teufel brauchen dementsprechend aus den zwei verbleibenden Partien noch fünf Punkte, um im direkten Vergleich vorne zu sein. Der EV Duisburg ist übrigens das einzige Team, das im Colonel-Knight-Stadion in dieser Saison noch nicht als Verlierer vom Eis gegangen ist. Beim 4:3 nach Verlängerung (später 5:0 gewertet) vermasselten die Wedaustädter den Wetterauern zunächst das erste Saison-Heimspiel, Ende November siegten die Füchse dann beim "Fernsehspiel" mit 4:3 nach 60 Minuten.

Überragender Mann seinerzeit: der früherer NHL-Star Alexander Selivanov, der drei Tore markierte. In der internen Scorerliste steht der 39-Jährige aufgrund einiger Spiele Rückstand zwar nur auf Rang drei, doch für wichtige Tore ist der Russe immer gut. Am Sonntag machte er mit dem 5:3-Treffer zum Endstand gegen Essen 26 Sekunden vor Schluss den Sack zu. Mehr Punkte für die Füchse haben nur Tom Fiedler und Ex-DEL-Verteidiger Brad Burym erzielt. Kapitän ist Franz Fritzmeier, der einst von den Jungadlern Mannheim nach Bad Nauheim gekommen war. "Sie haben gute Einzelspieler, keine Frage. Wir müssen sehen, dass wir Fehler vermeiden und gleichzeitig den gegnerischen Torwart unter Druck setzen", sagt Fred Carroll, der wie in den Begegnungen zuvor ein enges Spiel erwartet. Duisburg zeigte sich zuletzt gegen die Topteams in Form (Essen 5:3/3:2, Dortmund 3:2 n.V.), musste aber am vergangenen Freitag eine überraschende 1:3-Niederlage in Ratingen einstecken.

Als "Wundertüte" bezeichnet Carroll das Team aus Essen. Von den drei Heimspielen gegen die Moskitos konnten die Roten Teufel zwei für sich entscheiden (7:0/4:1), dazwischen gab es ein furioses 5:8 sowie das 5:3 am Westbahnhof. "Von den Einzelspielern her hat Essen die vielleicht beste Mannschaft der Liga", meint Carroll. Auch gegen die Moskitos erwartet Carroll eine enge Partie, "Kleinigkeiten werden entscheiden".

Personell gesehen, steht hinter Stürmer Mathias Baldys ein Fragezeichen, er konnte in dieser Woche wegen Leistenproblemen nicht trainieren. Torwart Stephen Ritter wird nach seiner Rückkehr aus den USA erst am Sonntag wieder im Kader stehen, zweiter Torwart heute ist Dennis Korff. Mit Pascal Zerressen sei aufgrund der Personalnot beim DNL-Team in Krefeld "wenn überhaupt nur am Sonntag" zu rechnen, sagt Carroll. Dennis Cardona nimmt im Vergleich zur Neuss-Partie wieder den Platz von Jan Barta im ersten Sturm ein, dieser wird neben Baldys – sollte er spielen können – und Marvin Bauscher agieren. Weil sechs etatmäßige Verteidiger zur Verfügung stehen, rückt Marius Pöpel wieder in die Offensive.

Übrigens stehen die Roten Teufel seit dieser Woche auch offiziell als Zwischenrunden-Teilnehmer fest. Der Herner EV als Tabellen-Fünfter hat bei noch neun ausstehenden Spielen 27 Punkte Rückstand auf die Kurstädter und den schlechteren direkten Vergleich.

Unterdessen hat bei Spitzenreiter Dortmund Frank Gentges seinen Vertrag als Trainer und Sportmanager verlängert, der frühere Nauheimer ist nun bis 2013 an den EHC gebunden.

Das Wochenend-Programm

Heute: Bad Nauheim - Duisburg (19.30 Uhr), Neuss - Dortmund, Ratingen - Herne, Hamm - Königsborn (alle 20 Uhr).

Sonntag: Königsborn - Ratingen, Essen - Bad Nauheim (beide 18.30 Uhr), Dortmund - Hamm (19 Uhr).

Dienstag: Neuss - Duisburg (20 Uhr).

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